openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Arbeitszeugnis und betriebsbedingte Kündigung

Bild: Arbeitszeugnis und betriebsbedingte Kündigung
© Joerg Lantelme - Fotolia.com
© Joerg Lantelme - Fotolia.com

(openPR) Betriebsbedingte Kündigungen sind Alltag für Personaler und Fachabteilungen. Wie die Betroffenen konstruktiv damit umgehen können und wie sie positive Signale setzen können, um die berufliche Entwicklung voran zu treiben, erklären ein Arbeitsrechtler und ein erfahrener Karrierecoach.



Spannende Aufgaben, eine kontinuierliche berufliche Entwicklung und ein längerfristiges Arbeitsverhältnis, das wünscht sich fast jeder Angestellte. Wird er aus betriebsbedingten Gründen gekündigt, gilt es umzudenken und wichtige Weichen-stellungen nicht zu verpassen.
Das Zeugnis ist in dieser Situation ein wichtiger Baustein und Teil eines Gesamt-pakets, das oft aus „einer juristisch ordnungsgemässen Kündigung, einer möglichen Abfindungsregelung und dem Abklären der Perspektive besteht“, erklärt Arbeitsrecht-ler Robert Mudter aus Frankfurt (www.kanzlei-mudter.de).
Das Zeugnis sollte man frühzeitig formulieren und abgesprechen, damit es bis zum letzten Arbeitstag vorliegt. Oft wollen und müssen sich die Gekündigten frühzeitig bewerben und sich Gedanken über ihre neue Perspektive machen.

Konstruktive Zukunftsplanung statt Auseinandersetzung
Meist will der Betrieb Streitigkeiten vermeiden und signalisiert Kooperationsbereit-schaft. Der Mitarbeiter geht offiziell „auf eigenen Wunsch“, erhält im Gegenzug eine angemessene Abfindung und ein wohlwollend formuliertes Zeugnis, das der Mitarbeiter in einem Eigenentwurf erstellt hat. Robert Mudter rät dazu: „Man sollte vereinbaren, dass vom Eigenentwurf nur in Ausnahmefällen abgewichen werden kann, so stellt man sicher, dass die gewünschten Formulierungen mit angemessener Dankesformel auch umgesetzt werden“.
Für Wolfgang Wagner von Bewerber Consult (www.bewerber-consult.de) steht die Planung der beruflichen Zukunft im Vordergrund. „Eine faire Trennung ist Teil eines persönlichen Reputationsmanagements, für den gekündigten Mitarbeiter genauso wie für das Unternehmen“. Persönliche Schlammschlachten, Vorwürfe oder langwie-rige Auseinandersetzungen schaden allen Beteiligten. Oft sind die Kunden, gerade wenn sie lange in einem Betreb beschäftigt waren, am Anfang wenig einsichtig. So wie Holger S., der nach mehr als zwanzig Jahren in einem Grossunternehmen überraschend gekündigt wurde. Wagner machte dem erbosten Maschinenbau-ingenieur im Einzelgespräch klar, dass an der Entscheidung des Unternehmens nicht zu rütteln sei und er sich seiner Stärken, wie eine kontinuierliche Entwicklung, immer höhere Verantwortung, gefragte Fachkenntnisse bewusst sein sollte. „Daran sind auch andere Firmen interessiert, richten sie den Blick nach vorne“. Er sammelte in einer Standortbestimmung alle beruflich relevanten Fakten, nahm eine Marktre-cherche vor und legte gemeinsam die weiteren Schritte fest. Ein faires, ausführliches Zeugnis ist nicht nur wichtig für die klassische Bewerbung, sondern auch in Fällen, in denen sich die Kunden für eine freiberufliche Perspektive, einen Auslandseinsatz oder einen Branchenwechsel entscheiden. Beide Experten bestätigen, dass eine starre Haltung letztlich der Karriereentwicklung schadet. „Besteht jemand auf die klassische Formulierung im Arbeitszeugnis, „wurde aus betriebsbedingten Gründen gekündigt“ und befürchtet der Betrieb eine Kündigungsschutzklage, gibt es auch Schwierigkeiten mit dem Inhalt des Arbeitszeugnisses“. Sieht man sich erst vor Ge-richt wieder und der Umstieg auf eine neue Position hat nicht fristgerecht geklappt, wird oft gestritten, die berufliche Planung gerät ins Stocken.

