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Technostress und die Kunst der Einfachheit

25.10.200516:28 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft

(openPR) Bonn, 25. Oktober 2005 - Überall wächst die Komplexität – Passwörter, Pins und Tans für Zugänge zu einfachen Bankfunktionen; multifunktionale Mobiltelefone, von denen die wenigsten Besitzer tatsächlich wissen, was sie damit anstellen können; Anwendungen, deren Nutzenfortschritte außer den Erfindern niemand durchschaut. Entwickler strotzen vor Einfallsreichtum, Vermarkter machen bei jedem neuen Gadget ein multimediales Fass auf, und die Verbraucher kämpfen mit der täglichen Unübersichtlichkeit.



In einem Redaktionsgespräch des Bonner Wirtschaftsmagazins NeueNachricht http://www.ne-na.de diskutierten Experten über den täglichen Technostress und den negativen Auswirkungen für Endverbraucher und Unternehmen. „Viele Verbraucher und auch mittelständische Unternehmer fühlen sich von der modernen Technik überfordert“, sagte Markus Mingers vom Bonner Mittelstandszentrum. Das gelte für Mikrowellengeräte wie für Digitalkameras, für Mobiltelefone wie für Computer und selbstredend auch für Toaster, Webcams und digitale Küchenwaagen. Tasten, Schieberegler, Leuchtdioden und Funktionsanzeiger drängten sich mehr und mehr in unser Alltagsleben und lassen alles und jedes klickable und steuerbar erscheinen. „Wenn man Technik nur aus der Logik der Maschinen heraus entwickelt, dominieren nur die mechanischen Maßstäbe“, so Mingers. Das Resultat sei eine wachsende Technikfrustration. „Firmen denken zu sehr in ihren eigenen Strukturen, auch in ihren eigenen Produkten, anstatt über ihre Fähigkeiten nachzudenken“, ergänzte Omar Khorshed, Vorstandsvorsitzender des Düsseldorfer Abrechnungsdienstleisters acoreus. Welche Fähigkeit müsse eigentlich ein Unternehmen bringen, um seinen Kunden das zu geben, was sie eigentlich wollen und wofür sie auch bezahlen wollen? „Es geht um Fähigkeiten, nicht um Produkte. Und schon gar nicht um vielfach unerwünschte Zusatzfunktionen, die von allen mitbezahlt werden müssen, damit wenige sie verstehen“, führte Khorshed aus. Die Kunst bestehe in der Anwendung von Standardlösungen, die aber auf individuelle Anforderungen angepasst werden müssen. Featurerismus als l’Art pour l’Art hat seine Zukunft hinter sich.

Helmut Reisinger beschäftigt sich als Geschäftsführer des Stuttgarter IT-Dienstleisters Nextiraone permanent mit hochkomplexen Telekom- und Netzwerklösungen. Er weiß, dass mittlere und große Firmenkunden aus einem breiten Anwendungsspektrum auswählen wollen. „Die Vielfalt ist für uns lebensnotwendig, aber sie kostet auch Geld.“ Seit eineinhalb Jahren bietet Nextiraone seinen Kunden „Managed Services“ an, also den kompletten Betrieb ihrer Firmennetzwerke. „Wir haben uns überlegt, wie wir das im Mittelstand noch stärker an den Mann bringen. Der Vertrieb hat uns beschworen, wir müssten dieses noch machen und jenes noch drauflegen, also gewissermaßen ein Rundum-Sorglos-Paket schnüren.“ Reisinger sah das anders. „Wir haben das Gegenteil gemacht und die Komplexität raus genommen. Anfangs gab es massiven Widerstand, weil Techniker und Ingenieure mit eingeübter Liebe zum Detail an eine Sache herangehen. Wir mussten also erst mal in Vereinfachung investieren.“ Die Folge: Statt unter 250 Auswahlmöglichkeiten mit verschiedenen Paketvarianten lässt Nextiraone seine Kunden nur noch unter vier Leistungspaketen wählen. „Die neue Einfachheit kommt an“, so Reisinger.

Zum neuen Gebot der Einfachheit gehört zweifellos der rasche Zugriff auf Hersteller, Lieferant oder IT-Dienstgeber, sei es bei drängenden Fragen oder auch schon bei der Geschäftsanbahnung. Für Nextiraone-Geschäftsführer Helmut Reisinger ist das selbstverständlich: „Man muss für den Kunden einfach zu erreichen sein, auch schon im Vorfeld einer Geschäftsbeziehung. Für je zwei Vertriebsmitarbeiter bei uns arbeitet ein Solution Designer das technische Feinkonzept aus, damit diese Lösung für ein Contact-Center oder für ein komplexes Netzwerk entsprechend passt und wirklich funktioniert. Wenn das Projekt steht und die Lösung implementiert ist, steht der Service im absoluten Mittelpunkt. Es muss zum Beispiel eine stets empfangsbereite Rufnummer geben, damit die Kunden ihren Servicebedarf zu jeder Zeit signalisieren können.“ Soviel Einfachheit fordert ihren Preis - vom Kunden. „Wenn alles so einfach wäre wie in einem perfekten Markt“, argumentiert Helmut Reisinger, „wo bliebe dann die Marge? Dafür gäbe es keine wirkliche Berechtigung mehr. Es muss Spielraum dafür geben, dass sich eine besondere Dienstleistung mittel- und langfristig etablieren kann.“ Die Bonner Expertenrunde war sich einig, dass die Technik immer komplexer werde, nur dürfe der Anwender davon nichts merken. Das sei die wahre Ingenieurskunst.

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