(openPR) Wenn Rennkanute Tomasz Wylenzek das Paddel mit kräftigen Zügen durchs Wasser zieht, dann tanzt das Athen-2004-Tattoo auf seinem Oberarm auf und ab. Scheinbar wie auf Schienen gleitet sein schmales Boot, ein Canadier, pfeilschnell durchs Wasser. Was bei Tomasz so leicht aussieht, bedeutet höchsten Anspruch an den Gleichgewichtssinn. "Jeder Nicht-Profi würde mit dem Canadier sofort baden gehen", lacht sein Trainer Robert Berger. Tomasz Wylenzek ist das schon lange nicht mehr passiert. Der 23jährige Rennkanute aus Essen beherrscht sein Boot perfekt. Und nicht nur das. Er fährt seiner Konkurrenz regelmäßig davon.
Entsprechend lang ist die Liste seiner sportlichen Erfolge. Um nur einige seiner jüngsten zu nennen: Im Zweier-Canadier holte Tomasz Wylenzek zusammen mit seinem Sportkameraden Christian Gille in 2005 zweimal Gold bei den Weltmeisterschaften in Zagreb (Kroatien) und dreimal Gold bei den Europameisterschaften in Poznan (Polen). Noch im September 2005 gewann er zusammen mit Stephan Breuing weitere fünf Titel bei den Deutschen Meisterschaften in Köln. Damit sammelte er zehn Siege in nur drei Monaten. Seinen bislang größten Triumph feierte er zusammen mit Christian Gille allerdings schon ein Jahr früher: Gold im Zweier-Canadier bei den Olympischen Spielen in Athen 2004. Sein Tattoo am Oberarm - ein Andenken an den Riesenerfolg. "Ich habe immer von einem Olympiasieg geträumt, aber nicht damit gerechnet, dass er so früh kommt", sagt der damals 21jährige.
2008 will er noch einmal dabei sein, bei den Olympischen Spielen in Peking. Dieses Ziel vor Augen, wird weiter hart trainiert. Doch Tomasz weiß: Irgendwann ist jede Sportlerkarriere vorbei. Und anders als so mancher Bundesliga-Fußballer hat man mit Mitte Dreißig in der Regel noch lange nicht ausgesorgt. Deshalb denkt er auch schon heute an ein Leben nach dem Sport - genau wie Karin Schnaase. Die 21-jähringe spielt Badminton in der Bundesligamannschaft des SC Union 08 Lüdinghausen und ist Mitglied der Nationalmannschaft. Seit 2004 trainiert sie täglich bis zu zwei Mal am Olympiastützpunkt Rhein-Ruhr in Mülheim. Nach Erfolgen wie z.B. 10-fache Deutsche Meisterin im Jugend- und Juniorenbereich, Mannschafts-Europameisterin 2003 (U 19) und dem dritten Platz im Damendoppel bei der Europameisterschaft 2003 (U 19) ist auch ihr großer Traum: zunächst die Fahrkarte nach Peking zu den Olympischen Spielen und dann natürlich eine Medaille. Die Aussicht auf eine berufliche Karriere, wenn der Leistungssport mal der Vergangenheit angehört, wollte sich aber auch Karin Schnaase nicht verbauen lassen.
Seit Oktober 2005 absolviert sie deshalb eine Ausbildung zur Bürokauffrau bei der RAG-Tochter RAG Bildung. Tomasz Wylenzek ist schon etwas länger dabei. Der Goldmedaillengewinner drückt seit Herbst 2004 regelmäßig die Schulbank. Auch er wird Bürokaufmann. Dabei ist das alles andere als selbstverständlich. Leistungssport ist zeitaufwändig, erfordert regelmäßiges Training und die Teilnahme an zahlreichen Wettkämpfen. Mit einer soliden Berufsausbildung lässt sich der Kalender eines Spitzensportlers daher nur schwer in Einklang bringen. "Viele gute Athleten haben deswegen auch schon auf den Sport verzichtet", weiß Wylenzek. Das bestätigt auch Karin Schnaase. Nach dem Fachabi wollte sie eine Ausbildung machen, gleichzeitig aber auch weiter Badminton spielen. Das aber schien unvereinbar. "Ich war in einer richtigen Zwickmühle," berichtet Karin. Dann erzählte ihr ihre Laufbahnberaterin von einem Ausbildungsmodell für Spitzensportler.
Damit jungen Leistungssportlern eine berufliche Perspektive geboten werden kann, die mit ihren ambitionierten sportlichen Zielen in Einklang steht, haben der Deutsche Sportbund, die beiden Olympiastützpunkte Rhein-Ruhr und Westfalen sowie der RAG-Konzern ein besonderes Ausbildungsmodell entwickelt. Ausbildung (drei Jahre) und Praktika (zwei á sechs Monate) werden dabei optimal mit den Trainings- und Wettkampfzeiten in Einklang gebracht. Unterstützend steht den Auszubildenden eine Online-Lernplattform zur Verfügung, mit deren Hilfe die Sportler Lehrstoff auch im Trainingslager oder an Wettkampforten durcharbeiten können. Dadurch sind sie in bestimmtem Umfang weder an Ort noch Zeit gebunden. Darüber hinaus stimmen Ausbildungsleitung und Laufbahnberater an den Olympiastützpunkten die berufliche Entwicklung der Sportler eng ab.
