(openPR) Die Thüringer Bachwochen beginnen am kommenden Freitag, den 3. April 2009, mit der beliebten „Langen Nacht der Hausmusik“ und knapp 60 Teilnehmern in 19 Städten bzw. Gemeinden im Freistaat. Bis zum 26. April folgen weitere 32 Musikveranstaltungen, eine Kinoreihe sowie regionale Stadtführungen durch die Bachorte. „Mit dem Programm 2009 wollen wir das Profil des Festivals erneut schärfen und konsequent an dem Erfolg der Kulturmarke ‚Bachwochen’ arbeiten“, sagte Silvius von Kessel, künstlerischer Leiter des Festivals.
Private Hausmusik, renommierte Ensembles, junge Solisten, regionale Bachchöre: Das sind die Zutaten, mit denen die Macher der Thüringer Bachwochen, das größte Musikfestival im Freistaat, auch in diesem Jahr für dreieinhalb Wochen die Herzen von Klassikfans bundesweit höher schlagen lassen wollen. Den Auftakt stellt wie in den Vorjahren die beliebte „Lange Nacht der Hausmusik“ dar, in deren Rahmen am Abend des 3. April Familien im ganzen Land zu Hauskonzerten in ihre Wohnungen einladen. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass immer mehr Familien ihre Wohnzimmer für diese Veranstaltung öffnen und uns so tatkräftig bei diesem familiären Festivalbeginn unterstützen,“ so Silvius von Kessel. „Am kommenden Freitag werden knapp 60 Teilnehmer in 19 Städten bzw. Gemeinden ihre privaten Räume zu Hauskonzerten öffnen und einmal mehr deutlich unter Beweis stellen, dass Hausmusik ein lebendiges Erbe Bachscher Tradition ist.“
Als Eröffnungskonzert wird am 4. April die Aufführung von Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion durch das belgische Ensemble La Petite Bande unter der Leitung von Sigiswald Kuijken in der Bachkirche Arnstadt präsen-tiert - ein ebenso glanzvoller wie einzigartiger Abend an einem authentischen Bachort. Orchester und Dirigent zählen zu den wichtigsten Interpreten der Musik Johann Sebastians Bachs in unserer Zeit. Einer der Solisten ist der gebürtige Erfurter Christoph Genz, einer der derzeit gefragtesten Tenöre, der den Part des Evangelisten übernehmen wird.
Konzerte zum Händel- und Mendelssohn-Jahr
Weitere Highlights in dem Festival sind die musikalischen Verbeugungen vor Felix Mendelssohn Bartholdy und Georg Friedrich Händel, die 2009 Jubiläen begehen. „Nur einen Tag nach dem 250. Todestag Händels werden sich in Weimar die Berliner Barock Solisten und Albrecht Mayer den Werken des Bach-Zeitgenossen widmen“, so Festivalleiter Professor Silvius von Kessel. Auch das Mendelssohn-Jahr wird mit zwei Kammerkonzerten gewürdigt: In Erfurt wird das Minguet-Quartett eine Brücke von Bach zu Mendelssohn schlagen; beim ersten Konzert der Thüringer Bachwochen in der Residenzstadt Gotha spielen die Pianistin Liese Klahn und das Iturriaga-Quartett Mendelssohns Klavierquartett h-Moll op. 3.
