(openPR) Zum 53. Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes am 10. März 1959
In Tibet wird auch nach über 60 Jahren völkerrechtswidriger Besetzung durch die Volksrepublik China eine Fremdherrschaft aufrecht erhalten, durch die die nationale und kulturelle Identität des tibetischen Volkes unterdrückt wird.
Chinas Wirken in Tibet war und ist ausschließlich an den eigenen Interessen orientiert, nie an den Bedürfnissen der tibetischen Bevölkerung. So dient z.B. der Ausbau der Verkehrswege den strategischen Interessen Chinas wie dem Abtransport von Gütern und der schnellen Bewegung der chinesischen Armee, und nicht einer wirtschaftlichen Versorgung des Landes.
Jede Investition, jede Maßnahme Chinas in Tibet – von denen manche für sich genommen positiv zu sein scheint – ist eingefügt in eine Gesamtpolitik, die darauf ausgerichtet ist, die kulturelle und nationale Identität des tibetischen Volkes auszulöschen. Durch den enormen Zuzug von Chinesen nach Tibet sind Tibeter zu einer Minderheit in ihrem eigenen Land geworden. Hemmungsloser ökologischer Raubbau, Zwangsumsiedlung der Nomaden in Städte, Verbot der tibetischen Sprache als Hauptfach in Schulen, Inhaftierung von Intellektuellen und Künstlern wegen sogenannter „konterrevolutionärer Aktionen“ sind die traurige Bilanz der chinesischen Annektierungspolitik in Tibet. Unzählige Menschen verschwinden. Massenverhaftungen, brutales Eingreifen bei friedlichen Demonstrationen und massive Militärpräsenz sind allgegenwärtig.
Ein internationales Gremium zur Überprüfung der politischen Situation wird nicht zugelassen. Ausländischen Medien wird der Zugang verwehrt. Doch auch nach über 60 Jahren ringt das tibetische Volk in immer stärkerem Maße um die Erhaltung seiner Identität und um das Recht auf Selbstbestimmung. Chinas Rechnung, die Tibet-Problematik werde sich nach dem Rücktritt oder dem Tod des Dalai Lama von selbst lösen, wird nicht aufgehen, genauso wenig werden „patriotische Umerziehungsmaßnahmen“ bei Tibetern Erfolg haben.
Seit 2009 haben sich in Tibet 25 Tibeter aus Protest gegen die chinesische Herrschaft über Tibet selbst angezündet; allein 12 in diesem Jahr. Im Augenblick ihres Todes forderten sie die Rückkehr des Dalai Lama und Freiheit für die Menschen in Tibet. Obwohl die verzweifelte Lage in Tibet der Grund für die Selbstverbrennungen ist, sind sie weit mehr als "kopflose" Verzweiflungstaten. Sie sind Ausdruck aktiven und bewussten Widerstandes, getrieben von dem festen Willen, damit ein Signal für das Streben nach Freiheit an die Welt zu geben.
Tibet ist nicht China! Solange die Forderungen des tibetischen Volkes nach politischer, religiöser und kultureller Selbstbestimmung nicht erfüllt werden, wird Tibet nicht zur Ruhe kommen.











