(openPR) Die Welt gehört den Extrovertierten, jenen, denen es leicht fällt, vor anderen zu reden, die gerne im Mittelpunkt stehen und Entscheidungen im eigenen Interesse forcieren. Das passende Sprichwort lautet: „Wer entscheidet? Die Lauten und die Schnellen!“
Was tun, wenn es einem schwer fällt, im Meeting mitzureden und man miterleben muss, wie andere die Lorbeeren einheimsen? Viele Ruhige ergeben sich dem Schicksal. Sie finden sich mit einem beruflichen Leben im Schatten ab. Anstatt zu Führungskräften zu reifen, machen sie es sich in der zweiten Reihe bequem. Selten wagen sie sich an die kommunikative Front, wenn doch, gehen sie ein Risiko ein. Die mangelnde Erfahrung macht sie verletzbar für die unvermeidlichen Attacken der Alphatiere. Wer sich aus seinem Schneckenhaus wagt, riskiert „eines auf die Mütze“ zu bekommen. Er lernt, dass eben doch kein Kraut gegen die eigene Unsicherheit gewachsen ist.
Doch das ist falsch. Soziale Kompetenz ist teilweise gelernt. Der Schüchterne schützt sich. Seine Zurückhaltung bewahrt ihn vor Ablehnung und Aggression. Er steigt nicht in die Bütt und wird nicht öffentlich ausgelacht. Er verpasst aber auch die Chance, zu lernen. Die Möglichkeit, sich neu zu erfahren, bleibt ungenutzt. Ein leises Sterben von Möglichkeiten in der Komfortzone.
Es war einmal sinnvoll, sich tot zu stellen. Verbrannte Kinder meiden das Feuer. In den Lebensmärchen vieler Schüchterner finden sich Erinnerungen von Bloßstellung und Ablehnung. Sie sind noch im Rückblick so schmerzhaft, dass eine Wiederholung mit allen Mitteln vermieden wird.
Aber wer vermeidet, kann nicht lernen. Damit Veränderung geschehen kann, gibt es geschützte Übungsräume. Piloten üben an Flugsimulatoren. Ärzte operieren an Schweinebäuchen. Es ist gut für die Motivation, in einem Rahmen zu lernen, der Fehler toleriert. Für Schüchterne ist das das Gruppentraining sozialer Kompetenz. Das Training kombiniert funktionales Denken, Entspannung und Video-Feedback.
Die Teilnehmer lernen, sich durch motivierende Gedanken in eine positive Stimmung zu versetzen. Anstatt darüber nachzudenken, was alles schief gehen könnte, machen sie sich Mut: „Ich kann es schaffen. Ich kann mich schrittweise verbessern. Frisch gewagt ist halb gewonnen.“ Wer so denkt, der entspannt mental und körperlich.
Da der Mensch ein ganzheitliches Wesen ist, macht es Sinn diese Entspannung physiologisch zu verstärken. Zen-Meister wissen: „Wenn der Körper entspannt, entspannt sich auch der Geist.“ Damit die Adepten locker bleiben, entspannen sie sich vor dem Rollenspiel mit Progressiver Muskelrelaxation. Das ist eine wissenschaftlich getestete Methode, um Körper und Geist durch gezieltes An- und Entspannen von Muskelpartien zu entkrampfen.
Das Videofeedback bildet die dritte Lernsäule. Die Rollenspielsituationen stammen aus dem Leben. Es geht zum Beispiel darum, einen reservierten Platz in der Bahn in Anspruch zu nehmen, dem Partner zu sagen, dass man lieber nicht mit zu den Bekannten gehen möchte oder auf einer Party einen Fremden anzusprechen. Im Rollenspiel spüren die Teilnehmer wie es ist, innere Grenzen zu überschreiten. Sie erkennen, dass die Unsicherheit kontrolliert, gebändigt und überwunden werden kann.
Durch Videoaufzeichnungen lernen sie, welche Verhaltensweisen die gewünschte Reaktion auslösen. Die Körpersprache ist oft entscheidend. Die Form prägt den Inhalt. Indem man lernt, selbstbewusst aufzutreten, wächst das Selbstvertrauen. Oft ist es verblüffend wie minimale Veränderungen in Stimme und Körperhaltung durchschlagende Effekte erzielen können. Das Videofeedback weist den Weg zu innerer Stärke.
In dem Vortrag „Soziale Kompetenz lernen“ am 18.08.2011, um 19.00 Uhr, im Haus der Psychologie in Berlin Mitte, stellt Dipl.-Psych. Thomas Lang den Ansatz des Gruppentrainings sozialer Kompetenz anschaulich vor. Der Abend gehört den Introvertierten. Vielleicht auch die Zukunft…
Nähere Informationen finden sich auf www.innerestaerke.com