„Generation Bach“ geht in die Schulen
Auch eine wichtige Reihe der Thüringer Bachwochen wird mit neuen Ideen weiterverfolgt. Die „Generation Bach“ präsentiert seit jeher junge, hoch-talentierte Musiker am Anfang ihrer Karriere, die im Rahmen des Festivals ein Podium erhalten. „Mit insgesamt 8 Konzerten schlagen wir einen Bogen von Solisten wie dem Pianisten Martin Stadtfeld oder dem Cembalisten Vital Julian Frey bis hin zu Gruppen wie dem Calmus Ensemble Leipzig oder dem Dresdner Kreuzchor“, so Christoph Drescher von der veranstaltenden kulturdienst: GmbH, der zusammen mit Silvius von Kessel das diesjährige Festivalprogramm zusammengestellt hat. „Wir wollen aber diese beliebte Reihe noch um drei weitere einzigartige Veranstaltungen ergänzen. Uns ist es gelungen, Martin Stadtfeld, Vital Julian Frey und den Organisten Andrew Dewar mit Schulkassen zusammenzubringen. Alle drei Solisten werden im Umfeld ihrer Festivalauftritte eine Unterrichtsstunde Musik geben und ihre Wege zur Klassik ebenso den Schülern erzählen wie Hörproben ihrer Kunst geben“, so Drescher. Mit der Konzertreihe „generation bach @school“ soll erreicht werden, dass auch jüngere Zuhörer auf Johann Sebastian Bach und klassische Musik aufmerksam gemacht werden. So wird Martin Stadtfeld rund 60 Schüler der Pestalozzi Grundschule aus Weimar treffen, Vital Julian Frey erklärt rund 80 Schülern aus drei Erfurter Gymnasien seine Leiden-schaft fürs Cembalo, und Andrew Dewar entführt 40 Schüler einer 4. Klasse der Grundschule Friedrich Holbein aus Waltershausen in die Welt der Orgelmusik. „Wichtig ist uns bei dieser Reihe, dass die Künstler kein reines Zusatzkonzert geben, sondern Hemmschwellen abbauen und Ohren öffnen für die Klassik“, sagte Christoph Drescher.
Kooperationen und Bachpflege
Mit einer längerfristigen Kooperation mit der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar soll in den nächsten Jahren gemeinsam an verschiedenen Konzertprojekten gearbeitet werden. Auftakt bildet in diesem Jahr das Wartburg-Konzert des Rektors der Hochschule, Rolf-Dieter Arens. Sein Recital-Abend steht dabei im engen zeitlichen wie inhaltlichen Kontext mit einem Orgelkonzert des Weimarer „Franz Liszt“-Studenten Lukas Maschke, das ebenfalls in Eisenach stattfinden wird. Unverzichtbar und zugleich prägend ist für die Thüringer Bachwochen erneut die regionale Bachpflege: So sind wie in den vergangenen Jahren führende Ensembles der Region im Konzert zu erleben. Kantatengottesdienste in Eisenach, Erfurt, Weimar, Ohrdruf und Waltershausen zeigen die Verankerung der Musik Johann Sebastian Bachs im kirchenmusikalischen Leben Thüringens.
Tanz, Jazz und Kino
Wie zeitlos, wie universal und wie vielfältig die Werke Johann Sebastian Bachs von anderen Künstlern aufgegriffen werden, beweisen erneut Ausflüge in andere Kunstgenres. In diesem Kontext steht die Aufführung „Apropos Bach“ der Tanzcompagnie des Staatstheaters Hannovers, die Choreographien von William Forsythe und Jörg Mannes zeigt. Das Programm ist am 18. April im Großen Haus des Deutschen Nationaltheaters Weimar zu erleben. Bereits am Ostermontag tritt in der Georgenkirche Eisenach mit dem Bl!ndman Saxophone Quartet eines der renommiertesten Ensembles seiner Art auf. Das vor allem im Jazz und Cross-Over beheimatete belgische Quartett stellt sein Programm „Bl!ndman plays Bach“ vor. Schließlich wird auch die 2008 erfolgreich gestartete Filmreihe „Bach im Kino“ fortgesetzt: in Kooperation mit dem Lichthaus Weimar werden an sechs Abenden Filme gezeigt, die Bachs Leben ebenso thematisieren wie seiner Musik.
