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Krankenhausgipfel der Spitzenverbände springt zu kurz

18.03.201308:12 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Krankenhausgipfel der Spitzenverbände springt zu kurz

(openPR) Geldspritzen für angeschlagene Krankenhäuser reichen nicht aus – komba gewerkschaft fordert Kurswechsel in der Gesundheitspolitik: Ausstieg aus der Ökonomisierung

Berlin, 25. Februar 2013. Die komba gewerkschaft, Kommunalgewerkschaft im dbb beamtenbund und tarifunion (dbb), begrüßt zwar die – späte - Forderung des Krankenhausgipfels der kommunalen Spitzenverbände nach schneller Finanzhilfe für die finanziell schwer erkrankten kommunalen Kliniken. Die Forderung sei aber nicht ausreichend, um das Dilemma der Häuser nachhaltig zu sanieren. Geldspritzen alleine führten aber zu keiner dauerhaften Genesung. Vielmehr sei ein Kurswechsel unverzichtbar: Weg von der lupenreinen Ökonomisierung des Gesundheitswesens und Hinwendung zu einer humanen Medizin und Pflege.


komba Bundesvorsitzender Ulrich Silberbach: „Die seit den 90er durchgeführte Ökonomisierung des Gesundheitswesen hat die Krankenhäuser in die Krise geführt. Auf allen Ebenen bestimmen nicht mehr medizinische oder pflegerische Maßgaben die Gesundheitsversorgung, sondern ökonomische Kennziffern, die alleine für fachliche Entscheidungen maßgeblich geworden sind.“ Man habe den Eindruck, Finanzmanager in Kliniken seien wichtiger als das ärztliche oder pflegerische Personal. Das System sei krank. Darin könne niemand gesund werden.
Nicht zuletzt die Reaktion der Politik (Pflegeförderprogramm 2009-2011) auf den Protest von 130.000 Profis aus den deutschen Krankenhäusern habe gezeigt das Finanzhilfen anstelle von grundlegenden Änderungen eines fehlgeleiteten Systems nur allzu schnell verpuffen und bei den Gesundheitsberufen und Patienten nur Frust und Resignation erzeugen.
Michael Kehren, Vorsitzender des Bundesfachbereichs Gesundheit der komba gewerkschaft, selbst Krankenpfleger und Personalratsvorsitzender weist auf die Folgen für die praktische Arbeit in den Krankenhäusern hin: Die Ökonomisierung des Gesundheitswesens führe flächendeckend zu unterbesetzen Stationen. So müssten nicht selten zwei examinierte Pflegekräfte bis zu 50 Kranke betreuen. Patientinnen und Patienten litten nicht nur, weil sie krank sind oder einem schicksalhaften Krankheitsverlauf ausgesetzt seien, sondern auch, weil sie aufgrund der permanenten Unterbesetzungen pflegerisch nicht ausreichend versorgt werden können. Krank werde aber auch das Personal. Bundesdeutsche Krankenpflegekräfte gehörten mit zu den „Spitzenreitern“ bei psychischen Erkrankungen wie Burn-out und ähnlichem. In einer von der komba gewerkschaft mit der niederländischen Partnergewerkschaft „cnv publieke zaak“ durchgeführten deutsch-niederländischen Befragung äußerten 92 Prozent der deutschen Pflegekräfte, dass die körperliche Arbeitsbelastung deutlich zugenommen habe. 73 Prozent berichteten, dass sich die Qualität der krankenhäusliche Pflege verschlechtert habe.

Weitere Informationen bei:
Michael Kehren, Kreiskrankenhaus Neuss, Tel. 01577 6656971, Mail: E-Mail

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