(openPR) Steigt ein Mitarbeiter eines Unternehmens die Karriereleiter nach oben und bekommt Personalverantwortung, dann kann das auch zu Problemen in seiner alten Abteilung führen. Unter Umständen wird er nicht ernst genommen oder er fühlt sich nicht ernst genommen. Mit einem speziellen Trainings- und Weiterbildungsprogramm macht die Bremer Wirtschaftsförderung neue Führungskräfte fit für ihre verantwortungsvollere Position. Cross-Mentoring heißt das Programm, in dem berufserfahrene Führungskräfte als Mentoren, die neuen – die sogenannten Mentees – einige Monate lang intensiv begleiten. Das Besondere daran ist: Mentor und Mentee kommen aus verschiedenen Unternehmen. Mehr als 150 Unternehmen aus der Metropolregion Nordwest, quer durch alle Branchen, brachten bisher Mentees mit ihren Mentoren zusammen. Sie arbeiten ehrenamtlich und stammen aus bekannten Bremer Wirtschaftsbetrieben wie BLG, Frosta, Hansa-Flex, Röhlig Logistics und auch der Deutschen Bank. „Die Mentoren kenne ich schon viele Jahre und kann gut einschätzen, mit welcher neuen Führungskraft ich sie zusammenbringen kann“, sagt Mario Stadelmann, der das Programm bis zum Jahr 2011 für die Bremer Arbeit umsetzte und nach deren Auflösung das Cross-Mentoring in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung weiterführt.Firmen, die ihre Mentees entsenden, bezahlen für diese Leistung, die auch regelmäßige Workshops beinhaltet. Mentor und Mentee müssen sich mindestens zwölf Mal in einem Jahr treffen. Mentees können neben den genannten erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die im Unternehmen aufgestiegen sind und nun eine Position mit Personalverantwortung bekleiden, auch Berufseinsteiger sein.„Primär ist das Programm für Bremen gedacht, da jedoch viele Unternehmen auch Standorte in ganz Deutschland und sogar weltweit haben, soll das Programm ausgedehnt werden“, kündigte Kai Stührenberg von der Wirtschaftsförderung gestern auf einer Pressekonferenz an. Dass Mentoren und Mentees niemals aus demselben Unternehmen kommen, sei wichtig, betonte er. Schließlich könne man so offen über Schwierigkeiten und Probleme sprechen, ohne Angst, sich zu blamieren.Jens Bieniek, Finanzvorstand der BLG Logistics Group, sieht das Programm als gute Chance, Führungskräfte mit einer hohen Qualität zu entwickeln: „Die Mitarbeiter haben einen erfahrenen Partner an ihrer Seite, der sie stützt.“Häufig bleiben die Tandems aus Mentor und Mentee auch nach dem Abschluss des Programms in Kontakt. „Man kann sich von seinem Mentor einen kurzen Ratschlag abholen, das ist sehr wertvoll“, sagt Ralf König von KAEFER Isoliertechnik. Er findet es aus Mentorensicht sehr interessant, auch mit Nachwuchskräften aus Non-Profit-Unternehmen wie dem öffentlichen Dienst, der Kirche oder sozialen Einrichtungen zusammenzukommen. Doch nicht nur die Mentees gewinnen Vorteile. „Als Mentor habe ich ebenso einen Benefit, denn ich lerne andere Häuser kennen und stelle mich selbst auf den Prüfstand“, befindet Personalchef Ralf Junge von Frosta aus Bremerhaven: „Dabei kann ich eine Menge lernen.“ Stefan Mahrdt, verantwortlich für die Firmenkunden der Deutschen Bank im Marktgebiet Bremen, sieht noch weitere Vorteile: „Wir wollen, dass unsere Kunden ihre Bank auch einmal aus einem anderen Blickwinkel sehen, und empfinden das Programm als wertvollen Baustein für unsere Personalentwicklung.“Während in einem Führungspersonal-Seminar alles sehr theoretisch bliebe, gäben die Mentoren ihren Schützlingen konkrete Antworten auf ganz konkrete Fragen aus dem Unternehmensalltag. „Dieses Tandem hilft den Kollegen, mit der neuen beruflichen Situation, die mehr Verantwortung mit sich bringt, besser klarzukommen“, sagt auch Personalleiter Thorsten Peglow von Willenbrock Fördertechnik. In den vergangenen sieben Jahren nutzten nach Angaben der Wirtschaftsförderung mehr als 160 Mentees und 140 Mentoren das Cross-Mentoring-Programm.








