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Libor-Manipulationen und die Auswirkungen auf Zertifikate

Bild: Libor-Manipulationen und die Auswirkungen auf Zertifikate

(openPR) Gegen Banken laufen Ermittlungen wegen mutmaßlicher Manipulationen bei der Berechnung des internationalen Leitzinssatzes Libor und anderer derartiger Zinssätze. Die Deutsche Bank sowie Citigroup, UBS und beispielsweise HSBC zählen zu den Banken, denen solche illegalen Praktiken vorgeworfen werden. Die Ermittlungen werden von mehreren Aufsichtsbehörden, darunter die SEC, die Kanadische und Schweizer Wettbewerbs-kommission sowie u.a. die EU Kommission betrieben. Die EU-Kommission hat gem. Medienberichten im Oktober 2010 Büros von Großbanken durchsuchen lassen. Das Bundeskartellamt ist i.d.S. nicht aktiv: Die zu ermittelnden Sachverhalte sollen sich in London abgespielt haben. Die Manipulationen haben sich auf deutsche Anleger in Zertifikaten ausgewirkt.



Libor steht für London Interbank Offered Rate. Der Zinssatz wird arbeitstäglich durch Befragung von Banken ermittelt. Es ist der Zinssatz, der für Kreditgeschäfte zwischen Banken benutzt wird; also für den sog. Interbanken-Geldhandel. Die Leitzins-Funktion geht weit über den Interbankenhandel hinaus.

Zu den mutmaßlichen illegalen Vorgängen soll es 2007 und 2008 in London gekommen sein. Die Machenschaften bestanden mutmaßlich darin, die Zinsen weniger hoch zu melden als sie in der fraglichen Zeit tatsächlich waren, als wegen der Pleite der Lehman Bank großes Misstrauen unter den Banken herrschte. Der „gute“ Zweck der Machenschaften bestand offenbar darin, das Misstrauen weniger ausgeprägt erscheinen zu lassen als es tatsächlich war. Über weitere Zwecke der Manipulationen kann einstweilen nur spekuliert werden.

Der Libor wird u.a. benutzt, um Werte von Derivaten/ Zertifikaten zu ermitteln. Zertifikate sind verbriefte Derivate. Derivate sind Finanztermingeschäfte, die sich aus den Werten von Wertpapieren ableiten oder aus dem Verlauf von Marktzinssätzen oder Rohstoffpreisen. Die Berechnung der Werte von Derivaten /Zertifikaten erfolgt nach der Nobelpreis-geadelten Formel der amerikanischen Professoren Fischer Black und Myron S. Scholes. Diese Formel berücksichtigt u.a. einen risikofreien Zinssatz, zu dem jederzeit Geld geliehen und angelegt werden kann. Libor ist dieser Zinssatz. Sofern dieser Zinssatz manipuliert wurde, sind auch die Werte manipuliert, die mittels Libor für Derivate / Zertifikate ausgerechnet wurden.

Die Institute, gegen die ermittelt wird, insbesondere UBS, Deutsche Bank, Citigroup und HSBC Trinkaus, sind Emittenten und Garanten für große Mengen von Zertifikaten. Gegen den Emittenten Lehman Brothers kann heute nicht mehr ermittelt werden. Die Citibank Privatkunden KGaA als Vermittler verschiedener Lehman-Zertifikate muss sich die Kenntnis über die Verhältnisse am Interbankengeldmarkt anrechnen lassen: Die Citibank-Frankfurt war und ist ein wichtiger Emittent von Zertifikaten. Citibank-Privatkunden und Citibank / Frankfurt standen 2007 und unter gemeinsamer Leitung.

Die Werte von Zertifikaten sind letztlich keine direkt ausgehandelten Marktpreise wie etwa die Kurse von Aktien. Es sind sog. gestellte Preise < / > Werte, wie sie der Emittent < / > Garant nach der Black < / > Scholes-Formel sowie nach seinen internen Dispositionen für angemessen erachtet und gerade so stellt, wie er es z.B. für seinen Refinanzierungs-Bedarf braucht. Der Handlungsspielraum betrifft v.a. die Spanne zwischen Ankauf- und Verkaufkursen.

Die Möglichkeit, die Preise zu stellen, sind neben dem Libor eine zweite Möglichkeit für Garanten, gezielt Einfluss auf Werte von Zertifikaten zu nehmen, während allgemein der Anschein erweckt wird, die Werte würden sich allein aus Marktbewegungen ergeben.
Soweit diese Marktbewegungen tatsächlich Einfluss auf Werte von Zertifikaten haben, können die Marktbewegungen durch Gegengeschäfts-Strategien der Garanten beeinflusst werden – und zwar in der Form, dass die Chancen der Erwerber von Zertifikaten abnehmen, den erhofften und ihnen von den Emittenten < / > Garanten in Aussicht gestellten Ertrag wirklich erzielen zu können. Solche Strategien gehören unter der Überschrift „Investmentbanking“ zur völlig normalen Praxis der Emittenten.

Investmentbanking ist jenes Geschäft, bei dem Geldinstitute nicht nur als Vermittler für Kunden tätig werden, sondern als Partei in Geschäfte eintreten; mit allen Vorteilen, über die sie aus ihren vielschichtigen Positionen heraus verfügen. Die mutmaßlichen Libor-Manipulationen zeigen einen weiteren Hebel, den Emittenten einsetzen können; zumal wenn sie sämtlich oder überwiegend im Emissionsgeschäft mit Zertifikaten tätig sind.

Der Umstand, dass Meldungen für Libor offenbar zu niedrig angegeben wurden, verringert nicht die Problematik. Ein zu niedriger Libor lässt den Derivat-Wert zu niedrig erscheinen.

Der Libor wird für Euro, Dollar und acht andere Währungen ermittelt sowie für Laufzeiten zwischen Übernacht, 1 Woche und 12 Monaten. Wegen der begrenzten Zahl der jeweils befragten Banken – nämlich je nach Währung – nur 8, 12 oder 16 Institute, konnten Manipulationen offenbar wirksam praktiziert werden. Betroffene Banken haben gem. Medienberichten bereits Geldhändler suspendiert. Das lässt darauf schließen, dass tatsächlich Manipulationen stattgefunden haben.

Düsseldorf, 21.02.2012, Martin Beier

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