(openPR) Wenn das Herz aus dem Takt gerät, kann das lebensbedrohliche Folgen haben. Herzrhythmusstörungen sind die zweithäufigste Herzerkrankung, an der jährlich rund 20.000 Menschen in Deutschland sterben. Gegen das Vorhofflimmern, die häufigste Herzrhythmusstörung, gibt es inzwischen verschiedene Behandlungsmethoden. Ein neues minimalinvasives Verfah-ren wird seit über einem Jahr in der Sana Herzchirurgischen Klinik Stutt-gart (SHS) erfolgreich eingesetzt.
Beim Vorhofflimmern wird die Muskulatur des Herzvorhofes in schnellem, kurzem Rhythmus erregt. Der Vorhof zuckt 300- bis 400-mal pro Minute, statt 60- bis 80-mal zu schlagen. Dadurch kann das Blut nicht mehr ausreichend gepumpt werden, wodurch die Herzfunktion um bis zu 30 Prozent vermindert sein kann. Statistisch leiden 215 von 100.000 Menschen in Deutschland unter Vorhofflattern oder Vorhofflimmern. Wobei die Häufigkeit der Erkrankung bei Männern (226) etwas höher ist als bei Frauen (204).
Bereits vor fast 20 Jahren wurde mit der „Maze-Operation“ eine Methode entwickelt, die Vorhofflimmern bei der überwiegenden Zahl der Patienten heilen kann. Beispielsweise im Rahmen einer Herzklappenoperation am offenen Herzen sorgen die Herzchirurgen dabei durch einen Schnitt ins Herzmuskelgewebe, der anschließend wieder vernäht wird, für eine Narbe, die die Reizleitung unterdrückt. Eine wesentliche Weiterentwicklung war die Einführung von Techniken, bei denen die notwendigen elektrischen Barrieren im linken Vorhof während einer Operation ohne chirurgische Schnitte mit speziellen Hitze- und Kältesonden erzeugt wurden. An der SHS wurden in den vergangenen acht Jahren rund 700 Patienten mit diesen Techniken begleitend zu herzchirurgischen Eingriffen operiert. Neben den herzchirurgischen Verfahren haben auch die Kardiologen Methoden entwickelt, die es ermöglichen, mit dem Herzkatheter durch die Blutgefäße bis in den linken Vorhof vorzudringen und dort die nötige Reizleitungsblockade zu erzeugen.
Die technische Weiterentwicklung von speziellen Sonden erlaubt es zunehmend aber auch in der Herzchirurgie mit minimalinvasiven oder endoskopischen Verfahren Patien-ten, die an Vorhofflimmern leiden, ansonsten aber herzgesund sind, ohne vollständige Öffnung des Brustkorbes zu operieren. Dazu stehen heute neue dünne und flexible Sonden zur Verfügung, die über eine Videokamera kontrolliert durch kleine Schnitte in der Brust an den linken Vorhofes herangeführt werden. Eines dieser Verfahren mit der „Cobra Adhere XL“-Sonde zur Radiofrequenzablation wird seit über einem Jahr an der SHS eingesetzt. Bisher wurden zwölf Patienten nach diesem Verfahren operiert und das Vorhofflimmern konnte bei den meisten erfolgreich behandelt werden. Das scho-nende endoskopische Vorgehen ist damit für Patienten eine Alternative, bei denen le-diglich das Vorhofflimmern behandelt werden muss und kein zusätzlicher herzchirurgi-scher Eingriff erforderlich ist.