Frühzeitig individuelle Situation klären
Holger S. entschied sich für einen kooperativen Weg: er legte gemeinsam mit seinem Arbeitgeber ein Austrittsdatum fest, das ihm genügend Zeit für Bewerbungen liess, vereinbarte ein konstruktives Zwischenzeugnis, das am Ende in ein Endzeugnis umgewandelt werden sollte und eine aussergerichtliche Abfindungsregelung. Da er in der Branche ein hohes Ansehen genoss, war der Betrieb auch bereit, ihm ein Karrierecoaching zu zahlen, damit er möglichst lückenlos in ein adäquates Beschäfti-gungsverhältnis hinüber wechseln konnte. Holger S. stellte nach kurzer Zeit fest, dass ein Branchenwechsel sich gut mit seinen Erfahrungen vereinbaren liesse und er sich noch neuen inhaltlichen Herausforderungen stellen wollte.
Ähnlich gestaltete sich der Fall von Martin K. Nach fast zehnjähriger Tätigkeit in der Softwareentwicklung dachte er zunächst, dass er „mit einer guten Abfindung bis zur Rente kommen“ würde und das Zeugnis für ihn eigentlich garnicht wichtig wäre. Nicht bedacht hatte er, dass ein Grossteil der Abfindung vom Finanzamt kassiert wird und ein vorzeitiger Renteneintritt oft nicht möglich ist oder mit hohen Abschlägen erkauft werden muss.
In Fällen, in denen der Umstieg länger dauert, rät Arbeitsrechtler Mudter zu einem möglichst „weit nach hinten verlegten Austrittsdatum und flexiblen Arbeitszeitrege-lungen“.
Martin K. wählte den Weg der Freiberuflichkeit. Er arbeitete als Interims- und Projektmanager und konnte auf sein umfassendes persönliches Netzwerk zurück greifen. Erster Auftraggeber war seine alte Firma, die ihm nicht nur ein tadelloses Zeugnis ausstellte, sondern auch als Referenzgeber zur Verfügung stand. Das brachte dem erfahrenen Entwickler langfristig mehr als das Feilschen um jeden Euro.
All diese Fälle zeigen, dass es in jedem Fall sinnvoll ist, sich rechtzetig externen Rat zu holen und aktiv zu werden. Sowohl arbeitsrechtliche Fragen als auch die persönli-che Karriereentwicklung sollten klar durchdacht und die weiteren Schritte ohne Hektik geplant werden. Spätestens bei der nächsten Messe oder dem Vortrag eines Kollegen beim Verbandstreffen sieht man seinen alten Arbeitgeber wieder....

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 677889
 882

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Arbeitszeugnis und betriebsbedingte Kündigung“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Bewerber Consult

