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„Ingolstadt in Bewegung – Grenzgänge am Beginn der Reformation“

22.03.201615:37 UhrKunst & Kultur

(openPR) 2017 jährt sich Martin Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal und das Jubiläumsjahr wird weltweit als Höhepunkt der Luther-Dekade angesehen. Diese beschäftigt sich seit der Eröffnung 2008 mit Themen rund um die Reformation wie Bibel, Politik, Bilder und Toleranz. In Ingolstadt fanden in den Jahren 2014 und 2015 eine Tagung sowie eine Ausstellung über Grenzgänge zu Beginn der Reformationszeit statt. Dies überrascht. In der katholisch verorteten Stadt, die vor allem mit dem als Gegner Luthers bekannten Theologen Johannes Eck und der Gegenreformation in Verbindung gebracht wird, wird eine Welt der Gegensätze offenbar. Die Umbrüche der Reformation zeigen sich hier auf unglaublich vielfältige und spannende Weise.


Susanne Greiter und Christine Zengerle bringen im Auftrag des Stadtmuseums Ingolstadt den Sammelband zur gleichnamigen Tagung im Jahr 2014 „Ingolstadt in Bewegung – Grenzgänge am Beginn der Reformation“ heraus. Die Themen der Tagung finden sich in dem breit angelegten kulturwissenschaftlichen Konzept der Ausstellung sowie in der Publikation wieder. Renommierte Forscher zur Frühen Neuzeit aus unterschiedlichen Fachbereichen haben unter dem Dach „Reformation“ eine kleine Kulturgeschichte der bewegten Epochenwende vom 15. zum 16. Jahrhundert in Süddeutschland zusammengestellt.
Peter Matheson, Kirchenhistoriker und Biograph der Argula von Grumbach konnte als Auftaktredner gewonnen werden. Argula von Grumbach, geborene von Stauff, gilt als die erste Schriftstellerin der Reformation und zählt zu den meistgelesenen Autorinnen ihrer Zeit. Sie betritt als Frau den öffentlichen Raum, verteidigt den von lutherischen Ideen geprägten, in Ingolstadt unter Anklage stehenden jungen Magister Arsacius Seehofer und fordert die katholischen Theologen heraus. Leicht hat sie es nicht, sie wird verspottet und von ihrem Ehemann unter Druck gesetzt, welcher durch ihr Engagement seine Anstellung verliert. Viele Facetten jener Zeitenwende werden sichtbar. So pflegte Johannes Eck, der Ingolstädter Theologieprofessor und Pfarrer im Liebfrauenmünster, stets einen höflichen und respektvollen Umgang mit Argula von Grumbach. Auch Martin Luther war er anfangs zumindest in kollegialer Freundschaft verbunden. Marco Benini zeigt, dass Eck, ein Theologe, der sich der Reformbedürftigkeit der alten Kirche durchaus bewusst war, weit mehr als nur der Gegenspieler Luthers gewesen ist. Neben Argula von Grumbach werden aus der Geschlechterperspektive weitere Frauen der Reformationszeit wie Christine de Pizan und Caritas Pirckheimer betrachtet. Es handelt sich um Grenzgängerinnen, die über die ihnen zugewiesene Rolle der Hausfrau hinauswuchsen und sich für ihren Glauben einsetzten. Argulas Familie – „die Stauffer auf Ehrenfels“ – tritt ebenfalls ins Rampenlicht. Elisabeth Spitzenberger wirft Schlaglichter auf Argulas Verwandtschaft, die Kämpfe des Adels um den rechten Glauben und seine Rechte. Ein weiteres hochinteressantes Thema des Tagungsbandes bearbeitet der Referent für Kleidung des Bayerischen Nationalmuseums Johannes Pietsch. Sein Aufsatz gibt erstmals einen umfassenden Überblick über Kleidung und Ständegesellschaft in Süddeutschland. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts driften Wissen und Glaube immer weiter auseinander, der Humanismus findet seinen Weg über die Alpen, die Universität musste zukunftsfähig gemacht werden. Auf diese Themen gehen differenziert die spannenden Aufsätze von Maximilian Schuh und Antonia Landois ein. Auch die kriegerischen Auseinandersetzungen, die Bauernkriege in und um Ingolstadt sowie die Auseinandersetzung mit der Geißel des „schwarzen Tods“ fehlen hier nicht. Die Baugeschichte des Neuen Schlosses als Wahrzeichen Ingolstadts wird von der jungen Forscherin Christa Syrer unter neuen Vorzeichen betrachtet. Die Schifffahrt über die Meere, die neue Wege und Welten eröffnet, und die Missionare als Grenzgänger zwischen Vernichtung und Anerkennung der Anderen, beseelt von der Installation des Goldenen Zeitalters in der neuen Welt, beschließen das facettenreiche Panorama der Epochenwende vom Mittelalter zur Neuzeit.
Die Herausgeberinnen Susanne Greiter, Historikerin und Slavistin, Mitglied des Expertenpools des Zentrums für Internationale Friedenseinsätze (ZIF), und Christine Zengerle, Diplom-Ingenieurin der Architektur und Pädagogin im Fachbereich Musik, stellen mit dem Buch „Ingolstadt in Bewegung – Grenzgänge am Beginn der Reformation“ einen Tagungsband zusammen, der nahezu alle Beiträge der gleichnamigen Tagung enthält sowie durch zusätzliche Vorträge, welche im Rahmenprogramm der Ausstellung im Stadtmuseum gehalten wurden, ergänzt wird. Jeder, der sich für die Ära der Reformation, für die Schwelle zur Moderne interessiert, findet mit „Ingolstadt in Bewegung – Grenzgänge am Beginn der Reformation“ das richtige Buch. Es stellt eine kleine Kulturgeschichte Süddeutschlands weit über die Grenzen Ingolstadts hinaus dar und öffnet ein Fenster in eine äußerst spannende und energiegeladene Zeit.

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