(openPR) Das Deutsche Institut für Kundenorientierung (DIFK) hat gemeinsam mit Krankenkassen-Kompass.de die Bonusprogramme von fast 40 bundesweit geöffneten Krankenkassen auf ihre Leistungsstärke getestet – mit überraschenden Ergebnissen.
Berlin, 05.02.2013 – Fast alle gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland bieten Ihren Versicherten Bonusprogramme für gesundheitsbewusstes Verhalten an. Prämien von 300 EUR und mehr pro Jahr werden den Kunden schmackhaft gemacht. Doch wie viele Maßnahmen ein Versicherter nachweisen muss um überhaupt eine Prämie zu erhalten ist oft erst auf den zweiten Blick erkennbar und von Krankenkasse zu Krankenkasse sehr unterschiedlich – Krankenkassen-Kompass.de und das DIFK haben daher den Leistungscheck gemacht.
Die Bewertung erfolgte in zwei Kategorien – die Leistungseffizienz zeigt die Durchschnittsprämie je vergüteter Maßnahme und die Prämienleistung die höchste Prämie für die nachgewiesenen Maßnahmen. Die Musterversicherten der jeweiligen Zielgruppen haben das Durchschnittsalter eines deutschen Erwerbstätigen von 42 Jahren, weisen jeweils 5 unterschiedliche Maßnahmen nach und wünschen ausschließlich eine Geldprämie – Kinder-, Familien- oder andere Sonderboni wurden nicht berücksichtigt. Zusätzlich wurden zwei unterschiedlichen Zielgruppen gebildet – Sportler und Vorsorger – mit denen die einzelnen Bonusprogramme näher unter die Lupe genommen wurden.
Einfach und schnell – Maßnahmen die jeder erfüllen kann
„Wir haben bewusst Maßnahmen ausgewählt die von einem Großteil der Versicherten nachgewiesen werden können. Unser „Sportler“ ist Nichtraucher, hat einen gesunden Body-Mass-Index (BMI), macht den Gesundheits-Check-Up, nimmt an Laufveranstaltungen teil und besucht regelmäßig ein Fitnessstudio – also jemand der gesund lebt, kein Hochleistungssportler“ erläutert Patrick Zinn, Geschäftsführer der Deutsche Kompass GmbH, zu der das DIFK und Krankenkassen-Kompass.de gehören. Bei den „Vorsorgern“ wurde eine Teilnahme an Hautkrebsvorsorge, jährliche Zahnprophylaxe, professionelle Zahnreinigung, Gesundheits-Check-Up und Blutspende unterstellt. „Ebenfalls Maßnahmen die von vielen bereits durchgeführt werden und somit ohne großen Mehraufwand nachgewiesen werden können“ ergänzt Zinn.
Licht und Schatten – Maximal sind 100 EUR drin – Hälfte zahlt gar keinen Bonus
Umso ernüchternder ist daher das Ergebnis. Bei fast der Hälfte aller getesteten Krankenkassen erhalten die Musterversicherten mit den durchgeführten Maßnahmen überhaupt keinen Bonus. Hier heißt es vielfach „Anspruchsvoraussetzungen nicht vollständig erfüllt!“ – entweder fehlen zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen, ein vollständiger Impfschutz oder es werden einfach nicht die notwendigen Bonuspunkte erreicht. Einige Krankenkassen bieten in diesem Fall die Möglichkeit die nachgewiesenen Maßnahmen ins nächste Jahr zu übertragen. Bei anderen verfallen die Maßnahmen und das Sammeln fängt wieder von vorne an.
Es gibt aber auch positive Beispiele. Bei der Novitas BKK erhält der Mustersportler mit 100 EUR die höchste Prämie, gefolgt von IKK Classic und der actimonda Krankenkasse mit jeweils 80 EUR. Die Vorsorger sichern sich mit 100 EUR die höchste Prämie bei der IKK Classic, direkt dahinter IKK gesundplus, actimonda Krankenkasse und Audi BKK mit jeweils 80 EUR Prämie. Die Bahn BKK belegt mit Abstand Platz 1 in der Kategorie „Leistungseffizienz“. Hier erhalten Sportler und Vorsorger bereits für eine Maßnahme 50 EUR – keine andere Krankenkasse bietet eine solch gute Relation von Aufwand und Ertrag. Wermutstropfen: es wird nur maximal eine Maßnahme erstattet.
Augen auf bei der Prämienjagd – Anspruch vorher prüfen
Insgesamt bieten die Bonusprogramme der Krankenkassen grundsätzlich gute Möglichkeiten die Haushaltskasse ein bisschen aufzubessern. Wichtig dabei ist aber immer die individuelle Situation zu berücksichtigen und sich nicht pauschal auf Werbeversprechen mit Mondprämien zu verlassen. „Viele Krankenkassen bieten einen Bonusrechner an, der genau aufzeigt welche Prämie für welche Maßnahme erstattet wird. Und im Zweifel fragen Sie direkt bei Ihrer Krankenkasse wie hoch die mögliche Prämie sein wird“ verdeutlicht Zinn. Wer sowieso unzufrieden mit seiner Krankenkasse ist, für den lohnt sich unter Umständen auch ein Kassenwechsel – Frust bei der Abrechnung am Jahresende bleibt dann garantiert aus.
Die Rankings und Teilergebnisse der Studie können kostenlos unter www.krankenkassen-kompass.de abgerufen werden. Insgesamt wurden 39 bundesweit geöffnete Krankenkassen getestet. Als Testgrundlage dienten die Satzung und alle im Internet veröffentlichten Informationen zum Bonusprogramm der jeweiligen Krankenkasse.









