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Elterliche Stellvertreterentscheidungen

01.02.201319:29 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Elterliche Stellvertreterentscheidungen
"Elterliche Stellvertreterentscheidungen"

(openPR) „Faire Chancen für Kinder sind eng mit der frühen Förderung durch die Eltern verknüpft.“, so beginnt die Vorstellung des neuen Projekts des Bundesfamilienministeriums „Elternchance ist Kinderchance“. Dieses Projekt, das im Sommer 2012 auf den Weg gebracht wurde, soll zukünftig Eltern stärker durch ausgebildete Elternbegleiter unterstützen. Denn das familiäre Umfeld, insbesondere aber die Erziehung durch die Eltern, prägt maßgeblich die Entwicklung und Bildung eines Kindes. Gerade in den ersten Jahren sind die Kinder noch nicht in der Lage, eigene Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Sie sind stattdessen auf die Hilfe und Fürsorge der Eltern angewiesen. Diese entscheiden unter anderem über den Besuch einer Betreuungseinrichtung, die Wahl der Schule, medikamentöse Behandlungen oder auch die Ernährung des Kindes. Am Ende ist es jedoch das Kind, das die kurz- und langfristigen Konsequenzen aus den Entscheidungsprozessen seiner Eltern zu tragen hat. Wie auch bei jeder anderen Entscheidung ist die elterliche Stellvertreterentscheidung das Ergebnis eines Prozesses, der durch viele Einflüsse bestimmt wird. Besteht seitens der Familien- und Bildungspolitik der Wunsch, Kinder in ihren Bildungs- und Entwicklungsphasen wirksam zu unterstützen, so bedarf es eines genaueren Verständnisses elterlicher Stellvertreterentscheidungen. Dieser Aufgabe widmet sich Franziska Ziegelmeyer in ihrer Dissertation. Die Autorin legt dar, warum Eltern auch aus bildungsökonomischer Sicht wichtige Entscheidungsträger im Rahmen der kindlichen Entwicklung sind. Ziegelmeyer analysiert, welche Wirkungen unterschiedlich ausgeprägte elterliche Entscheidungskomponenten, wie etwa Ziele, Präferenzen, Wahrnehmung von Umweltbedingungen und Auswahl von Handlungsoptionen, für den kindlichen Entwicklungsprozess haben können. Ziegelmeyer macht deutlich, dass die Erforschung jeder einzelnen Entscheidungskomponente erforderlich ist, um familien- und bildungspolitische Interventionen gezielter einsetzen zu können. Die Autorin selbst macht den Anfang und führte 2010 in 14 Kindergärten der südlichen Region Hannover mit 240 Eltern ökonomische Spiele und Befragungen durch. Auf diese Weise erhält sie reelle Einblicke in die Zeit- und Risikopräferenzen der Eltern in Entscheidungen für ihr Kindergartenkind. Im Rahmen der Untersuchung mussten die Eltern in identischen Situationen einmal für sich und für ihr Kind Entscheidungen treffen. Um die Situation möglichst realisitisch zu gestalten, erhielten die Eltern abhängig von ihren Entscheidungen im Anschluss an die Untersuchung Geld. Ihr Kind durfte sich Spielzeug aussuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass Eltern in den durchgeführten kleineren Konsumentscheidungen im Mittel risikoaverser und gegenwartsorientierter für ihr Kind als für sich selbst entscheiden. Auch zeigen sich Hinweise darauf, dass sich die Entscheidungen von Eltern hinsichtlich ihres sozioökonomischen Hintergrundes voneinander unterscheiden. So entschieden z.B. Väter risikofreudiger und gegenwartsorientierter für ihr Kind als Mütter. Insbesondere aber die kognitiven Fähigkeiten des entscheidenden Elternteils, die eng mit dem ökonomischen Status sowie der Bildung des Elternteils verbunden sind, hatten einen Einfluss darauf, wie die Eltern für ihr Kind entschieden. Damit könnte sich die Schere zwischen hohen und niedrigem ökonomischen Status der Kinder nicht nur aufgrund der Ressourcen des Elternhauses auftun, sondern auch, weil die Eltern unterschiedicher sozialer Schichten ein anderes Entscheidungsverhalten an den Tag legen. Aufbauend auf dieser Erkenntnis legt Ziegelmeyer im letzten Kapitel dar, was bei familien- und bildungspolitischen Interventionen berücksichtigt werden müsste, damit die Auswirkungen eines zu unterschiedlichen Entscheidungsverhaltens der Eltern abgemildert werden könnten. Ziegelmeyer ist Expertin auf dem Gebiet der Familienpolitik. In ihrer Laufbahn beschäftigte sie sich bereits mit dem Thema Familie in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht. Während ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Wirtschaftspolitik und Mittelstandsforschung in Göttingen entstand ihre Dissertation, die sowohl Eltern einem familienpolitisch interessierten Publikum als auch der Fachwelt Aufschluss über die Wichtigkeit des elterlichen Entscheidungsprozess geben können.

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