(openPR) Irgendwie paßt das nicht zusammen: Auf der einen Seite Optimistische Einschätzungen der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung durch Regierung und Lobbyvereine der Wirtschaft, untermauert mit optimistischen Umfrageergebnissen. Auf der anderen Seite einbrechende Währungskurse in den Schwellenländern, eher „durchwachsene“ Unternehmensergebnisse und kräftig fallende Aktienkurse in den Industrienationen.
Wissen die Spekulanten mehr als die Politiker und ihre Lobbyisten-Corona?
Daß die Politik des billigen und unbegrenzt vermehrten Geldes letzten Endes tödliches Gift für die Wirtschaft ist, wissen die Verantwortlichen vermutlich selbst. Aber sie wissen auch, daß sie sich nicht anders helfen können, weil die Politik wirksame Lösungen der Probleme nicht hinbekommt. Die Welt steht finanz- und realwirtschaftlich seit Jahren am Abgrund und sie wird trotz aller Verzögerungsaktivitäten der Verantwortlichen und der Krisengewinnler schließlich hinunterstürzen. Die sozialen und politischen Folgen sind unabsehbar.
Während der vergangenen Jahre wurde kein einziges der großen Zukunftsprobleme gelöst, die der nach dem Scheitern des kommunistischen Experiments entfesselte Kapitalismus verursacht hat, weder hier zulande noch irgendwo sonst auf der Welt. Beutemachen hieß die einzige Losung der Starken, Profit um jeden Preis. Auf der Strecke bleibt die schnell wachsende Zahl derer, die zu schwach, zu unwissend oder nicht skrupellos genug sind.
In Deutschland nimmt die Armut der Mehrheit genauso rasant zu wie der Reichtum einer kleinen Minderheit. Tausende Steuerhinterzieher zeigen sich derzeit selbst an – sicherlich nicht infolge moralischer Läuterung, sondern aus Furcht, auf einer der nächsten CDs ihrem Finanzamt ausgeliefert zu werden. Aber die meisten von ihnen kommen mit ihrer Beute auf Kosten der Allgemeinheit infolge Verjährung trotzdem gut weg. Die ungerechte Besteuerung, die niedrige Einkommen relativ viel stärker belastet als hohe Einkommen, soll nach dem Willen der CDU/CSU-SPD-Koalition beibehalten werden. Das Geld wird schließlich gebraucht, und wenn die Reichen nicht mehr Steuern zahlen wollen: wo soll’s herkommen. Wer keine nennenswerte Beute macht, ist nach der Ideologie der Herrschenden ohnehin selber schuld.
Auch die Abgeltungssteuer, als hoher Steuerrabatt für Reiche geradezu ein Schurkenstück, soll beibehalten werden. Wer sich seine Ausbeuter selbst erwählt, sollte sich nicht beklagen.
Für die meisten Menschen viel schlimmer sind die Hungerlöhne, an denen die Koalition offensichtlich auch so lange wie nur möglich festhalten möchte, und die Aussicht, im Alter von ihrer Rente nicht leben zu können. Heute leiden unter diesen skandalösen Verhältnissen schon genug Bundesbürgerinnen und -bürger, aber ihre Anzahl wird in den kommenden Jahren rasant ansteigen.
Die Altersversorgung ist für Millionen Mitbürgerinnen und Mitbürger in Zukunft ebensowenig gesichert wie die Versorgung im Krankheits- und Pflegefall.
Die Wirtschaftslobbys beklagen einen Mangel an Fachkräften. Aber genug Steuern zahlen, um eine optimale Bildung und Ausbildung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf finanzieren zu können, wollen sie nicht. Richtig gerechnet sind mehr als vier Millionen Menschen arbeitslos, von den vorzeitig auf Kosten der Sozialkassen und der Steuerzahler in den Ruhestand Geschickten gar nicht zu reden. Einige Millionen junge Menschen sind schlecht (aus-)gebildet. Solange es der Wirtschaft offensichtlich vor allem um Personalkostensenkung geht – koste es (die Zukunft unserer Gesellschaft) was es wolle – klingt das Lamentieren über Fachkräftemangel reichlich unaufrichtig.
Auch mit der Moral geht es steil bergab. Die öffentlichen Vorbilder weisen den Weg. Die Umtriebe der us-amerikanischen NSA sind ein Tiefschlag für die Beziehungen unserer Staaten und Völker. Ebenso schlimm ist, daß wir wohl davon ausgehen müssen, daß die Amerikaner den bei ihnen aufbewahrten Goldschatz der Deutschen veruntreut haben, um mit den ca. 3.300 Tonnen deutschen Goldes den Preis des ungeliebten Edelmetalls nach unten zu manipulieren. Die Bundesbank windet sich mit wenig überzeugenden Erklärungen, die mehr Mißtrauen erzeugen als sie beseitigen. Tatsache ist aber, daß die Auslieferung auch nur eines kleinen Teils dieses Goldbestandes vor 2020 nicht möglich sein soll. Die Wiederbeschaffung des Goldes würde in der gegenwärtigen Situation äußerst knappen Angebots den Goldpreis nämlich senkrecht nach oben schießen lassen. Das wollen die Amerikaner mit allen Mitteln verhindern. Deshalb ist das deutsche Gold wohl erst einmal futsch, vielleicht auch für immer.
