(openPR) Aktionstag des Bundesverbands der Hörgeräte-Industrie am 14. Mai – Immer mehr Menschen leiden unter Schwerhörigkeit – Hoppe: „Die Hörgerätetechnik hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert“ – Cochlea Implantate helfen bei hochgradiger Schwerhörigkeit – Nachsorge spielt zentrale Rolle
ERLANGEN – Rund 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Hörstörungen, zirka eine Million davon hat mit besonders starken Beeinträchtigungen des Gehörs zu kämpfen. Tendenz steigend. Auch junge Menschen werden aufgrund einer zunehmend lauter werdenden Umwelt mit sogenannter Lärmschwerhörigkeit konfrontiert. Eine Hörhilfe nimmt der Großteil aller Betroffenen dennoch nicht in Anspruch. Nur etwa 2,5 Millionen Menschen mit einer leichten bis mittleren Schwerhörigkeit tragen auch ein Hörgerät. Doch wer eingeschränkt hört und sich nicht helfen lässt, büßt im Alltag ein hohes Maß an Lebensqualität ein. Mit einer bundesweiten Initiative will die deutsche Hörgeräte-Industrie an ihrem „3. Tag des Hörens“ am 14. Mai erneut auf die Notwendigkeit und den Nutzen von Hörgeräten aufmerksam machen. Bundesweit beteiligen sich Betriebe und Einrichtungen an der Aktion, um Menschen mittels Hörtest für die eigene Ohr-Gesundheit sensibilisieren. Auch die HNO-Klinik, Kopf- und Halschirurgie am Universitätsklinikum Erlangen unterstützt den Ansatz, Berührungsängste mit technischen Hörhilfen weiter abzubauen. „Die Hörgerätetechnik hat sich in den vergangenen Jahren massiv verbessert. Gerade Menschen mit einer leichten bis mittleren Schwerhörigkeit profitieren davon und können im besten Fall wieder uneingeschränkt am Leben teilnehmen“, so Prof. Dr. Dr. Ulrich Hoppe, Leiter der Audiologie der HNO-Klinik in Erlangen.
Qualifizierte Hörgeräteakustiker nötig
Eine Studie der Audiologie der HNO-Klinik, Kopf- und Halschirurgie am Universitätsklinikum Erlangen machte jedoch unlängst deutlich, dass nicht alle Hörgeräteträger automatisch ein ausreichend gutes Alltagssprachverstehen haben. Neben der verbesserten Technik bedarf es dringend auch der ausgewiesenen Fachkenntnis und der Erfahrung des Hörgeräteakustikers. Er stellt das Hörgerät zielgerichtet ein und verbessert damit das Sprachverstehen. Für den Hörgeräteträger fängt dann jedoch erst die Arbeit an. Anders als zum Beispiel beim Aufsetzen einer Brille muss man sich an den Klang von Hörgeräten erst gewöhnen, um davon zu profitieren. Dieser Punkt werde, so Hoppe, „zu oft unterschätzt“.
Implantate helfen
Gerade bei hochgradig schwerhörigen oder ertaubten Menschen stößt jedoch auch die moderne Hörgerätetechnik an ihre Grenzen. In solchen Fällen hilft ein sogenanntes Cochlea Implantat (CI); ein Hörcomputer, der in das Innenohr eingesetzt wird. „Dieses Implantat stimuliert im Gegensatz zum klassischen Hörgerät direkt den Hörnerv. Es ersetzt auf diese Weise die Funktion der geschädigten Hörsinneszellen“, so Prof. Dr. Dr. Hoppe. Die Versorgung an der HNO-Klinik Erlangen wird durch das Cochlear-Implant-Centrum CICERO koordiniert und durchgeführt. Professor Hoppe und sein Team legen auch hier besonders großen Wert auf die Nachsorge: An dem größten Centrum in Bayern betreuen erfahrene Operateure, Audiologen und Therapeuten CI-Träger nach der Operation kontinuierlich, um deren Hörvermögen durch gezieltes Training nachhaltig und bestmöglich zu steigern.


