(openPR) Die Deutsche Bank agiert inzwischen – Meldungen zufolge – als Kronzeugin. Der Verdacht besteht, Libor- und Euribor-Zinssätze seien von verschiedenen Banken im Rahmen einer Art Kartell unter Anleitung von Barclays und UBS manipuliert wurden – und zwar über Jahre hinweg. Zu den verdächtigten Banken werden auch HSBC, Société Générale sowie andere Institute gezählt, die in großem Stil Zertifikate an Anleger verkaufen und verkauft haben. Vor allem in der kritischen Phase nach der Lehman-Pleite am 15.09.2008 ist es offenbar zu Manipulationen der Zinssätze gekommen, die per Umfrage unter Banken ermittelt werden. In dieser Phase haben sehr viele Anleger erschreckende Summen mit Zertifikaten verloren.
In die komplizierte Berechnung der Werte von Zertifikaten gehen Libor- oder Euribor-Sätze ein. Soweit diese Zinssätze manipuliert wurden, wurden auch die Werte der Zertifikate manipuliert. „Im Einzelnen wird es sehr schwierig sein, den Umfang der Manipulationen und die daraus entstandenen Schäden zu quantifizieren“, räumt Anwalt Joachim Schweiger von der DSKP.de in Düsseldorf ein: „Die mutmaßlichen Manipulationen sind dennoch ein klares Indiz dafür, dass Anleger in Zertifikaten den Garanten der Zertifikate in vielfacher Hinsicht wehrlos ausgeliefert waren sind.“ Diese Garanten sind die Emittenten der Zertifikate. Und das sind vielfach genau jene Investmentbanken, denen nun teilweise vorgeworfen wird, sie hätten Libor und Euribor manipuliert.
Gutachterlich ist mittlerweile festgestellt, dass die Emittenten / Garanten weitere Wertbestimmungsfaktoren der Zertifikate manipulieren können. „Investmentbanken sind nicht die harmlosen Vermittler von braven Geldanlagen, als die sie sich gern darstellten lassen“, meint Anwalt Schweiger: „Investmentbanken sind ausschließlich auf ihren bekanntermaßen besonders hohen Eigennutzen bedachte Investoren an den Kapitalmärkten. Sie setzen alles daran, bei diesen Investitionen zu gewinnen – z.B. gegen harmlose Zertifikate-Käufer.“
Der Libor- und Euribor-Skandal ist ein weiterer Beleg dafür, dass Investment / Zertifikate-Banken tatsächlich rücksichtslos agieren und einige Möglichkeiten haben, solche Aktionen am Kapitalmarkt durchsetzen zu können – z.B. gegen gutgläubige Anleger, die zudem oftmals noch von Angestellten dieser Banken beraten werden. „Es wird hoffentlich nicht bis zum Bundesgerichtshof dauern, bis erkannt wird, dass ganze viele Zertifikatgeschäfte von vornherein für ganz viele Anleger gar keine Chancen boten“, meint Anwalt Schweiger, der seit bald 25 Jahren für Anleger Geld aus gescheiterten Anlagen zurückholt.
Düsseldorf, 20. Jul. 2012
Joachim K. Schweiger, Rechtsanwalt für Kapitalanlagerecht