Karrierekiller ( 9): Umstrukturierung als Chance für Top-Führungskräfte: Eigene Perspektiven nicht vergessen
Karrierekiller ( 9): Umstrukturierung als Chance für Top-Führungskräfte: Eigene Perspektiven nicht vergessen
Kurt H., ein Bereichsleiter eines IT-Unternehmens hat ein Problem, das vielen Managern Bauchschmerzen bereitet. Es steht eine Umstrukturierung ins Haus, der Umsatz fällt, Restrukturierungsmaßnahmen treffen auch das Personal. Er hat vor wenigen Tagen erfahren, was dies für seinen Bereich bedeutet. 40 Prozent Personalabbau sind vorzubereiten, Mitarbeiter auf Listen auszuwählen und zu priorisieren, die er aber monatelang nicht einweihen darf. Zunächst prüft er die juristische Sichtweise, diese fällt eindeutig aus, das Zauberwort heißt Sozialaus…
Bild: Karrierekiller, Folge 8: Fit für den Headhunter oder doch nicht?Bild: Karrierekiller, Folge 8: Fit für den Headhunter oder doch nicht?
Karrierekiller, Folge 8: Fit für den Headhunter oder doch nicht?
Es klingt einfach: Der Headhunter ruft an, man verabredet ein erstes Treffen und hat kurz darauf den Traumjob. Ganz ohne eigene Bewerbungsbemühungen, kostenlos und beinahe mühelos. So der Traum vieler gestresster Manager oder Fachkräfte, die die erste Führungsposition anstreben. Ein Anruf signalisiert schließlich: Ich bin wichtig, man kennt mich und man bemüht sich um mich, das ist der richtige Karriereturbo. Leider gibt es auf dem Weg zum Traumjob viele - oft versteckte - Fallen. Unklare Zieldefinition Von den Stolperfallen weiß Karriereber…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Seminare für den Betriebsrat und den PersonalratBild: Seminare für den Betriebsrat und den Personalrat
Seminare für den Betriebsrat und den Personalrat
e- Seminare, insbesondere auch für Betriebsräte und Personalräte, mit hochqualifizierten Dozenten durch. Einige der Themen: BetrVG (Betriebsverfassungsrecht), PersVG (Personalvertretungsrecht), allgemeines Arbeitsrecht für Personal- und Betriebsräte, Abmahnung, Kündigung, Betriebsübergang, Mobbing, Arbeitszeugnis, Sozialrecht u.a. ...
Bild: Fristlose Kündigung. Was tun?Bild: Fristlose Kündigung. Was tun?
Fristlose Kündigung. Was tun?
… Arbeitnehmer schwerwiegende Folgen: - das Arbeitsverhältnis und die Lohnzahlung enden mit sofortiger Wirkung, - das berufliche Ansehen des Arbeitnehmers wird geschädigt, - das Arbeitszeugnis wird entsprechend schlecht ausfallen, sodass die Arbeitsmarktchancen negativ beeinflusst werden, - das Arbeitsamt verhängt eine bis zu dreimonatige Sperre beim …
Bild: Seminare für Mitglieder des Personalrats - Schulungen in der Dienststelle - Bundesweit - Inhouse
Seminare für Mitglieder des Personalrats - Schulungen in der Dienststelle - Bundesweit - Inhouse
… LPersVG und BPersVG (Personalvertretungsrecht - Bund und Länder), Grundlagen und Vertiefung, allgemeines Arbeitsrecht für Personalräte, Abmahnung, Kündigung, Betriebsübergang, Mobbing, Arbeitszeugnis u.a. ... Die Seminare werden durchgeführt in allen Behörden, in Jobcenter, bei Sozialversicherungsträgern (bspw. Betriebskrankenkassen - BKK's), Ärztekammern, …
Bild: Seminare für den Betriebsrat und den PersonalratBild: Seminare für den Betriebsrat und den Personalrat
Seminare für den Betriebsrat und den Personalrat
… auch bundesweit Inhouse-Seminare). Einige der Themen: BetrVG (Betriebsverfassungsrecht), PersVG (Personalvertretungsrecht), Abmahnung, Kündigung, Betriebsübergang, Mobbing, Mobbingprävention und Mobbingabwehr, Arbeitszeugnis, Sozialrecht u.a. ... Beachten Sie z.B. unser Seminar zum Thema "Arbeitsgericht und Arbeitsgerichtsprozess" (Dozentin ist eine …
