(openPR) Auch, wenn es hilfreich sein kann, im Bereich z. B. von Hauseingängen mit Spanndrähten oder Plastik - Spikes Tauben zu "vergrämen", möchten wir vor überzogener Panikmache warnen. Angst wirkt als Stressfaktor und kann sogar krank machen!
Taubenkot ist basisch und greift normalerweise Gestein und Mörtel nicht an. Dies tut allerdings in großem Ausmaß der bekannte "Saure Regen", der in wesentlich größerem Ausmaß Fassaden angreift, als es Taubenkot selbst unter ungünstigen Umständen könnte! Hier wird also nach einem Sündenbock gesucht und gefunden - mit dem sich nebenbei auch noch Geld verdienen lässt. Letzteres ist ja nicht unanständig - man sollte dabei aber immer sachlich bleiben.
Zudem stellen Tauben für den Menschen kaum eine Gesundheitsgefahr dar, wie das Bundesamt für Risikobewertung und vorher das Bundesgesundheitsamt bestätigten. Auch die "Loseblattsammlung" des Landes Niedersachsen zum Thema Stadttauben, das von der Tierärztlichen Hochschule Hannover erstellt wurde, verneint eine Bedrohung der Gesundheit durch Stadttauben. Die Krankheiten, die Tauben bekommen können, sind kaum auf den Menschen übergängig. Parasiten - sofern sie überhaupt vorhanden sind - nehmen nur dann mit Menschen vorlieb, wenn absolut keine Taube mehr erreichbar ist, also bei Tötungsaktionen. Viel "gefährlicher" sind für Menschen - andere Menschen! Ehe nun eine zweite Panik ausbricht, appellieren wir auch hier an den gesunden Menschenverstand...
Was wäre die Welt ohne andere Menschen - und ohne Tiere?
Wer sich dennoch durch Tauben gestört fühlt, sollte ruhig zu Vergrämungsmaßnahmen greifen. Aber bitte mit Augenmaß. Nicht überall sind diese nötig. Und statt Metallspikes, auf denen sich die Tiere aufspießen oder verletzen können, sollten solche aus Plastik, statt leicht zerreißbarer horizontaler Netze sollten Gitter verwendet werden. Auch Spanndrähte hindern am Absitzen.
Bitte schließen Sie keine Tiere ein, die sonst elendig verhungern!
Nicht immer sind Nester leicht erkennbar. Bitte sehen Sie zweimal nach, um den Tieren einen grausamen Tod zu ersparen!
Im Nest befindliche Jungtiere sehen oft schon erwachsen aus, können aber noch nicht allein fressen. Bitte erledigen Sie die Arbeiten zu einem Zeitpunkt, wo keine Nester mit Küken vorhanden sind! Es gibt auch Tierheime, die eventuell Jungvögel aufziehen. Diese zu töten, ist jedoch nach dem Tierschutzgesetz verboten.
Tauben sind keine Schädlinge. Sie sind Tiere, die leben möchten - wie wir auch!
***
Die Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e. V. mit Sitz in Hamburg ist ein bundesweit tätiger gemeinnütziger Tierschutzverein.
Sie setzt sich für art- und verhaltensgerechte Lebensbedingungen von Landwirtschaftlichen Nutztieren ein, indem ihre Mitglieder die aktuelle wissenschaftliche und praktische Entwicklung verfolgen, Betriebe besichtigen, an Fachtagungen teilnehmen, die Öffentlichkeit informieren und in politischen Arbeitskreisen mitwirken.
Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e. V.
Bramfelder Chaussee 302
22177 Hamburg
Tel.: 04174 - 5181
www.tierschutz-landwirtschaft.de



