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Tibetischer Mönch Sangay Gyatso, einer der Demonstranten von 2008 in Labrang, gestorben

03.03.201108:32 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Tibetischer Mönch Sangay Gyatso, einer der Demonstranten von 2008 in Labrang, gestorben
Sangay Gyatso bei der Demo vor den ausländischen Reportern
Sangay Gyatso bei der Demo vor den ausländischen Reportern

(openPR) Sangay Gyatso, der bei den Protestaktionen von 2008 in Labrang im Bezirk Sangchu (chin. Xiahe) in der Provinz Gansu eine führende Rolle spielte, starb an den Folgen der physischen und psychischen Traumata, die er in dem Jahr, in dem er sich in Bergen versteckt halten mußte, durchmachte. Nur durch die Flucht in die Berge konnte er der Festnahme entgehen.



Sangay stand bei den friedlichen Protestaktionen, zu denen es 2008 in Labrang in der nordöstlichen Provinz Amdo gekommen war, an vorderster Front. Er trotzte den von den Behörden auferlegten schweren Restriktionen und näherte sich am 4. April 2008 zusammen mit seinen Mitmönchen einer Gruppe von ausländischen Journalisten, die gerade das Kloster besuchten. Er trat vor sie und machte sie auf die „Unterdrückung der grundlegenden Menschenrechte der Tibeter durch die chinesische Regierung“ aufmerksam (1).

Medien berichteten damals, daß die Mönche kühn auf die Journalisten zurannten. Sie trugen Spruchbänder, sie machten ihre Unterstützung für den Dalai Lama deutlich und beklagten die Menschenrechtslage in Tibet unter chinesischer Herrschaft. Drei von diesen Mönchen gelang später die Flucht aus Tibet, so daß sie der Welt von ihren grausigen Erlebnissen erzählen konnten (2).

Um der drohenden Festnahme zu entgehen, floh Sangay Gyatso und verbarg sich über ein Jahr lang in den umliegenden Bergen, wo er in große Not geriet. Er konnte sich nicht ordentlich ernähren, litt an Schlafmangel und lebte in der ständigen Furcht, von der chinesischen Polizei entdeckt zu werden.

Da BBC seine Ansichten über die verheerende Menschenrechtslage in Tibet über seinen Nachrichtenkanal verbreitete, hatten die Behörden es ganz besonders auf ihn abgesehen. Monatelang wurde der Haftbefehl gegen ihn in den staatlichen Medien immer wieder ausgesendet.

Allmählich wurde er schwach und sehr krank. Seine Verwandten versuchten ihm zu helfen, aber nichts nützte, und sein gesundheitlicher Zustand wurde immer schlechter. Weil er steckbrieflich von der Polizei gesucht wurde, konnte er in kein staatliches Krankenhaus eingeliefert werden.

Später legten seine Verwandten ihn in ein lokales Krankenhaus, doch es trat keine Besserung ein. Schließlich kam er in ein tibetisches Krankenhaus in Kanlho. Die Ärzte diagnostizierten Gelbsucht und ein Leberleiden. Später kam er in das Volkskrankenhaus in Kachu in der Nähe von Labrang, doch die Ärzte dort informierten ihn nur, daß seine Krankheit unheilbar sei, und schickten ihn nach Hause.

Seine Eltern und Verwandten taten, was sie nur konnten, für ihn. Den chinesischen Behörden war bekannt, daß er in einem Krankenhaus lag, aber sie nahmen ihn nicht fest, weil keine Hoffnung auf Genesung mehr bestand. Sangay verbrachte seine letzten Tage zu Hause und verschied am 26. Februar 2011. Seine Eltern, die ihn überleben, sind über 70 Jahre alt.

Sangay wurde 1969 in einer Nomadenfamilie in Labrang Tashikyil geboren. Im Alter von 16 Jahren wurde er zum Mönch ordiniert und widmete sich im Kloster Labrang religiösen Studien. 1991 begab er sich nach Indien, wo er im Kloster Drepung Loseling seine monastische Ausbildung fortsetzte. Da er die klimatischen Verhältnisse in Indien nicht vertrug, mußte er leider nach Tibet zurückkehren.

Gleich Sangay Gyatso mußten viele Tibeter in die Berge fliehen, um Festnahme und Folter durch die Behörden zu entgehen. Der Tod von Sangay Gyatso zeigt, welche Gefahr denjenigen droht, die unter derart harten Bedingungen in der Wildnis leben, daß sie ihre Lebenskraft nach und nach einbüßen.

Soweit uns bekannt, sind infolge des brutalen Vorgehens Chinas seit März 2008 mindestens 227 Tibeter ums Leben gekommen. Von 153 kennen wir die Namen. Sie starben unter dem wilden Kugelhagel der paramilitärischen Kräfte, als diese in die demonstrierenden Menschenmengen schossen, sie starben an den Schlägen und der Folterung bei der Festnahme, während der Verhöre und in der Untersuchungshaft. Einige Tibeter konnten den Repressionen nicht mehr standhalten und setzten ihrem Leben selbst ein Ende. Es gab auch Todesfälle durch Verhungern, als kurz nach den Protesten vom März 2008 die großen Klöster um Lhasa tagelang von der Außenwelt abgeriegelt wurden, und die Mönche hilflos darin eingesperrt waren (3).

Seit dem 10. März 2008 wurden nach unseren Schätzungen 6.810 Tibeter verhaftet und länger festgehalten und mindestens 510 zu Haftstrafen verurteilt.

Seitdem sind insgesamt sieben Tibeter zum Tode verurteilt worden, zwei zu sofortiger Vollstreckung, die bereits hingerichtet wurden; fünf erhielten ein Todesurteil mit zwei Jahren Vollstreckungsaufschub. Alle Angeklagten sind junge Tibeter unter 30 Jahren. Lobsang Gyaltsen und Loyak, beide 25 Jahre alt, wurden am 20. Oktober 2009 hingerichtet. Und die fünf mit der Vollstreckungsaussetzung von zwei Jahren sind: Tenzin Phuntsok, 27, Kangtsuk, 22, Penkyi, 21, Pema Yeshi, 28, und Sonam Tsering, 23.

(1) 18. April 2008 „Die Mönche von Labrang machen vor ausländischen Journalisten ihrer Verzweiflung Luft“, http://www.flexform.de/toolmcia

„Wir Tibeter, besonders die Älteren, sind wie die untergehende Sonne über einem Berggipfel!", http://www.flexform.de/txzkxcib

(2) 12. Mai 2009, „Geflohene Mönche aus Labrang schildern Chinas Grausamkeit in Tibet (DIIR)“, http://www.flexform.de/tvsptciw

19. Mai 2009, „Die fünf aus Labrang entkommenen Mönche schildern vor den Medien die Repression in Tibet (DIIR)“, http://www.flexform.de/tmlptchi

(3) Eine detaillierte Schilderung der bekannt gewordenen Protestaktionen von 2008 mit Namenslisten der Gestorbenen, Verurteilten und Inhaftierten bringt der neue Bericht des DIIR: „2008 Uprising in Tibet: Chronology and Analysis“, http://tibet.net/en/pdf/2008uprising.pdf

Quelle: Department of Information and International Relations, www.tibet.net

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