Konzerte in historischer Aufführungspraxis
Neben diesen ambitionierten Cross-Over-Projekten werden die Thüringer Bachwochen 2009 auch wieder eine wesentliche Prägung durch die Konzerte ausgewählter Spitzenensembles der historischen Aufführungs-praxis erfahren: Nach ihrem sensationellen Auftritt 2008 kehren so die Berliner Barock Solisten für ein Konzert nach Thüringen zurück. Mit Staroboist Albrecht Mayer werden sie in Weimar Werke von Bach, Händel und Vivaldi spielen. Ihr Festivaldebüt geben dagegen die Musiker der vielfach ausgezeichneten Akademie für Alte Musik Berlin. „Akamus“ spielt in großer Besetzung Bachs „Kunst der Fuge“ im Konzertsaal des Weimarer Musikgymnasiums Schloss Belvedere. Zu einem Osterkonzert lädt das belgische Ensemble „Il Fondamento“ unter Leitung von Paul Dombrecht in Bachs Traukirche nach Dornheim, während The New Dutch Academy mit Bratschist Simon Murphy spektakuläre Forschungsergebnisse im Bereich des Instrumentenbaus vorzuweisen hat und ein Konzert mit dem ersten Nachbau von „Bachs eigenem Cello“ gibt. All diese Konzerte sind für die Bachwochen eine weitere Stufe bei der Bemühung um qualitativ außerordentliche Interpretationen, die an den originalen Schauplätzen aus Bachs ersten Lebensphasen zu erleben sind.
Vokalfinale
Ihren Abschluss feiern die Thüringer Bachwochen 2009 gleich mit einem Konzertdoppel zweier renommierter Vokalensembles: In Eisenach wird der Dresdner Kreuzchor Motetten und Choräle Bachs aufführen, bevor am Abend als Abschlusskonzert das schwedische Rilke Ensemble in Erfurt auftritt. Traditionell steht am Ende des Festivals ein Brückenschlag in die Gegenwart, so dass die Göteborger Künstler Bach Musik unserer Zeit von Pärt und Ligeti gegenüberstellen. Damit verbunden ist aber auch noch eine weitere Premiere, erstmals gastieren die Bachwochen nämlich im Erfurter Mariendom. Das Rilke Ensemble wird sich dem imposanten Bauwerk programmlich annähern und gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter der Bachwochen, Silvius von Kessel, einen markanten Schlusspunkt setzen.
Touristische Angebote
Vorrangig an Touristen, aber auch an das Thüringer Publikum gerichtet sind 2009 erstmals spezielle Konzertpakete, die dem wiederkehrenden Festivalgast Rabatte bis zu 27 Prozent einräumen. Durch zeitlich und thematisch sinnvolle Kombinationen sollen so vor allem Reisende für ganze Festivalwochenenden an den verschiedenen Bachorten gewonnen werden. Insgesamt werden sieben solcher Pakete mit zwei bis drei Konzerten offeriert. Diese touristischen Angebote stehen in engem Zusammenhang mit dem langfristigen Marketing des Festivals, das auch 2009 gemeinsam mit der Thüringer Tourismusgesellschaft (TTG) realisiert wird. In enger Partnerschaft haben Bachwochen und TTG bereits früh das Festival beworben, so dass bereits zur Veröffentlichung des Programms eine Reihe touristischer Buchungen vorliegen. Finanziert wird das Festivalmarketing durch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Arbeit, das damit ausdrücklich die Ausstrahlung Thüringens als Kulturland und Heimat Johann Sebastian Bachs würdigt.
Ermöglicht werden die Thüringer Bachwochen 2009 erneut durch die kontinuierliche finanzielle Unterstützung des Thüringer Kultusministeriums, der Ständigen Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Darüber hinaus sind vor allem die beteiligten Städte zu erwähnen, die das Festival nicht nur finanziell unterstützen, sondern die Veranstaltungen auch mit organisatorischem Engagement begleiten. Dank gilt schließlich den Sponsoren und Förderern der Thüringer Bachwochen 2009 - namentlich der Sparkasse Mittelthüringen, dem Industrieclub Thüringen, der Wartburg-Sparkasse, der Kreissparkasse Gotha, den Stadtwerken Weimar sowie den Hotels Pullman Erfurt Am Dom und Dorint am Goethepark Weimar.
Karten sind über alle Vorverkaufsstellen des Ticketshop Thüringen sowie telefonisch unter 0180 | 505 5 505 erhältlich.
Medienkontakt
für Fotomaterial, Interviewanfragen und Festivalinformationen:
Thüringer Bachwochen e.V.
Jens Haentzschel | Pressesprecher
Schwanseestraße 33 | 99423 Weimar
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www.thueringer-bachwochen.de












