openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Keine „einseitige Kultur des Sterbens“!

20.01.201216:55 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Keine „einseitige Kultur des Sterbens“!
Das kritische Internetportal zum Medizin-, Pflege- und Gerontopsychiatrierecht - Lutz Barth
Das kritische Internetportal zum Medizin-, Pflege- und Gerontopsychiatrierecht - Lutz Barth

(openPR) Dass der Deutsche Hospiz und Palliativverband (DHPV auf eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Politik drängt, ist zunächst für sich genommen unverdächtig, geht es doch darum, ein „Sterben in Würde“ zu ermöglichen.

Problematisch wird es allerdings, wenn die Hospizverbände einer einseitigen „Kultur des Sterbens“ das Wort reden, in der das Selbstbestimmungsrecht der schwersterkrankten und sterbenden Patientinnen und Patienten nicht hinreichend berücksichtigt wird.



Sowohl der Hospizgedanke als auch die Palliativmedizin laufen Gefahr, „entsäkularisiert“ und damit zu einer Ideologie zu werden, in der der „Lebensschutz“ dergestalt verklärt wird, als dass selbst der frei verantwortliche Sterbewunsch von den Hospiz- und Palliativverbänden im Zustande schwerster Erkrankung nicht mitgetragen wird. Hier versagen die Hospizvereine dem schwersterkrankten Patientinnen und Patienten einen letzten Akt höchster Humanität, so dass diese gehalten sind, nach Alternativen eines „würdevollen Sterbens“ zu suchen.
Sofern also auf eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Politik gedrängt wird, kann dies nur begrüßt werden, weil insofern die Hoffnung besteht, dass gerade die politisch Verantwortlichen das Selbstbestimmungsrecht der Patientinnen und Patienten ernst nehmen und ihrerseits darauf drängen werden, dass die Hospiz- und Palliativverbände nicht in einem Maße einer „Klerikalisierung“ unterzogen werden, so dass diese sich nur noch wenig von den fundamentalistischen Positionen etwa der verfassten Amtskirchen hierzulande unterscheiden. Um hier nicht missverstanden zu werden: Die klerikale Ausrichtung ist durchaus legitim, wenngleich dies aber um der Redlichkeit willen auch im öffentlichen Diskurs deutlich benannt werden muss.

Die Hospiz- und Palliativverbände leisten dem Sterbehilfetourismus Vorschub, in dem diese den „letzten Weg“ des schwersterkrankten Patienten nicht mitzugehen bereit sind, wenn und soweit er den nachhaltigen Wunsch in einen frei verantwortlichen Tod hegt und hierbei den Zeitpunkt selber bestimmen möchte. In der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen spiegeln sich Glaubensbekenntnisse wider, die zu „glauben“ ausdrücklich nach Art. 4 GG gestattet sind, gleichwohl aber nicht dazu führen, dass am Ende des sich neigenden Lebens der schwersterkrankte resp. sterbende Patient seines Selbstbestimmungsrechtes „beraubt“ wird!

Insofern bleibt zu hoffen, dass sich in der Charta gerade kein „gesellschaftlicher Konsens“ niedergeschlagen wird, denn dieser wäre geradezu fatal und er bedeutet in letzter Konsequenz der Abschied vom individuellen Sterben und eines höchstrangigen Grundrechts.

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 600877
 98

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Keine „einseitige Kultur des Sterbens“!“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von IQB - Medizin-, Pflege- und Psychiatrierecht - Lutz Barth

