(openPR) Studien der Universität Marburg ergaben, dass Kinder und Jugendliche heutzutage weniger an Karies leiden als in den 90er-Jahren. Dies liegt neben einem immer stärkeren Bewusstsein der Eltern für gesunde Ernährung auch an ausgeprägteren Prophylaxemöglichkeiten seitens der Kinderzahnärzte. „Unser Schwerpunkt liegt nicht in der Behandlung von Zahnerkrankungen beim Nachwuchs, sondern darin, die Entstehung zu verhindern“, erklärt Dr. med. dent. Yvonne Knyhala, Fachärztin für Kinder- und Jugendzahnmedizin der Kinderzahnarztpraxis Oppspring. Denn nur wenn die Kleinen von Beginn an lernen, ihre Zähne zu pflegen, bleiben sie bin ins hohe Alter erhalten.
Verschiedene Bausteine
Prophylaxe bei Kinderzähnen setzt sich dabei aus verschiedenen Komponenten zusammen: Hierzu zählen eine professionelle Zahnreinigung, die Fluoridisierung und Versiegelung der Zähne sowie Speicheltests zur Ermittlung des individuellen Kariesrisikos. Aber auch das Heranführen und Motivieren der Kinder zur Pflege der eigenen Zähne gehört dazu. „Zusätzlich erarbeiten wir mit Eltern und Kind Ernährungspläne und werten das individuelle Essverhalten aus“, ergänzt Dr. Knyhala. Einen weiteren Baustein der Sitzungen, die zweimal jährlich stattfinden sollten, stellt das Überprüfen der Putztechnik dar. Denn eine stetige Kontrolle und gegebenenfalls Korrektur hilft, Zahnerkrankungen zu vermeiden. „Spätestens mit zweieinhalb Jahren ist das Milchzahngebiss vollständig entwickelt, ab diesem Zeitpunkt sollte der erste Kontrollbesuch definitiv stattfinden“, ergänzt die Expertin für Kinderzahnpflege. In jedem Fall gilt, dass sich Kinder zunächst sanft an die fremde Umgebung gewöhnen sollten, damit sie diese nicht von Beginn an mit schmerzhaften Behandlungen in Verbindung bringen.
Lösungen im Ernstfall
Weist der Milchzahn doch bereits erste Defekte auf, gilt es, möglichst viel der Zahnsubstanz zu erhalten. Neben neuesten Füllmaterialien, die kein Amalgam mehr enthalten, runden erprobte Methoden wie Lasertechnik die Kariestherapie und -diagnostik ab. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, das Fortschreiten der Karies mit einem Chlorhexidin-Lack zu verlangsamen. Der auf die Zähne aufgetragene farb- und geschmacklose Lack wirkt antibakteriell und zerstört Bakterien, die Karies auslösen. „Bleibt er für einige Tage auf den Zähnen, dringt er in den Zahnschmelz ein und wirkt so auch präventiv gegen weitere Erkrankungen. Trotzdem sollte es natürlich immer das Ziel sein, es gar nicht so weit kommen zu lassen“, weiß Dr. Knyhala. Denn lernen Kinder bereits in jungen Jahren, die Zähne ein Leben lang zu erhalten, entsteht ein Bewusstsein für Pflege und Achtsamkeit gegenüber der eigenen Mundgesundheit und die Umsetzung fällt ein Leben lang nicht mehr schwer.









