(openPR) Gehören Papier und Stift bald endgültig der Vergangenheit an? Diese Frage stellt man sich zumindest derzeit im Bildungs-Sektor der USA. Die Bildung ist gerade dabei, sich grundlegend zu ändern und auf gewisse Art und Weise neu zu erfinden. Vor 150 Jahren fand ein ähnlicher Wandel statt: die Tafel wurde erfunden. So wurde aus einem mündlichen Vortrag ein visuelles Erlebnis. Geht die derzeitige Entwicklung so weiter, wird in Zukunft das Papier durch einen Touchscreen ersetzt. Apple plant mit dem iPad neue Wege zu gehen und will dies im Schulalltag etablieren. In Gestalt von "iBookAuthor" wurde eine Plattform zur Entwicklung von Bildungsbüchern zur Verfügung gestellt.
"iBooks2" statt Schulbücher
Der Konzern aus Cupertino präsentierte im New Yorker Guggenheim Museum "iBooks2", die herkömmliche Schulbücher ersetzen sollen. Über diese App sollen Schüler Schulbücher im Appstore kaufen können. Dieses Programm ermöglicht es, interaktive Tests durchzuführen und 3D-Animationen, Bilder und Videos anzuzeigen. Der Preis pro Buch soll bei maximal 15 US-Dollar liegen. Apple verkündete hier eine klare Botschaft. Das iPad ist das perfekte Werkzeug für Bildung, es mangelt derzeit nur an Inhalten, was sich aber mit dem Autorensystem "iBookAuthor" schnell ändern soll. Dann steht dem iPad als Standard in Schule und Universität nichts mehr im Wege. Auch in Deutschland haben bereits einige Schulen ein Testprojekt laufen, in dem das Tablet Papier und Stift ersetzt, beispielsweise in Prüm (Eifel).
Interaktive Bücher für alle – Ganz einfach
Apple hat es mit "Garage Band" in Sachen Musikproduktion vorgemacht und will nun mit "iBookAuthor" dieses Konzept konsequent weiterverfolgen. Nicht nur Verlagen und Bildungsstätten soll es möglich sein, interaktive Bücher zu verfassen, auch jeder andere soll die Möglichkeit haben, ganz einfach E-Books zu erstellen. Das alles ist möglich ohne große Vorkenntnisse. Können Bildungsträger davon überzeugt werden, dass das iPad die ideale Lösung für Schule und auch Uni ist, hätte das noch gleich zwei Nebeneffekte. Zum einen würde Apple vom Verkauf der Bücher mit circa 30 Prozent profitieren, zum anderen würde die junge Generation bereits an das Apple-Produkt gewöhnt und würde damit aufwachsen.
Gemischte Gefühle
Apple macht hiermit Amazon eine klare Kampfansage. Das Entwicklungssystem von Apple ist deutlich einfacher, als das von Amazon für Kindle. Vielen Herstellern von elektronischen Büchern steht der Workflow für Kindle etwas im Weg, nicht so bei "iBookAuthor". Das funktioniert ganz einfach mit großartigen Ergebnissen. Fraglich ist, ob es sich alle Schulen leisten können, Schüler mit einem iPad auszustatten. Die "iBooks" sind mit maximal 15 US-Dollar allerdings zumindest billiger als neue oder gebrauchte Bücher, die oftmals für 50 bis 60 US-Dollar erworben werden mussten.