Bild: Wir sollen nicht sterben wollenBild: Wir sollen nicht sterben wollen
Wir sollen nicht sterben wollen
Der „Diskurs“ (?) über das frei verantwortliche Sterben eines schwersterkrankten und sterbenden Menschen ist nach wie vor nicht nur soziologisch unterbelichtet, sondern zeichnet sich insbesondere durch Glaubensbotschaften der selbsternannten „Oberethiker“ und deren „Geschwätzigkeit“ aus. „Lebensschützer“ meinen zu wissen, was die Schwersterkrankten und Sterbenden wünschen und welcher Hilfe diese am Ende ihres sich neigenden Lebens bedürfen. Mit Verlaub: Es reicht nicht zu, stets die Meinungsumfragen zu kritisieren, in denen die Mehrheit der…
Bild: Sterbehilfedebatte - Der Kreis der ethischen Überzeugungstäter ist überschaubarBild: Sterbehilfedebatte - Der Kreis der ethischen Überzeugungstäter ist überschaubar
Sterbehilfedebatte - Der Kreis der ethischen Überzeugungstäter ist überschaubar
Es scheint an der Zeit, in einer hoch emotionalisierten Debatte „Ross und Reiter“ zu benennen, die sich fortwährend um den „Lebensschutz“ scheinbar verdienstbar gemacht haben und unbeirrt auf ihrer selbst auferlegten Mission fortschreiten. Einige politisch Verantwortlichen sind gewillt, die „Sterbehilfe“ gesetzlich zu regeln und wie es scheint, besteht das Ziel in einer strikten Verbotsregelung. Auffällig ist, dass es sich um eine handverlesene Schar von Ethiker, Ärztefunktionären, freilich auch Theologen und Mediziner handelt, bei denen ber…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Kein Kompromiss zum Patientenverfügungsgesetz in Sicht?Bild: Kein Kompromiss zum Patientenverfügungsgesetz in Sicht?
Kein Kompromiss zum Patientenverfügungsgesetz in Sicht?
… die Interessensphäre der Ärzte und Pflegenden keine „ethische Botschaften“ mehr vertragen, da hierdurch der Blick für das Wesentliche eingetrübt wird. Die „Enttabuisierung des Sterbens“ kann nicht gelingen, weil es im Interesse einiger Philosophen und Ethiker liegt, eben diesen höchst individuellen und kreatürlichen Vorgang nicht zu entmythologisieren. …
Bild: Tod - kein Thema für Kinder?Bild: Tod - kein Thema für Kinder?
Tod - kein Thema für Kinder?
… für die Praxis Für LehrerInnen, ErzieherInnen, PädagogInnen, Eltern und HospizmitarbeiterInnen, sowie Interessierte, die mit Kindern und Jugendlichen zu Fragen des Lebens und Sterbens ins Gespräch kommen möchten. „Gib mir ‘n kleines bisschen Sicherheit. Die Unsicherheiten des Lebens und Sterbens teilen.“ Im deutschlandweiten Modellprojekt der Malteser …
Bild: Buchpräsentation: tot in Mitte - Spaziergänge zu Kirchen, Friedhöfen und Erinnerungsorten in Berlin-MitteBild: Buchpräsentation: tot in Mitte - Spaziergänge zu Kirchen, Friedhöfen und Erinnerungsorten in Berlin-Mitte
Buchpräsentation: tot in Mitte - Spaziergänge zu Kirchen, Friedhöfen und Erinnerungsorten in Berlin-Mitte
… mit dem be.bra verlag Begleiten Sie die Autoren auf einem virtuellen Spaziergang durch Berlins Mitte! Die Baustelle Berlin fördert fast täglich Zeugnisse vergangenen Lebens und Sterbens in der Stadt zutage. Ein Historiker und ein Palliativmediziner haben einen besonderen Stadtführer daraus gemacht. Die Entdeckung Berlins mal aus einer anderen Perspektive: …
Der neopaternalistische Ethikkurs der Bundesärztekammer ist zwingend zu stoppen
Der neopaternalistische Ethikkurs der Bundesärztekammer ist zwingend zu stoppen
… ist, ihren ethischen und damit in erster Linie neopaternalistischen Kurs durchzusetzen und in unserer Gesellschaft diesen als magna Charta einer guten und würdigen Kultur des Sterbens gleichsam anpreisen will. Es mehren sich die Stimmen all derjenigen, denen der vom Bundesministerium der Justiz zur Diskussion gestellten Entwurf eines Gesetzes zur Strafbarkeit …
