(openPR) Freiburg, 13.05.2011: Nach der neuen Regierung in Baden-Württemberg zieht jetzt auch Rheinland-Pfalz nach: Beide Regierungen haben in ihren Koalitionsverträgen eine Zertifizie-rung nach den Richtlinien des FSC vereinbart.
Damit berücksichtigen die Landesregierungen stärker als bisher naturschutzfachliche und soziale Aspekte sowie den Bürgerwillen an verantwortungsvolle Waldwirtschaft. Sorgen doch bei der Entwicklung der Standards alle großen Umweltverbände und Gewerkschaften dafür, dass Waldwirtschaft nach FSC viel mehr als die Nutzung des Rohstoffs Holz ist.
Mit der Zertifizierung des Landeswaldes kommen in Baden-Württemberg 330.000 Hektar und in Rheinland-Pfalz 195.000 Hektar Wald zur FSC-zertifizierten Waldfläche hinzu. Die beiden Länder reihen sich mit dieser Entscheidung in die Liste der bereits FSC-zertifizierten Landesforsten in Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein, Saarland und Nordrhein-Westfalen ein.
Durch die FSC-Zertifizierung wird dann auch in diesen beiden Bundesländern zukünftig der Pestizideinsatz grundsätzlich verboten sein, Kahlschläge gehören der Geschichte an, es wird zunehmend mit heimischen Baumarten gearbeitet werden. Der Anbau fremdländischer Baumarten wird stärker reglementiert und kontrolliert. Die Bewirtschaftungsplanung des Landeswaldes wird jedem Bürger zugänglich sein. Der Artenschutz gewinnt an Bedeutung und zusätzliche Areale für Schutzflächen werden aus der Bewirtschaftung genommen.
Aber auch soziale Aspekte werden gestärkt, so Volker Diefenbach, Vorsitzender der Bundesvertretung Forst und Naturschutz der IG BAU: „FSC ist das einzige Zertifizierungssystem im Wald, dass soziale Standards wie Arbeitsschutz, angemessene Ausbildung und tarifliche Entlohnung der Waldarbeiter sicher stellt. Dass FSC jetzt auch in Rheinland-Pfalz umgesetzt wird, ist gut für die Beschäftigten im Wald.“
Die FSC-Zertifizierung ist aber nicht nur eine gute Nachricht für Naturschutzinteressierte und Sozialverbände, sondern auch für den zukünftigen Finanzminister, lassen sich doch durch den Verkauf von FSC-Holz gegenüber Holz aus konventioneller Forstwirtschaft Mehrpreise erzielen, die die Zertifizierungskosten schnell decken.
Viele Kommunen in Rheinland-Pfalz nutzen bereits die Chance sich mit einer FSC-Zertifizierung und der damit verbundenen Kontrolle durch Dritte öffentlichkeitswirksam eine vorbildliche Waldbewirtschaftung bescheinigen zu lassen. Jetzt zieht der Landeswald endlich nach.








