(openPR) Die unendliche Geschichte der Filmfonds – zwischen Hollywood und Münchner Finanzamt
Erfurt, 10. Januar 2012. „Es ist kein Ende in Sachen Film- und Medienfonds abzusehen“, beschreibt Claudia Lunderstedt-Georgi, Geschäftsführerin des DVS Deutschen Verbraucherschutzrings e.V. (Erfurt) die aktuelle Situation für die Anleger der Filmfonds der Hannover Leasing GmbH & Co. KG aus Pullach. Nachdem das Finanzamt im vergangenen Jahr für acht von 14 Medienfonds rückwirkend alle Steuervorteile aberkannt hat, drohen den über 7.000 Anlegern erhebliche Steuernachforderungen. Immerhin geht es um Verlustzuweisungen in Höhe von rund 1 Mrd. Euro. „Die Hiobsbotschaften nehmen keine Ende“, kommentiert die DVS-Geschäftsführerin die Lage.
Und die Lage scheint verworren genug zu sein. Insbesondere seit die Steuerfahndung angeblich belegen kann, dass die Anlegergelder nicht in die Produktion von Filmen geflossen sind, sondern in einer „verdeckten Festgeldanlage“ gelandet seien. Diese „Scheingeschäfte“ seien nach Meinung der Finanzbehörden von Anfang an geplant gewesen und belegen, dass das Filmgeschäft ohne eine Gewinnerzielungsabsicht betrieben worden war. Das sehen die Verantwortlichen von Hannover Leasing und deren Konzernmutter, die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), naturgemäß anders und bestreiten die Auffassung der Finanzbehörden.
Doch egal wer nun Recht hat, es wird vermutlich noch viel Zeit ins Land gehen, bis die Gerichte – und letztendlich vermutlich die Richter des Bundesfinanzhofs – entschieden haben, ob die Anlagemodelle der Medienfonds mit dem damaligen gültigen Steuerrecht zu vereinbaren waren oder nicht. „Geld verdienen und nebenbei noch Steuern sparen lässt sich offensichtlich nicht verwirklichen. Zumindest nicht in den Augen des Finanzamts“, meint die DVS-Geschäftsführerin.
Sollte das Finanzamt Recht behalten, sind möglicherweise weitere Fonds der Hannover Leasing und weiterer Emissionshäuser betroffen, befürchtet Claudia Lunderstedt-Georgi. Immerhin sollen über 70.000 Anleger zwischen 1997 und 2005 mehrere Milliarden Euro in Filmfonds gesteckt haben, nicht nur bei Hannover Leasing. Zu Spitzenzeiten wurde jeder fünfte Hollywood-Streifen mit dem Geld der deutschen Anleger produziert. Dabei gehören sowohl Kino-Meisterwerke, als auch zahlreiche Film-Flops zur Leistungsbilanz der Fonds. „Stupid German Money“ war deshalb auch einst ein geflügeltes Wort in Hollywood.
Geschädigte Anleger können sich an den DVS Deutscher Verbraucherschutzring e.V. wenden
Der Deutsche Verbraucherschutzring e.V. (Erfurt) hat für die Fondsanleger eine Arbeitsgemeinschaft „Hannover Leasing“ gegründet. Geschädigte Anleger können sich der DVS-Arbeitsgemeinschaft anschließen. Die Aufnahme in diese DVS-Arbeitsgemeinschaft kostet lediglich eine einmalige Aufnahmegebühr in Höhe von 59,50 Euro (inkl. MwSt.). Die Mitglieder einer DVS-Arbeitsgruppe erhalten eine professionelle Einschätzung (Erstbewertung) ihres Falles bzw. ihrer Unterlagen durch einen DVS-Vertrauensanwalt.
Weitere Informationen unter www.dvs-ev.net