10 Jahre Hospizarbeit in Darmstadt: Ja sagen zum Leben – bis zuletzt
10 Jahre Hospizarbeit in Darmstadt: Ja sagen zum Leben – bis zuletzt
… und deren Angehörigen. 10 Jahre „Ja“ sagen zum Leben – bis zuletzt. Denn wie der Gründer, Pfarrer i.R. Walter Ullrich immer sagt: „Die Zeit des Sterbens gehört für uns zum Leben, nicht zum Tod.“ Dabei unterstützen die ehrenamtlichen HospizbegleiterInnen Patienten und Angehörige darin, diesen letzten Lebensabschnitt mit all seinen Grenzerfahrungen und …
Bild: Güldene SterbKunst - Dresdner Kammerchor veröffentlicht CD mit Trauer- und Trostmusiken von Heinrich SchützBild: Güldene SterbKunst - Dresdner Kammerchor veröffentlicht CD mit Trauer- und Trostmusiken von Heinrich Schütz
Güldene SterbKunst - Dresdner Kammerchor veröffentlicht CD mit Trauer- und Trostmusiken von Heinrich Schütz
… ist nah am Leben – gerade, wenn sie das Sterben besingt. Das meint nicht nur, dass die Musik von Schütz immer auch vor dem Hintergrund massenhaften Leidens und Sterbens angesichts eines 30 Jahre wütenden Weltkrieges und der Allgegenwart tödlicher Krankheiten zu sehen und zu hören ist. Es meint vielmehr, dass sich zahlreiche Trauermusiken von Schütz auf …
Bild: Cave Patientenverfügung – auf der Suche nach den OffenbarungsquellenBild: Cave Patientenverfügung – auf der Suche nach den Offenbarungsquellen
Cave Patientenverfügung – auf der Suche nach den Offenbarungsquellen
… aufschwingen, ihre bereichspezifische Ethik von einem gelungenen Sterben vor dem Hintergrund möglicher „Leidkonzeptionen“ zur magna charta einer (neuen) „Kultur eines moralisch vertretbaren Sterbens“ zu erheben. Die beiden Autoren des Freiburger Appells – Cave Patientenverfügung, namentlich die Professoren Klie und Student, sind hiervon nicht ausgenommen, wie …
Bild: Sabine Walther: Der Arten des Sterbens sind vieleBild: Sabine Walther: Der Arten des Sterbens sind viele
Sabine Walther: Der Arten des Sterbens sind viele
Kurze Geschichten vom einfachen Leben in schwierigen ZeitenNeuerscheinung15. März 2024 „Der Arten des Sterbens sind viele“, erschienen im Februar 2024, erzählt in kurzen Geschichten vom Leben einfacher Menschen in schwierigen Zeiten. Auf 76 Seiten gibt die Autorin Sabine Walther Einblick in die Biografien ihrer Vorfahren, die sie schwebend zwischen „Fakten …
Bild: Ansichten der Natur: In Indiens Dschungel - entdecken Sie die Wunder der indischen NaturlandschaftenBild: Ansichten der Natur: In Indiens Dschungel - entdecken Sie die Wunder der indischen Naturlandschaften
Ansichten der Natur: In Indiens Dschungel - entdecken Sie die Wunder der indischen Naturlandschaften
… Der Autor lädt die Leser auf eine Reise der besonderen Art ein. Neben den Reisebetrachtungen macht sich Nies auf die Spur nach dem Woher und Wohin des Lebens und Sterbens auf - ohne jemals den Wert von Ironie und Witz zu vergessen. Diese perfekte Mischung macht "Ansichten der Natur - In Indiens Dschungel" zu einer unterhaltsamen und bereichernden Lektüre …
Bild: CAVE „Freiburger Appell“ - Die drohende Erosion des Rechts auf SelbstbestimmungBild: CAVE „Freiburger Appell“ - Die drohende Erosion des Rechts auf Selbstbestimmung
CAVE „Freiburger Appell“ - Die drohende Erosion des Rechts auf Selbstbestimmung
… aufschwingen, ihre bereichspezifische Ethik von einem gelungenen Sterben vor dem Hintergrund möglicher „Leidkonzeptionen“ zur magna charta einer (neuen) „Kultur eines moralisch vertretbaren Sterbens“ zu erheben. Die beiden Autoren des Freiburger Appells, namentlich die Professoren Klie und Student, sind hiervon nicht ausgenommen, wie in einem nach wie …
Sie lesen gerade: Keine „einseitige Kultur des Sterbens“!