(openPR) Oppenheim / Rhein (mxp) - Noch immer steigen an der Unterelbe, in Schleswig-Holstein, Hamburg und auch vereinzelt noch im nördlichen Niedersachsen die Pegelständer der Elbe, und die Menschen entlang der Elbe bangen, ob die Deiche halten werden. Keine vier Jahre nach der sogenannten Jahrhundertflut im Sommer 2002 hat es die Anrainer der Elbe schon wieder erwischt. Und diesmal im Unterlauf sogar mit neuen Rekordpegelständen. Davon berichten die Meteorologen des privaten Wetterdienstes meteoXpress Ltd.
Besonders schwer traf es Hitzacker im Landkreis Lüchow-Dannenberg, wo am Samstag 7,57 Meter erreicht wurden und die Altstadt komplett unter Wasser stand. Damit übertraf der Pegel den aus dem Jahr 2002 um 6 Zentimeter. Im schleswig-holsteinischen Lauenburg kletterte der Pegel sogar auf 8,98 Meter und stellte sich damit auf einem um 28 Zentimeter höheren Niveau als im Jahr 2002 ein.
Jetzt heißt es warten und beten. Morgen sollen auch an der Unterelbe die Höchststände erreicht werden. Die nervliche Belastung der Betroffenen ist sehr hoch und sie wird weiter steigen, denn an ein rasches Abfließen der Fluten ist nicht zu denken. Und eine länger anhaltende Trockenperiode ist nicht in Sicht, sodass auch an der Wetterfront kein dauerhafter Friede einkehrt.
Ob die Deiche dieser lang anhaltenden Dauerbelastung standhalten, bleibt abzuwarten. Die Sickerstellen nehmen jedenfalls ständig zu. Tausende Helfer sind im Einsatz, um leckende Stellen und durchweichte Deichabschnitte mit Sandsäcken zu stabilisieren. Hoffen wir, dass die Deiche halten.
Ob wir etwas daraus lernen? Das ist kaum zu erwarten. Dazu ist der Bevölkerungsdruck und der Geldbedarf der Gemeinden zu groß und der Glaube an die zu beherrschende Natur noch immer zu weit verbreitet. Außerdem vergisst der Mensch schnell - mit Ausnahme der von der Katastrophe hart getroffenen Anwohner freilich. Die werden den April 2006 - wie schon den Juli 2002 - sicher nicht so schnell vergessen.
Schon im Sommer dürften neue Baugenehmigungen im Bereich der Elbe-Flussauen, früherem natürlichen Überschwemmungsgebiet, erteilt werden. Und die Versiegelung der Landschaft geht unvermindert weiter. Die letzten wenigen, unkanalisierten Bäche und Flüsse fristen ein einsames Dasein. Ihre Zahl wird weiter eher schwinden, statt wieder zu wachsen.
Ob die nach der Elbeflut 2002 geplanten Hochwasserschutzprojekte nun endlich mit Nachdruck auch in die Tat umgesetzt werden, ist noch offen. Vielleicht lernen wir ja doch dazu und ordnen die Prioritätenliste neu, denn es ist nur eine Frage der Zeit, wann das nächste Jahrhunderthochwasser kommt. Oder vielleicht ein Jahrtausendhochwasser?
Bis zum nächsten Mal,
Udo Baum, Meteorologe bei meteoXpress
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Herr Florian Hirschmann
meteoXpress Ltd.
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