(openPR) Berlin, den 10. November 2005
Die Nationalversammlung der Republik Belarus hat einen Appell an den Sejm der Republik Litauen anlässlich der Pläne Litauens, Lagerungsobjekte für verbrauchten Kernbrennstoff und Atommüll an der belarussischen Grenze zu bauen, verabschiedet.
Die belarussischen Abgeordneten seien um die Absicht der Regierung Litauens, die Lagerungsobjekte für verbrauchten Kernbrennstoff und Atommüll in der Nähe der belarussischen Grenze zu errichten, tief besorgt, heißt es im Dokument. Die Halbwertszeit der Radionuklide beträgt von 20 Tsd. bis 24 Tsd. Jahre, während die Betriebszeit des Atommülllagers nur 50 Jahre ausmache. Aber auch in 50 Jahren werde die Gesamtaktivität der gelagerten Radionuklide höher sein, als die Aktivität der radioaktiven Niederschläge von Tschernobyl.
Diesbezüglich wenden sich die belarussischen Abgeordneten an ihre litauischen Kollegen mit dem Appell, eine andere Variante des Standortes für das Objekt zu betrachten, die von der belarussischen Grenze mehr entfernt wird.
Das Problem des Atommülllagers wurde auch beim Treffen des Vorsitzenden des Witebsker Gebietsexekutivkomitees Wladimir Andrejtschenko mit dem Botschafter der Republik Litauen in Belarus besprochen. Während des Treffens hat die belarussische Seite ihre Besorgnis darüber geäußert, dass sie über die allseitige Information über den geplanten Bau nicht verfügt.
Nach der Meinung des Vorsitzenden des Witebsker Gebietsexekutivkomitees hat die litauische Seite keine Rücksicht darauf genommen, dass sich die voraussichtliche Baustelle in der Zone des tektonischen Bruchs befindet, dessen Tiefe 100 km beträgt. "Niemand kann verbürgen, dass hier Naturkatastrophen unmöglich sind", unterstrich Wladimir Andrejtschenko.
Bewusst gewesen, dass der Bau des Atommülllagers unvermeidbar ist, glaubt er, dass die litauische Seite die alternativen Projekte ausarbeiten müsse, die von der belarussischen Grenze mehr entfernt würden. Die Kontrolle über das Projekt müsse auf der Ebene der Regierungen beider Länder mit der Einladung der internationalen und belarussischen Experten und unter Berücksichtigung der öffentlichen Meinung ausgeübt werden, betonte Wladimir Andrejtschenko.
Botschaft der Republik Belarus in der Bundesrepublik Deutschland
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