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Elefantenpfleger in Lebensgefahr - der vertuschte Skandal in deutschen Zoos

05.01.201214:57 UhrVereine & Verbände

(openPR) Elefanten-Schutz Europa fordert den „Geschützten Kontakt“ beim Umgang mit Elefanten

Dresden, April 2010: Die Tierpflegerin Petra S. wird von einem 4-jährigen Elefanten angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Magdeburg, September 2011: Elefantenkuh „Birma“, die seit 38 Jahren im Zoo lebt, verletzt einen Tierpfleger. Augsburg, Oktober 2011: Elefantin „Sabi“ drückt einen erfahrenen Tierpfleger an eine Wand und verletzt ihn so schwer, dass er wochenlang im Krankenhaus liegt.



Glaubt man den Verantwortlichen der betroffenen Zoos, handelt es sich um bedauerliche Einzelfälle, unvorhersehbar und daher unvermeidbar. Doch die Wahrheit sieht anders aus: Es sind nur die aktuellsten deutschen Vorfälle einer Serie schwerer und schwerster Unfälle mit Elefanten in Zoos auf der ganzen Welt, die jedes Jahr Verletzte und Tote fordert. So starben allein seit dem Jahr 2000 in europäischen und US-amerikanischen Zoos 12 Pfleger; weitere Attacken mit tödlichem Ausgang gab es in Zirkussen in Australien, den USA sowie mehreren asiatischen Staaten. In Zoos der USA sind insgesamt 234 Vorfälle mit 22 Toten und 204 Verletzten belegt; in Deutschland mindestens 92 Vorfälle mit 12 Toten und 51 Verletzten. Von den 27 deutschen Zoos, die derzeit Elefanten halten, hatten mit 15 mehr als die Hälfte seit 1990 mindestens einen, oft sogar mehrere schwere Zwischenfälle mit Elefanten. Und die Dunkelziffer ist hoch. Zudem wird ein Elefant, der einmal den Respekt vor Menschen verloren hat, häufig immer wieder aggressiv. Die schwere Attacke steht oft am Ende einer ganzen Serie von Zwischenfällen, die verharmlost, verschwiegen und vertuscht wurden. Auch in den Zoos von Dresden, Magdeburg und Augsburg kann niemand behaupten, von der Gefahr durch Elefanten völlig unvorbereitet überrascht worden zu sein, denn in allen drei Zoos haben sich bereits schwere Zwischenfälle ereignet. In allen Fällen musste der betroffene Elefant in einen anderen Zoo umziehen. Das ändert allerdings an dem Problem nichts, solange das Haltungssystem nicht geändert wird: Der nächste aggressive Elefant kommt bestimmt.

Bei fast allen Zwischenfällen basiert das Verhältnis von Mensch und Elefant auf einem System des ungeschützten, sog. „Direkten Kontaktes“. In diesem herkömmlichen Haltungssystem, das bis heute in 22 der 27 deutschen Zoos mit Elefanten angewendet wird, wird das Wildtier Elefant gemäß der asiatischen Tradition wie ein Haustier behandelt. „Unfälle“ sind oft nichts anderes als ein Aufbegehren von Elefanten, die es satt haben, sich vom Menschen herumkommandieren zu lassen. Was jedoch nur selten zur Sprache kommt: Zur guten Elefantenpflege ist dies überhaupt nicht erforderlich! Denn es gibt eine Alternative: Geschützter Kontakt! Im „Geschützten Kontakt“ sind Mensch und Tier wie bei allen anderen gefährlichen Wildtieren im Zoo räumlich immer getrennt. Auf Belohnungsbasis wird Elefanten beigebracht, sich durch ein Gitter pflegen zu lassen. Strafen gibt es nicht. Diese Methode gewährleistet hohe Pflegequalität und Sicherheit der Tierpfleger zugleich. Erfahrungen in vielen Zoos beweisen, dass dies hervorragend funktioniert, auch wenn sich gerade die Pfleger zunächst oft gegen das ungewohnte System sträuben. „Geschützter Kontakt“ kann auch in alten Elefantenhäusern praktiziert werden, erfordert allerdings den Umbau der Tore. Europaweit praktizieren bereits 70% aller Zoos mit Elefantenhaltung „Geschützten Kontakt“. Die nordamerikanische Zoovereinigung „AZA“ verkündete im August 2011, dass alle Mitgliedszoos so schnell wie möglich das Elefantenmanagement entsprechend umstellen sollen, um die Sicherheit der Tierpfleger zu gewährleisten.

Doch die meisten deutschen Zoos pflegen lieber den Mythos vom „sanften Riesen“, anstatt aus der Tatsache, dass Elefanten gefährliche Wildtiere sind, Konsequenzen zu ziehen. Dabei wird „Geschützter Kontakt“ in allen deutschen Zoos, die einen erwachsenen Elefantenbullen halten, bereits praktiziert – aber jeweils nur für den Bullen! Dass Elefantenkühe und Bullkälber schon ab dem Alter von 2 Jahren ebenso gefährlich werden können wie erwachsene Elefantenbullen, will in den „wissenschaftlich geleiteten“ deutschen Zoos kaum jemand wahrhaben. Dabei werden ca. 80% aller Unfälle mit Zooelefanten von Elefantenkühen verursacht. Angesichts der horrenden Unfallzahlen und gerade auch der jüngsten Vorfälle kann aber niemand mehr behaupten, die tödliche Gefahr, in die sich Elefantenpfleger täglich begeben, sei unvorhersehbar. Wenn erfahrene Pfleger einschätzen könnten, ob bzw. wann ein vermeintlich gutmütiger Elefant gefährlich wird, gäbe es die drei schweren Unfälle 2010-2011 nicht! Es stellt eine unverantwortliche Fürsorgepflichtverletzung dar, dass Zoodirektoren diese Gefahr immer noch ignorieren und es unterlassen, sichere Arbeitsbedingungen für ihre Angestellten zu schaffen. Diese Fahrlässigkeit im Umgang mit Gesundheit und Leben von Elefantenpflegern bedingt aber, dass im Falle eines „Unfalls“ nicht nur ein tragisches Ereignis vorliegt, sondern neben Schadensersatzforderungen der Opfer auch Straftaten im Raum stehen: Fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung.

„Daher fordert der Verein Elefanten-Schutz Europa die Zoos auf, den „Geschützten Kontakt“ für alle ihre Elefanten – also auch für Elefantenkühe – anzuwenden“, so Jürgen Schilfarth und Olaf Töffels vom Vorstand des Vereins.

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