(openPR) München, 3. November 2009 – Einen klaren Wettbewerbsvorteil konnte sich Apple im Mobilfunkmarkt auch aufgrund der zahlreichen integrierten App Stores sichern. In ihrer aktuellen Untersuchung ist die Unternehmensberatung Mücke, Sturm & Company der Frage nachgegangen, ob das Geschäftsmodell auch auf den TV-Sektor übertragbar ist und hat die notwendigen Erfolgsfaktoren evaluiert. „Durch den Trend zu internetfähigen TV-Geräten und einer applikationsbasierten Steuerung eröffnet sich für Hersteller ein vergleichbarer Markt mit möglichem Umsatzpotential von 241 Millionen Euro im Jahr 2011 - ein Jahr nach Marktstart. Die Ausgangslage für App Stores im TV-Bereich unterscheidet sich allerdings deutlich vom Mobilfunk-Markt“ erklärt Patrick Sturm.
Mit Entwickler-Incentivierung und Konsumenten-Motivation zum Erfolg
Apple gelang es, mit seiner Online-Plattform innerhalb eines Jahres einen neuen Markt aufzubauen und sich als Marktführer zu etablieren. Die Basis dieses Erfolges liegt einerseits in der Motivation für Entwickler, entsprechende Software zu liefern und andererseits in der Animation der Konsumenten, die Applikationen zu kaufen und zu nutzen.
Der Incentivierung der Entwicklung kommt auch im CE-Bereich eine besondere Bedeutung zu, da das Endgerät mit der Menge und Qualität an verfügbaren Applikati-onen an Attraktivität gewinnt. Für Entwickler sind die Marktdurchdringung mit Endgeräten, eine übersichtliche und faire Vergütungsstruktur und geringe Eintrittsbarrieren, wie eine niedrige einmalige Anmeldegebühr entscheidend. Hersteller mit einem hohen Marktanteil wie Samsung, Philips oder Sony haben deshalb eine deutlich bessere Ausgangslage als kleinere Hersteller.
Die Motivation der Konsumenten ist wie im Mobilfunk-Bereich auch im TV-Sektor ein maßgeblicher Erfolgsfaktor - die Voraussetzungen für App-Anwendungen unterscheiden sich hier aber wesentlich: Im TV-Sektor ist es aufgrund der neuen interaktiven Möglichkeiten notwendig, innovative Bedienkonzepte zu entwickeln. Hier besteht im Gegensatz zum Mobilfunk ein großer Nachholbedarf. Das größte Hindernis für App Stores im TV-Sektor ist das Nutzungsverhalten des Konsumenten, der bislang nicht an die Verwendung zusätzlicher Services auf CE-Geräten gewohnt ist. Es besteht auch eine sinkende Zahlungsbereitschaft der Kunden für TV-Applikationen, die auf dem PC kostenlos zur Verfügung stehen.
Viele auf dem iPhone populäre Kategorien wurden eigens dafür entwickelt und bieten im TV-Bereich kaum Mehrwert oder sind nur beschränkt übertragbar wie beispielsweise die Kategorien Bücher oder Bildung. Für den TV-Bereich müssen also neue Kategorien entwickelt werden: Applikationen mit Bezug auf das aktuelle Fernsehprogramm, Musik oder neue Spiele sind denkbar.
First-Mover gesucht: Hohes Umsatzpotential und Marktführung möglich
Auf Basis der erwarteten Abverkaufszahlen für webfähige TV-Geräte, sowie der Annahme einer vergleichbaren Markterschließung wie im Mobilfunk, schätzt Mücke, Sturm & Company den Gesamtmarkt für TV-Applications in Deutschland auf etwa 241 Millionen Euro in 2011. Durch hohe Wachstumsraten der Gerätepenetration könnte der Markt bis 2014 auf 1 Milliarde Euro wachsen.
Ähnlich wie im Mobilfunk-Markt können App Stores auch bei TV-Geräten einen Vorsprung in Usability, Kundenbindung und Cross-Sell Möglichkeiten erwirken. „Player mit einem hohen Marktanteil sind daher gut beraten, zeitnah einen App Sto-re im TV-Bereich zu launchen – die Vorteile als First-Mover können in den Punkten kommerzieller Erfolg und Wettbewerbsposition entscheidend sein“, so die Empfeh-lung von Patrick Sturm.
Apple gelang es im Mobilfunk, Konsumenten und Entwickler innerhalb eines Jahres für die Plattform zu gewinnen, dauerhaft zu binden und damit die Marktführung zu sichern. Eine vergleichbare Entwicklung bei CEMs ist für die geplanten Markteintritte in 2010 nicht erkennbar.









