(openPR) 30 Mio. EU-Bürger ohne Giro-Konto
Es gibt Überlegungen in der EU-Kommission, europäische Banken zur Kontenvergabe zu verpflichten. Nach Medienmitteilungen will der EU-Binnemarktkommissar Michel Barnier Banken dafür noch bis nächstes Jahr Zeit geben, auf freiwilliger Basis ein entsprechendes Angebot einzurichten.
Die Experten aus der Krisenberatung von WELWERT.de Managementberater begrüßen diesen Vorstoß auf EU-Ebene, kritisieren jedoch gleichzeitig diese längst überfällige Überlegung als zu lasch.
Wiederholt wird der "systemrelevanten" Branche - noch vor Kurzem mit unvorstellbaren Summen in Aberbillionen Euro und anderen Währungen weltweit nach selbstverschuldeten Crash-Gefahren gestützt - das durch Regierungen gesicherte Vertrauen überlassen, genau dieser systemrelevanten Verpflichtung auch nachzukommen.
Denn Systemrelevanz heißt auch, jedem Bürger die Teilhabe am Leben zu ermöglichen - und ohne Konto geht dies nur unter erschwerten, deutlich verteuerten Konditionen und macht es den Betroffenen schier unmöglich, auf machbaren und auch kostenmäßig vertretbaren Weg am (Wirtschafts-)Leben teilzunehmen.
Systemrelevanz heißt weiterhin, dass es eine (nicht gesetzlich umschriebene) Verpflichtung der Finanzinstitute gibt, ihrem originären Geschäft nachzugehen, in dem sie das Volk und insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen des Mittelstands mit Krediten zu angemessenen Konditionen zu versorgen haben.
Den Banken ist dafür in der Vergangenheit viel zu viel "lange Leine" gegeben worden. Es ist dringend an der Zeit, viel eingreifendere und schnellere Maßnahmen zu ergreifen. Denn den Bonus der Freiwilligkeit haben - zumindest in Deutschland - die Banken doch längst verspielt:
- die vor 15 Jahren geführte Diskussion zum "Jedermannkonto" führte lediglich zu einer Empfehlung des Zentralen Kreditausschusses. In der Folge konnten wir anhand unzähliger konkreter Beispiele erfahren, dass Banken aller Couleur mit den billigsten Methoden versucht haben, sich dieser moralischen Verpflichtung zu entziehen
- das viel später geschaffene "P-Konto" entpuppte sich als Farce. Nach Mitteilungen von uns beratener Personen in schwieriger Lage, wurden trotz des Siegels "Pfändungsfrei" Gelder teilweise wochenlang blockiert und erst durch die Anrufung von Gerichten "freigemacht". Außerdem beklagten sich Mandanten über deutlich überhöhte Gebühren
- das durch die Finanzindustrie in Eigenregie (jedoch auf politischen Druck) geschaffene Regelwerk von Basel I, dann Basel II und demnächst Basel III führt in der Regel zu deutlich erschwerter Kreditaufnahme gerade der kleinen und mitlleren Unternehmen mit dem durch die Kreditbranche gewünschten Risikoabwälzung auf die Kunden. Dadurch ist zu Gunsten der Banken ein marktwirtschaftliches Ungleichgewicht eingetreten. Denn den UnternehmerInnen stehen deratige Risikoabwälzungen im eigenen Geschäft selten zur Verfügung
- auch diese Risikoabwälzung trug unseres Erachtens wesentlich zur internationalen Finanzkrise bei: denn u.a. wurden dadurch bei den Instituten die notwendigen Ressourcen zu den kriminellen Geschäften erst möglich.
Die EU ist also gut daran beraten, zum Wohle der Wirtschaft und der Bürger schnelle und eingreifende Maßnahmen zur Regulierung der "systemrelevanten" Branche zu schaffen und umzusetzen.
Damit wir wissen, wofür alle Bürger diese unvorstellbaren Abermillionen zur Stützung der Branche aufbringen müssen.













