(openPR) Der amerikanische Filmemacher Michael Lawrence hat im Laufe seines Lebens viele beachtete Dokumentationen inszeniert. Nun erlebt sein jüngster Film "BACH & friends" im Rahmen der Thüringer Bachwochen seine deutsche Uraufführung. Die zweistündige Musik-Dokumentation ist eine Interviewhommage an den großen Komponisten Johann Sebastian Bach. Lawrence traf sich dafür mit einem Dutzend weltweit anerkannter Künstlern wie dem Sänger Bobby McFerrin, dem Kontrabassisten Edgar Meyer, dem Komponisten Philip Glass oder der Pianistin Simone Dinnerstein und interviewte sie zu ihrer Beziehung zu Bach. Herausgekommen ist ein kurzweiliger wie informativer Film über die Leidenschaft Bach, der bereits in den USA und Kanada zu sehen war. Die Kritikerin der Washington Post schrieb: „Dieser Film ist keine Dokumentation über Bach, sondern darüber wie Bach heute wahrgenommen wird und in den Augen von Musikern und anderen Menschen vorhanden ist, die sich mit dem Komponisten auf besondere Art und Weise beschäftigen.“ Regisseur Michael Lawrence studierte klassische Gitarre und hat als Komponist für mehrere Filme die Musik geschrieben, darunter den Emmy-Award-Gewinner „The other Americans“. Lawrence selbst wurde für den bedeutendsten amerikanischen Fernsehpreis, Emmy, nominiert, erhielt zudem für seine Filme auf zahlreichen Festivals in den USA Ehrungen. Er schrieb, produzierte und drehte über zwanzig Dokumentarfilme für CNN oder HBO.
„Der ganze Prozess des Drehens war magisch“ - Interview mit dem US-Regisseur Michael Lawrence
Wie kamen Sie auf die Idee, eine Film-Dokumentation über den Komponisten Johann Sebastian Bach und seine zeitgenössischen Interpreten zu machen?
Michael Lawrence: Nachdem ich mein ganzes Leben lang fürs amerikanische Fernsehen Dokumentationen gedreht hatten, entschied ich mich mit 60 Jahren auch mal meine eigenen filmischen Wünsche umzusetzen. Ich sagte mir, warum nicht mal Themen bearbeiten, die dir am Herzen liegen. Und nichts ist wichtiger für mich als Bach und seine Werke.
War es einfach die doch sehr populären Künstler für dieses Projekt zu überzeugen und vor allem zu treffen?
Michael Lawrence: Ich habe die Künstler kontaktiert und zu meiner eigenen Überraschung haben alle diese weltbekannten Persönlichkeiten schnell zugestimmt, Teil dieses Films zu sein. Sie sahen, dass es sich bei dem Film um eine Herzensangelegenheit handelte. Sie wollten kein Honorar, sondern einfach nur dabei sein.
Wie war die erste Reaktion der Musiker, als sie über Bach interviewt wurden?
Michael Lawrence: Sie lieben alle Bachs Musik so sehr wie ich. Und sie wollten nicht nur ihre Musik ausdrücken und spielen, sondern auch ihre persönliche Ansicht und den Zugang zu Bachs Werke erzählen. In den meisten Fällen gab es eine sehr spirituelle und beinahe kosmische Verbindung.
Die Künstler in Ihrem Film sind in den meisten Fällen Amerikaner. Warum?
Michael Lawrence: Wissen Sie, ich habe den Film mit einem sehr, sehr geringen Budget hergestellt. Es ergab sich deshalb nur der Blick innerhalb der USA. Ich konnte nicht in anderen Ländern drehen.
Wäre das vielleicht ein neues Projekt für Sie?
Michael Lawrence: Ja, deshalb hoffe ich, eines Tages den Film „BACH & more friends“ zu realisieren.
Dreharbeiten bedeuten Planung. Dennoch gibt es immer auch ganz spontane Einfälle. Gab es auch einen magischen Moment bei all der Arbeit?
Michael Lawrence: Der ganze Prozess des Drehens war magisch. Jedes Bild, das wir drehten, wurde von Tag zu Tag besser. Der aufregendste Moment war jener, als der legendäre Ward Swingle extra aus Paris angereist kam, um in meinem Film dabei zu sein. Er bedankte sich überschwänglich, dass es ihm eine Ehre sei, Teil dieses Films zu sein.
Am Ende bleibt die Frage, was für Sie nach all den Erfahrungen mit Bach-Fans das Essentielle an Johann Sebastian Bach ist?
Michael Lawrence: Bach ist der zeitloseste, emotionalste und vielleicht großartigste Komponist, der je gelebt hat. In „BACH & friends“ habe ich das Gefühl, dass ich Bach nicht nur jenen Menschen nahe bringe, die ihn kennen und lieben, sondern einem viel größeren Publikum. Vor allem junge Menschen fühlten sich von dem Film angesprochen, die keine Bach-Fans und Klassik-Fans sind.
Das Interview führte Jens Haentzschel
Filmpremiere im Rahmen der Thüringer Bachwochen 2011
BACH & friends
Regie: Michael Lawrence
Amerikanische Originalfassung
am 29. April 2011 | 19:30 Uhr
Lichthaus Kino | Weimar











