(openPR) Vorhofflimmern wird bei Patienten, die sich herzchirurgischen Eingriffen unterziehen müssen, bis dato meist als ein peripheres, im Grunde harmloses Problem betrachtet. Konsekutiv steht weiterhin bei der Behandlung dieser Problematik vor allem die perioperative Frequenzkontrolle im Vordergrund, während die Induktion und Aufrechterhaltung eines Sinusrhythmus nur von untergeordnetem therapeutischem Interesse ist. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass dieser konservative Ansatz aufgrund einer deutlich erhöhten postoperativen Morbidität dem Problem nicht gerecht wird.
In der aktuellen Ausgabe von “Applied Cardiopulmonary Pathophysiology” analysieren Michael Knaut und Mitarbeiter (Herzchirurgie der Technischen Universität Dresden) den postoperativen Verlauf von Patienten mit präoperativ bestehendem lang anhaltenden Vorhofflimmern, die im Zuge einer Mitralklappenoperation additiv linksatrial rhythmuschirurgisch behandelt wurden [1]. In dieser Patientengruppe gelang es, bei über 60% der Patienten einen dauerhaften Sinusrhythmus zu etablieren. Patienten hingegen mit einem Vorhofflimmerrezidiv wiesen im Gegensatz zu der erfolgreich ablatierten Patientengruppe eine signifikant schlechtere Langzeitprognose auch in Bezug auf Mortalität auf. In Kontext anderer aktueller Arbeiten [2,3] , welche insbesondere die neurologischen Komplikationen eines weiterhin persistierenden Vorhofflimmerns belegen, unterstreichen diese wichtigen Befunde die Bedeutung eines zusätzlichen rhythmusstabilisierenden chirurgischen Verfahrens, welches konsekutiv in den Fokus herzchirurgischer Therapiekonzepte gerückt werden sollte.
Literatur:
1. Knaut et al. Applied Cardiopulm Pathophysiol 1/2012
2. Ngaage et al. Ann Thoracic Surg 2006,
3. Ngaage et al. J Thorac Cardiovasc Surg 2007