"Die Laufbahnberater sind wichtige Schnittstellen zwischen der Koordination der Trainings- und Wettkampfzeiten und der Ausbildung", erklärt Gabriele Schenderlein. Sie selbst ist Koordinatorin und Ausbilderin bei der RAG Bildung. Bei ihr laufen alle Fäden zusammen, wenn es darum geht, die zahlreichen Termine ihrer Schützlinge unter einen Hut zu bekommen. "Das ist manchmal schon eine große Herausforderung. Dabei nutzen wir jeden möglichen Spielraum. Der Unterrichtsbeginn ist beispielsweise so gelegt, dass die Sportler morgens schon eine erste Trainingseinheit absolvieren können", berichtet sie. Training, Trainingslager und Wettkämpfe auf der einen, Unterrichtszeiten, Praktika und natürlich Prüfungen auf der anderen Seite sind laufend aufeinander abzustimmen. Das verlangt viel Flexibilität von allen Beteiligten. Aber die Mühe lohnt sich. "Am meisten freut es einen, wenn die jungen Leute die Chance, die Ihnen geboten wird, nutzen. Mir ist aufgefallen, dass die Sportler oft mit der gleichen Disziplin an ihrer Ausbildung arbeiten, wie an der Verbesserung ihrer sportlichen Fähigkeiten. Sie sind oftmals besonders leistungsfähig und zielstrebig", erzählt Gabriele Schenderlein. Derzeit bereitet sich das dritte Lehrjahr auf die Abschlussprüfung im Juni 2006 vor. Nach Abschluss der Ausbildung liegen langfristige Beschäftigungsmöglichkeiten z.B. bei Vereinen und Verbänden.
Tomasz und Karin sind zwei von insgesamt dreizehn jungen Leistungssportlern, die derzeit bei der RAG Bildung eine Ausbildung absolvieren. Dabei müssen sie und ihre Sportlerkollegen drei Jahre lang den Spagat zwischen Titel- bzw. Medaillenjagd und Schulbank schaffen. Dass hierzu viel Disziplin gehört, steht außer Zweifel. Wenn bei Tomasz wochentags um 5:30 Uhr der Wecker klingelt, erwartet ihn ein bis in den Abend straff organisierter Tag. Auch Karin hat viel geleistet, wenn sie nach der Schule und der zweiten Trainingseinheit am Abend um 22:00 Uhr endlich nach Hause kommt. Und auch am Wochenende wird - natürlich - trainiert. "Freizeit ist knapp. Dafür lernt man sie ganz besonders zu schätzen", sagt Karin. "Zeit für lange Diskonächte haben wir nicht", lacht Tomasz. Beide nehmen´s gelassen. Für ihren Sport und die Ausbildung verzichten sie gerne darauf. Ihre sportlichen Erfolge und die beruflichen Zukunftsaussichten sind für so manche Entbehrung Belohnung genug.
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Die RAG Aktiengesellschaft mit Sitz in Essen gehört mit rund 19 Mrd. Euro Jahresumsatz (2004) zu den bedeutenden deutschen Industriekonzernen. Der international tätige Energie- und Chemiekonzern beschäftigt weltweit über 100.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Geschäftsaktivitäten, in denen es bereits heute führend ist. Ziel ist es, die derzeitigen Marktpositionen - unter anderem Weltmarktführer in der Spezialchemie, fünftgrößter Stromerzeuger Deutschlands sowie Qualitätsführer im Bereich Immobilien - zu stärken und kontinuierlich auszubauen. Eine hohe Kompetenz besitzt RAG auch in der untertägigen Bergbautechnik, die weltweit stark nachgefragt wird. Im Auftrag des Staates leistet die Tochter Deutsche Steinkohle AG (DSK) zudem mit der Förderung des Rohstoffs Steinkohle einen wichtigen Beitrag zur heimischen Energieversorgung.
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Bild 1:
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Bildunterschrift:
Zusammenspiel von Kraft und Technik: Tomasz Wylenzek in seinem Canadier (Foto: Bootmann)
Bild 2:
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Bildunterschrift:
Karin Schnaase hat nicht nur den sportlichen Erfolg fest im Blick! (Foto: Neumann)
Bild 3:
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Bildunterschrift:
Zwischen den Trainingseinheiten drückt Tomasz Wylenzek die Schulbank. (Foto: Bootmann)
Feature:
http://www.directnews.de/servlets/LoadBinaryServlet/1144360/Feature_Service_3.pdf
Feature-Service Nr. 3
Ansprechpartner:
Sabrina Herich
(0201)177-2225
RAG Aktiengesellschaft
Rellinghauser Straße 1-11
45128 Essen
http://www.rag.de















