(openPR) Haben Sie Fantasie? Kennen Sie George Orwell? Stellen Sie sich doch mal vor: In staatlichen Schulen ginge es primär um Lehrpläne, nur am Rande um die Kinder. Den Input für so etwas wie Finanzerziehung holen diese Schulen sich von Versicherungen, Werbeagenturen und Kreditinstituten. Und den Input für die Ernährungskompetenz liefert ein Fastfood-Gigant. So viel Fantasie haben Sie nicht? Dann schauen Sie doch mal – richtig: nach Deutschland!
Richtig gelesen. Wir reden von dem, was sich im Jahr 2013 in Deutschland schon ereignet oder ereignen soll. Das Bildungswesen gilt als nahezu unreformierbar, schön längst schlagen Pädagogen und Hirnforscher kreischenden Alarm. Kinder fallen mehr und mehr durchs Raster, werden in Massen psychisch oder Ritalin- therapiert. Die Allianz Group, die weltweit agierende GREY Group, die Sparkasse: Sie alle werden gerufen, unseren Kindern etwas über den Umgang mit Geld zu erzählen.
Und seit März gehört McDonald‘s zu denen, die nach Meinung der bundesweiten Hüterin von Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ernährungstipps geben sollen. Dieser Zustand ist obszön.
Aber wir werden ihn nicht beheben, indem wir lauter schreien, wütender gucken oder extremer wählen. Oder schreiben: „Dieser Zustand ist obszön.“ Wir müssen uns dort zur Wehr setzen, wo wir die alleinige und absolute Hoheit haben: in der Familie. Es gibt ein volles Jahrzehnt, in dem wir Eltern für unsere Kinder Vorbilder sind. In dem sie alles, was wir machen, richtig finden. Und nachahmen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Wir müssen es machen! Sagen alleine reicht nicht.
Kirstin Wulf, Gründerin des unabhängigen Unternehmens bricklebrit Finanzerziehung, wirbt für Eigeninitiative: „Gehen Sie mit Ihren Kindern einen Burger essen, wenn sie eine 5 in Mathe geschrieben haben! Weil Sie Ihre Kinder toll finden, weil Sie an Ihre Kinder glauben, und weil ein Burger ab und zu auch mal sein darf! Fördern Sie Ihre Kinder im spannenden Geld-Kosmos! Reden Sie mit ihnen und machen Sie Ihre eigene Finanzplanung altersgerecht transparent! Sie haben das Heft des Handelns in der Hand!“
Kirstin Wulf will eine Gegenbewegung ins Leben rufen: „Wir können kopfschüttelnd sitzen bleiben. Oder wir können die Ärmel hochkrempeln und selbst etwas tun: als Eltern zuhause mit unseren Kindern – und als Botschafter einer Gegen-Initiative.“ Auf www.bricklebrit.net lädt Wulf zum Mitmachen ein. „Wenn der Staat nur noch Elefanten als Klavierlehrer ausbilden würde, dann würden wir ja auch aktiv werden.“
bricklebrit spricht in Workshops genau die Eltern an, die in dieser Form Verantwortung übernehmen. Bei denen Alltagskompetenzen wie Selbstwertgefühl, Umgang mit Geld, Medien und Ernährung einen relevanten Stellenwert haben. Und die ihre Kinder vorbereiten wollen auf eine Welt der Finance Coaches und McDonald‘s. Einen anderen Weg gegen den Irrsinn gibt es wohl auch nicht.