Müssen wir uns so etwas von einer befreundeten Regierung gefallen lassen? Die Bundesbank könnte immerhin ihre Dollarreserven abbauen, indem sie ersatzweise Gold dafür kauft und so wenigstens einen Teil der deutschen Exportüberschüsse langfristig wertbeständig anlegt. Daß die amerikanische Notenbank augenscheinlich mit Hilfe einiger Banken und Großspekulanten verbissen den Goldkurs zu drücken versucht, bedeutet übrigens nichts, denn Spekulanten können zwar Börsenkurse manipulieren, nicht aber reale Werte, die aus dem Verhältnis von physischem Angebot und physischer Nachfrage resultieren. Die Chinesen wissen das und kaufen lächelnd tonnenweise Gold zu gedrückten Preisen auf. Die Amerikaner wachen wahrscheinlich erst auf, wenn China den Renminbi goldgedeckt alternativ zum US-Dollar als Weltreservewährung präsentiert.
Dummheit wird bestraft, lautet eine alte Volksweisheit.
Eine andere lautet: Macht geht vor Recht. Deshalb sorgt auch das räuberische Rudeltier Mensch, wenn es die Macht hat, meistens – es gibt hin und wieder rühmliche Ausnahmen – zu allererst für sich selbst. Das Problem dabei ist nur, daß die modernen Gesellschaften nach diesem Lebensprinzip nicht mehr funktionieren. Die katastrophalen Folgen der Ignoranz dieser Tatsache werden immer deutlicher. Anstelle seiner Instinkte muß das Menschentier, will es in Frieden und Wohlstand überleben, schnellstens Verstand und Vernunft einsetzen, um seine Angelegenheiten zu regeln. Daß dies gelingt, ist leider unwahrscheinlich.
Wo es lang gehen müßte, um dem Allgemeinwohl der Gesellschaft endlich das notwendige Primat gegenüber den zahlreichen Sonderinteressen der Lobbys zu geben, ist in einer Studie nachzulesen. Sie trägt den Titel „Unbedingtes individuelles Grundeinkommen in Gestalt einer negativen Einkommensteuer – Kernstück einer unvermeidlichen Radikalreform unserer Gesellschaft (ISBN 978-3-943788-18-1, eBook). Die mit Zahlen untermauerte interessante Abhandlung skizziert auf 79 Seiten Vorschläge für allgemeinwohldienliche Reformen, die geeignet sind, die zahlreichen von der Politik seit rund drei Jahrzehnten verschleppten Probleme der Alters-, Pflege- und Gesundheitsvorsorge, sowie der Sozialhilfe und einer gerechteren Besteuerung zu lösen. Die Studie ist im eVerlag READ – Rüdenauer Edition Autor Digital erschienen und für 9,95 Euro im PDF- oder im ePub-Format in jeder guten (Internet-)Buchhandlung erhältlich.
Das Schlimmste an dem jetzt schon viele Jahre alten Kummerszenario versäumter Chancen und unterlassener Aktivitäten zur zukunftssichern gesellschaftlichen und staatlichen Reform ist die Hoffnungslosigkeit, die sich immer mehr ausbreitet. Immer weniger Menschen rechnen trotz der ständig durch die Medien verbreiteten positiven Prognosen noch mit einer guten Zukunft. Auch der neuen Regierung traut niemand mehr zukunftssichernde – geschweige denn zukunftsweisende - Reformen zu. Jeder noch so zarte gedankliche Ansatz dazu wird sofort von kleinkarierten Parteiideologen oder irgendwelchen Lobbyisten erstickt. Wie sollte da bei wachen und denkenden Menschen Optimismus aufkommen? Warum sollten sie heute noch in die Zukunft investieren, wenn das Verhalten der Herrschenden sie befürchten läßt, daß sie wahrscheinlich gar keine haben werden? So wie es aussieht ist ja nicht einmal gesagt, daß es nur bei einer „verlorenen“ Generation bleiben wird.
Hoffnungslosigkeit lähmt und zersetzt die Kräfte, die zur Lösung der gewaltigen auf uns zukommenden Probleme dringend gebraucht werden. „Nicht wirtschaftliche Depression macht die Menschen depressiv, sondern ihre durch Hoffnungslosigkeit erzeugte Depressivität führt zur wirtschaftlichen Depression“, warnt Prof. Querulix im Volksmund. Und depressiv macht das hoffnungslose Herumwursteln der Politiker immer mehr Menschen.
Die USA sind ein Koloß auf wackeligen Füßen, verschuldet bis über beide Ohren mit einer Währung, die bei weitem nicht das wert ist, was auf das tonnenweise erzeugte Papiergeld aufgedruckt wird. Sobald der Rückfluß von Kapital aus den Schwellenländern und aus politisch unsicheren Gegenden der Welt versiegt, wird das sichtbar werden und die Stunde der Wahrheit kommen. Dann muß wieder viel mehr Geld gedruckt werden, um die Zinsen in Schach zu halten und die Spekulanten zu beruhigen.
Wenn dann auch noch die Spekulationsblasen am Aktien, Anleihen- und Immobilienmarkt platzen, wäre die Bühne reif für eine Weltwirtschaftskrise. Erste Anzeichen gibt es dafür schon. Wird dieses mögliche Szenario Wirklichkeit, ersparten wir uns zwar den „Umweg“ über eine nennenswerte Inflation. Das dürfte sich aber nur als ein sehr schwacher Trost erweisen. Der könnte dann für wenige Weitsichtige eher vom Gold kommen, das die Asiaten derzeit in riesigen Mengen aufkaufen.
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