(openPR) Nach einer Untersuchung der Anti- Korruptions-Organisation Transparency International nahm die Zahl der Bestechungsfälle im vergangenen Jahr vor allem bei großen Unternehmen wie BMW, Siemens und DaimlerChrysler zu.
Deutschland kommt beim Kampf gegen die Korruption nur schleppend voran.
Auf der am Dienstag in Berlin vorgestellten Weltrangliste für Korruption fiel Deutschland vom 15. auf den 16. Platz zurück. Spitzenreiter ist Island, ganz hinten liegen Bangladesch (Asien) und Tschad (Afrika).
Viele hat die Häufung der Korruptionsfälle, die wir in den letzten Monaten mit DAX-Unternehmen erlebt haben, überrascht. Der stellvertretende Vorsitzende von Transparency Deutschland, Peter von Blomberg, war bei der Vorstellung des Korruptionswahrnehmungsindex weniger überrascht. Ungeachtet des Widerstandes der Wirtschaftsverbände müsse ein Zentralregister eingerichtet werden. Unternehmen, die unter Korruptionsverdacht stehen, dürften keine öffentlichen Aufträge mehr erhalten.
Der Korruptionsskandal bei Volkswagen wirkt sich auf die Bewertung Deutschlands in diesem Jahr noch nicht aus, könnte aber im nächsten Jahr Einfluss haben. Dass das Personalwesen ganz offensichtlich eine Quelle für Korruptionsstraftaten ist, ist offensichtlich neu und skandalös, schließlich muss der Personalvorstand eine unantastbare Vorbildrolle haben.
Der Untersuchung zufolge hat Hongkong die Bundesrepublik vom 15. Rang verdrängt. "Dass ein Teil von China uns nicht nur in High Tech Konkurrenz macht, sondern auch bei der Integrität, ist nicht uninteressant", wurde von der Transparency-Deutschland Organisation geäußert. Deutschland sei nach Jahren der Verbesserung seines Punktwertes in diesem Jahr bei 8,2 Punkten stagniert. Hinter Island belegen Finnland und Neuseeland die Ränge zwei und drei unter 159 untersuchten Staaten.
Deutlich verschlechtert haben sich laut Index Costa Rica, Gabun, Nepal, Papua-Neuguinea, Russland, die Seychellen, Sri Lanka, Trinidad und Tobago und Uruguay. Russland fiel vom 90. auf den 126. Platz. Dagegen verbesserten sich Estland, Frankreich, Hongkong, Japan, Jordanien, Kasachstan, Nigeria, Katar, Taiwan und die Türkei deutlich.
Der Korruptionswahrnehmungsindex der in Berlin ansässigen Organisation findet weltweit Beachtung. Er beruht vor allem auf Befragungen ausländischer Geschäftsleute, Analysten und Wissenschaftler. Aus dem Index lässt sich aber nicht herleiten, ob die Welt insgesamt mehr oder weniger korrupt geworden ist. 70 Staaten haben aber weniger als 3,0 Punkte auf der 10-Punkte-Skala erreicht, was auf ein schwerwiegendes Korruptionsproblem in diesen Ländern hin deutet. Korruption ist einer der Hauptgründe für Armut.
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