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Die Entwicklung der Renditen italienischer Staatsanleihen kann man wohl getrost als Panik bezeichnen

Bild: Die Entwicklung der Renditen italienischer Staatsanleihen kann man wohl getrost als Panik bezeichnen
actior AG - Hamburg
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(openPR) Noch zu Beginn der Woche stand Griechenland im Fokus der Märkte. Die Gemeinschaftswährung begann die Handelswoche im Bereich 1,38 und bekam Auftrieb, nachdem Papandreou unter Druck der maßgeblichen EU-Verantwortlichen das gepante Referendum absagte. Doch der Fokus verschob sich schnell auf Italien und die Frage, ob Berlusconi zurücktreten würde. Nachdem der "cavaliere" zunächst die Abstimmung über das Budget ohne eigene Mehrheit überstanden hatte, folgte am Dienstag abend die Ankündigung seines Rücktritts, die den Euro noch einmal bis in den Widerstandsbereich 1,3850/60 hievte. Doch auf diesem Niveau war die Gemeinschaftswährung nun bereits mehrfach gescheitert, und vieles sprach dafür, daß der angekündigte Rücktritt etwas Beruhigung bringen würde. Doch das Gegenteil war der Fall: am Mittwoch explodierten die Renditen italienischer Staatsanleihen über 7%, ein Niveau, das schon Griechenland und Irland in die Knie gezwungen hatte. Offensichtlich war den Marktteilnehmern aufgefallen, daß ein schlechter Ministerpräsident besser ist als das permanente Chaos permanenter Regierungswechsel, das Italien jahrelang heimgesucht hatte. Der Euro fiel am Mittwoch massiv bis knapp über 1,35, am Donnerstag markierte er sein Wochentief knapp über 1,3480. Das später widerlegte Gerücht, daß die EZB ein Dringlichkeitstreffen einberufen werde, sorgte dann für eine wundersame Erholung, die den Euro zunächst bis zur ehemaligen Unterstützung bei 1,3650 ansteigen ließ. Am Freitag schloß der Euro deutlich über 1,37.



Die Entwicklung der Renditen italienischer Staatsanleihen kann man wohl getrost als Panik bezeichnen. Ein wichtiger Grund für die Explosion der Renditen dürfte der vom EU-Gipfel beschlossene, "freiwillige" haircut Griechenlands sein. Damit werden im Grunde die Credit Default Swaps (Kreditausfallversicherungen) auf Staatsanleihen entwertet, was ein Investment in Anleihen der PIGS-Staaten noch riskanter macht. Da blieb vielen institutionellen Investoren offensichtlich nur noch die Option, die im Depot befindlichen Anleihen abzustoßen, was dann die Explosion der Renditen italienischer Staatsanleihen erklärt. Bezeichnenderweise sinken seit dem EU-Gipfel auch die Prämien für diese CDS: wer schließt schon eine Branschutzversicherung ab, wenn dann der Versicherer sagen kann, daß der Brand ja "freiwillig" gelegt wurde und man daher den Schaden nicht bezahle! Grundsätzlich muß man sich aber auch fragen, welchen Sinn es etwa macht, ein CDS auf Deutschland abzuschließen - wenn die größte Ökonomie Europas ihre Schulden nicht mehr bezahlen kann, gehen ohnehin die Lichter aus, die der Banken sowieso - das ist dann etwa so erfolgreich, wie ein Short-Zertifikat auf den Dax vom Emittenten Lehman Brothers in 2008!

Wir bleiben bei unserer Auffassung, daß der Euro seinen Weg Richtung Süden fortsetzen wird, trotz der Erholung gegen Ende der Vorwoche. In Italien wechselt zwar der Ministerpräsident, nicht aber die Problemlage; wenn das Land jetzt drastisch spart, würgt es die Konjunktur ähnlich ab wie in Griechenland. Wir gehen davon aus, daß der Euro wieder zeitnah unter die 1,3650 fällt und dann auch das Tief der Vorwoche (1,3480) unterbieten wird. Auf der Oberseite wartet bei 1,38 sowie 1,3850/60 ein kaum zu überwindender Widerstand.



