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Volkskrankheit Alkoholabhängigkeit: Politisches Handeln erforderlich

30.05.201318:25 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Berlin, 29. Mai 2013 – 1,3 Millionen Betroffene in Deutschland – die Alkoholabhängigkeit gilt längst als Volkskrankheit. Die „Aktionswoche Alkohol“, die noch bis zum 2. Juni stattfindet und unter der Schirmherrschaft von Mechthild Dyckmans, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, steht, soll Bürger bundesweit für die Themen Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit sensibilisieren und aufklären. Doch Handlungsbedarf besteht auch weiterhin auf politischer Ebene. Neben ersten Ansätzen in der Nationalen Drogen- und Suchtstrategie der Bundesregierung stehen weitere entscheidende Schritte aus, um dem gesamtgesellschaftlichen Problem Alkoholabhängigkeit nachhaltig entgegenzuwirken. Am AktivA-Symposium zum Weltdrogentag (26. Juni 2013, Berlin) werden Referenten aus Politik und Gesundheit vor diesem Hintergrund diskutieren, ob es auf breiter Ebene an der Zeit für neue Versorgungsziele ist.



Die Alkoholabhängigkeit, eine Erkrankung des Zentralen Nervensystems, ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das sich durch alle sozialen Schichten zieht. 1,3 Millionen Menschen sind abhängig, bereits 9,5 Millionen konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form.1 Die Erkrankung hat jedoch nicht nur schwerwiegende gesundheitliche Folgen für den Einzelnen. Die mit der Alkoholabhängigkeit verbundenen volkswirtschaftlichen Kosten belaufen sich laut einer gesundheits-ökonomischen Schätzung für das Jahr 2007 auf 26,7 Milliarden Euro. Diese Kosten umfassen nicht nur die unmittelbaren Behandlungskosten der alkoholbedingten Erkrankungen, sondern auch die wirtschaftlichen Verluste durch Fehlzeiten am Arbeitsplatz, Frühberentung und Arbeits- oder Erwerbsunfähigkeit.2

Folgen für den Einzelnen und die Volkswirtschaft erfordern Handeln

Als Volkskrankheiten gelten Erkrankungen, die aufgrund ihrer Verbreitung und ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen sozial ins Gewicht fallen – die Alkoholabhängigkeit wird von Gesellschaft und Politik allerdings immer noch nicht als solche behandelt. Ein erster Schritt muss sein, die Reduktion des Alkoholkonsums als nationales Gesundheitsziel festzuschreiben sowie Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen bindend in die Früherkennungsuntersuchungen zu integrieren. Denn Betroffene im Vor- oder Frühstadium bilden die größte Teilgruppe aus der Gesamtpopulation der Alkoholkranken – werden aber kaum frühzeitig und zielgerichtet erreicht.3

Um eine frühe Diagnose und Behandlung der Erkrankung zu ermöglichen, muss jedoch neben gesetzlichen Rahmenbedingungen auch die Ausbildung der Ärzte verbessert werden. Aktuell widmet das gesamte Medizinstudium der Volkskrankheit Alkoholabhängigkeit nur durchschnittlich drei Stunden.4
Nicht zuletzt müssen auch die bestehenden Therapieangebote diskutiert und aktualisiert werden. Die Abstinenz gilt immer noch als vorherrschendes Therapieziel bei Alkoholabhängigkeit – birgt jedoch Rückfallraten von bis zu 80%. Eine Reduktion des Alkoholkonsums wird vor diesem Hintergrund zunehmend diskutiert.

Aktiva-Symposium: Zeit für neue Versorgungsziele

Wie die Ausbildungssituation der Ärzte verbessert und die Frühintervention in der Hausarztpraxis optimiert werden kann, wie groß die Versorgungslücke bei Alkoholabhängigkeit tatsächlich ist und welches Potenzial eine Reduktion des Alkoholkonsums birgt – diese und weitere Fragen diskutieren Vertreter aus Gesundheit und Politik beim jährlichen AktivA-Symposium am 26. Juni 2013, dem Weltdrogentag, in Berlin. Weitere Informationen und Anmeldung unter http://www.aktiva-symposium.de/.


Ankündigung
AktivA – Symposium für eine aktive Alkoholtherapie
„Alkoholabhängigkeit bei Erwachsenen – Zeit für neue Versorgungsziele?“
26. Juni 2013, 14.00 - 19.30 Uhr, dbb forum berlin

Quellen:
1 http://drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Service/Publikationen/BMG_Drogen-_und_Suchtbericht_2013_WEB_Gesamt.pdf (Stand: Mai 2013)
2 Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen. Jahrbuch Sucht 2013. http://www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/news/2013-04-02_PM_Alkohol.pdf (Stand: April 2013)
3 Rehm J, forum für gesundheitspolitik, 6-7/12
4 Strobel, L. et al. German medical students lack knowledge of how to treat smoking and problem drinking. Addiction, 107: 1878–1882. doi:10.1111/j.1360-0443.2012.03907.x (2012)

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