(openPR) Die deutschen Verbraucher reagieren insgesamt zwar gelassen auf das Thema EHEC, aber das Vertrauen in Lebensmittelproduzenten und Politik wird durch den Skandal erneut untergraben. Ebenso zeigt sich, dass Frauen und Männer unterschiedlich mit EHEC umgehen. Dies belegt eine aktuelle Studie von ODC Services und Q | Agentur für Forschung. Für die Studie wurden über 1.600 Bundesbürger befragt und parallel ca.7000 Websites in den Social Media analysiert.
Befragung wie auch Social Media-Analyse zeigen, dass die deutschen Verbraucher das Thema insgesamt gelassen sehen. Die Hälfte der Befragten ist überzeugt, dass die Medien übertreiben und alles nur halb so schlimm ist. Dass EHEC bisher vor allem ein Thema der Medien ist, offenbart auch der Blick auf die Beiträge und Diskussionen in Internet. Während sich auf den redaktionell geführten Onlineseiten wie spiegel.de oder stern.de mehr als 2200 Beiträge zu EHEC finden, gibt es auf Seiten mit stärker nutzergeneriertem Inhalt wie Blogs oder Kommentaren nur ca. 500 Beiträge. Die Diskussion zu EHEC findet dabei vor allem auf Seiten rund ums Thema Gesundheit, Frauen oder Ernährung, wie z.B. Focus Gesundheit oder netdoktor.de statt, während sich auf Verbraucherseiten wie oekotest.de bisher kaum Debatten entwickelt haben.
Die Analyse von ODC und Q legt auch offen, wie sich die Einstellungen zu EHEC zwischen Frauen und Männern unterscheiden. Während sich laut Befragung nur 18% der Männer sehr stark für die Berichterstattung über EHEC interessieren, sind es bei den Frauen immerhin 26%. Ebenso geben nur 9% der Männer bei der Befragung an, sehr stark beunruhigt zu sein, während es bei den Frauen 16% sind. Damit übereinstimmend tauschen sich in den Social Media insbesondere Frauen über EHEC aus. Die relevantesten Themen konzentrieren sich hier auf Fragen nach der Gefahr einer weiteren Ausbreitung und darauf, wie man sich selbst und seine Familie vor EHEC schützt.
Auch im Umgang mit EHEC im Lebensalltag zeigen sich Geschlechterunterschiede. Während 74% der Frauen angeben, in Folge von EHEC etwas an ihren Gewohnheiten zu ändern, sind es unter den befragten Männern nur 59%.
Insgesamt haben zwei Drittel aller Befragten (67%) bereits ihre Einkaufs- und Ernährungs-gewohnheiten geändert, wobei der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel (36%) und die genauere Prüfung des Herkunftslandes (35%) zu den wichtigsten Maßnahmen gehören.
In der Netzöffentlichkeit spiegelt sich dies in einer Vielzahl von Beiträgen und Kommentaren wider, in denen sich Verbraucher zunehmend die Frage stellen, wie sicher Lebensmittel überhaupt noch sind. Eine Blog-Kommentatorin etwa stellt konsterniert fest, dass ihr durch EHEC „heute selbst die Freude an Bio genommen“ wird. Auch in der Befragung stimmen dementsprechend 33% der Aussage voll und ganz zu, dass man selbst Bioprodukte nicht mehr bedenkenlos essen kann.
Damit zeichnet sich bei deutschen Verbrauchern ein weiterer Vertrauensverlust in Politik und Wirtschaft durch EHEC ab: 34% der Befragten sind überzeugt, dass man den Aussagen der Lebensmittelindustrie nicht mehr trauen kann, 53% sind sogar der Ansicht, dass der Gesetzgeber deutsche Verbraucher nicht ausreichend vor ungesunden Lebensmitteln schützt.
Der Blick in die Social Media zeigt dagegen, dass sich die politische Netzgemeinde selbst sich bisher so gut wie gar nicht dafür zu interessieren scheint, EHEC als Thema aufzugreifen. Gerade einmal 79 Beiträge aus der politischen Blogosphäre –egal ob links, grün, rot, konservativ oder liberal – beschäftigen sich mit EHEC.