Unter dem Strich nur wenig verändert beendete der Dax die letzte Handelswoche, doch verlief der Handel alles andere als langweilig. Der Index begann am Montag bei 6000 Punkten und stieg, nach einem kurzen Rücksetzer bis zum Unterstützungsbereich 5830, bis Dienstag kontinuierlich an, ohne jedoch den Widerstand bei 6100/6110 Punkten zu erreichen. Am Mittwoch folgt dann ein drastischer Abverkauf infolge der dramatisch gestiegenen Renditen italienischer Anleihen. Am Donnerstag morgen öffnete der Dax mit einem Abwärtsgap unter die zentrale Unterstützung bei 5750 und generierte so ein glasklares Verkaufssignal - doch dann kam das Gerücht auf, die EZB werde ein "emergency meeting" abhalten, um letztlich in gigantischem Maßstab italienische und spanische Anleihen zu kaufen. Das war zwar von Anfang an eher unwahrscheinlich, doch kümmern sich die Märkte gelegentlich nicht allzu sehr um Wahrscheinlichkeiten und schossen nach oben - den High-frequency-Computern sei Dank, die auf den fahrenden Zug aufsprangen. Der Dax stieg bis 5940 Punkte, nach einem intraday-Rücksetzer kam dann am Freitag die nächste Ralley unter dünnsten Umsätzen (Veteran´s Day in den USA). Am heutigen Montag schien der Dax dann zunächst den Widerstand 6100/6110 überwinden zu können, doch sorgten die wieder nach oben gehenden Renditen italienischer und spanischer Anleihen für ein schnelles Ende der Euphorie.

Wer den Dax handelt (das gilt auch für Euro-Dollar), muß derzeit die 10-jährige italienischen Anleihe im Blick behalten, die als Future gehandelt wird (Kürzel des aktuellen Dezember-Kontrakts: FBTPZ1). Fällt dieser Future, steigen die Risikoprämien auf die Anleihen, was den Dax derzeit regelmäßig unter Druck bringt. Noch steht also Italien im Vordergrund, doch gehen wir davon aus, daß auch Frankreich zeitnah in den Fokus geraten wird - die Krise, so werden wir ja nicht müde zu betonen, wird sich von der Peripherie ins Zentrum Europas fressen, und da ist Frankreich das schwächste Glied. Einen Vorgeschmack darauf hat in der letzten Woche schon der "Computerfehler" bei S&P gebracht, als das Institut Frankreich downgegraded hat, um sich dann kurz darauf zu korrigieren. Man kann darüber spekulieren, wie ein solcher Fehler zustande kommt, aber daß "fälschlicherweise" Frankreich abgestuft wurde, dürfte kein Zufall sein.

Der zweite Fokus richtet sich auf den Bankensektor. Heute hat Ackermann prognostiziert, daß für die Banken eine schwierige Dekade angebrochen sei, insbesondere dann, wenn die Eigenkaptalanforderungen steigen. Und tatsächlich läuft die Entwicklung derzeit darauf hinaus, daß die Banken weniger Kredite vergeben werden, weil sie das Cash selbst benötigen. Das ist grundsätzlich deflationär, und es ist schwer vorstellbar, daß der Dax mittelfristig in einem solchen Umfeld eine Hausse absolviert. George Soros hat in der Welt am Sonntag den Vorschlag gemacht, gleich die Banken zu stützen, weil nur so die Krise in den Griff zu bekommen sei. Das widerspricht zwar der deutschen Heilslehre, ist aber vermutlich die einzige Chance, die Krise wirklich einzudämmen.

Solange der Dax an der 6100er-Marke scheitert, ist das Risko auf der Unterseite erheblich. Ähnlich wie bei Euro-Dollar zeichnet sich eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation ab, die mit Unterschreiten der Nackenlinie bei 5750 aktiviert würde. Ziel wäre dann mindestens 5500. Auf der Oberseite brächte der nachhaltige Bruch der 6100er-Zone noch einmal Luft bis 6400.


Schreibt Herr Fugmann von der

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