Bild: Das Arbeitszeugnis und die formalen und inhaltlichen AnforderungenBild: Das Arbeitszeugnis und die formalen und inhaltlichen Anforderungen
Das Arbeitszeugnis und die formalen und inhaltlichen Anforderungen
Die Rechtsprechung setzt als Wert für Streitigkeiten um ein Arbeitszeugnis regelmäßig ein Bruttomonatsgehalt oder weniger an. Daran messen sich die anwaltlichen Gebühren, die dann ebenfalls sehr niedrig sind. Das wird der heutigen Bedeutung eines Arbeitszeugnisses nicht gerecht. Quasi als Fortsetzung dieser fatalen Ideologie nehmen auch die meisten Arbeitnehmer …
Bild: Geheimsprache im Arbeitszeugnis
Geheimsprache im Arbeitszeugnis
Die Bedeutung eines guten Arbeitszeugnisses ist erheblich höher, als oft vermutet. „Das Arbeitszeugnis ist quasi die Visitenkarte mit der sich um einen neuen Arbeitsplatz beworben wird“, betonen die Experten der Kanzlei Himmelsbach & Sauer in Lahr. Gerade im Zusammenhang mit einer Kündigung wird dies von vielen Arbeitnehmern leider übersehen. Dann …
Bild: Sofortiger Anspruch auf das Arbeitszeugnis bei einer KündigungBild: Sofortiger Anspruch auf das Arbeitszeugnis bei einer Kündigung
Sofortiger Anspruch auf das Arbeitszeugnis bei einer Kündigung
… vielleicht sogar vom Jobcenter werden. Wichtig für eine erfolgreiche Arbeitsplatzsuche ist neben den Kernkompetenzen für das jeweilige Arbeitsverhältnis auch das Arbeitszeugnis. Die Arbeitssuchenden sollten bei einer Bewerbung eine lückenlose Zeugnishistorie vorweisen, damit sie eine Chance auf ein Vorstellungsgespräch erhalten. Deshalb sollten Arbeitssuchende …
Bild: Anspruch auf ein Arbeitszeugnis und formale und inhaltliche AnforderungenBild: Anspruch auf ein Arbeitszeugnis und formale und inhaltliche Anforderungen
Anspruch auf ein Arbeitszeugnis und formale und inhaltliche Anforderungen
Die Rechtsprechung setzt als Wert für Streitigkeiten um ein Arbeitszeugnis regelmäßig ein Bruttomonatsgehalt oder weniger an. Daran messen sich die anwaltlichen Gebühren, die dann ebenfalls sehr niedrig sind. Das wird der heutigen Bedeutung eines Arbeitszeugnisses nicht gerecht. Quasi als Fortsetzung dieser fatalen Ideologie nehmen auch die meisten Arbeitnehmer …
Bild: Fristlose Kündigung wegen Käsebrötchen?Bild: Fristlose Kündigung wegen Käsebrötchen?
Fristlose Kündigung wegen Käsebrötchen?
… nachdem die Kündigung zum 31.03.2021 wirksam wird und die Arbeitnehmerin bis dahin ihr volles Gehalt erhält und obendrauf eine Abfindung von 30.000,00 € und ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Eine fristlose Kündigung ist in der Regel nur wirksam, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer zuvor eine Abmahnung ausgesprochen hat; fehlt es an einer Abmahnung ist …
Bild: Darf der Grund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Zeugnis erwähnt werden?Bild: Darf der Grund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Zeugnis erwähnt werden?
Darf der Grund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses im Zeugnis erwähnt werden?
… oder verkleinern muss. Wird dem Arbeitnehmer der Vorwurf eines Fehlverhaltens gemacht oder erfolgt die Kündigung aufgrund einer Erkrankung, ist er eher froh, wenn hiervon im Arbeitszeugnis nichts steht. Dann stellt sich aber für den Arbeitgeber die Frage, ob er im Hinblick auf das Wahrheitsgebot nicht hierauf verweisen muss. Das soweit ersichtlich einzige …
Sie lesen gerade: Arbeitszeugnis und betriebsbedingte Kündigung