(openPR) Wer glaubt, nach der Schule oder der Ausbildung sei es vorbei mit den Prüfungen, der irrt. Jeder, der sich im Beruf behaupten will, wird sich zeitlebens weiterbilden. Prüfungsängste machen sich allerdings auch bei Erwachsenen unangenehm bemerkbar und können davon abhalten an der Karriere zu arbeiten.
„Nie wieder eine Prüfung, dachte ich, als ich meine Ausbildung zur Zahntechnikerin bestanden hatte“, erzählt Gabriele Zweig, denn sie leidet extrem unter Prüfungsängsten. Um jedoch in ihrem Beruf weiterzukommen, musste die heute 52-jährige Zahntechnikermeisterin irgendwann eine Weiterbildung ins Auge fassen. „Meine Prüfungsangst war so gro?, sagt die Kölnerin, „dass ich große Umwege auf mich genommen habe, nur um mich vor der Aufnahmeprüfung zur Meisterschule drücken.“ Deshalb hat die Fortbildung zur Zahntechnikermeisterin anstatt ein Jahr ganze fünf Jahre gedauert. Heute kann sie gar nicht fassen, dass sie sich damals nicht mit ihrer Prüfungsangst auseinandergesetzt und Hilfe gesucht hat. Gabriele Zweigs Geschichte ist kein Einzelfall. Dabei geht es oftmals noch nicht einmal um Qualifikationen wie den Meister. Manch einer verzichtet wegen Prüfungsangst sogar auf den Führerschein. Andere unterlassen das Studium nach der Lehre. „Das Problem ist weit verbreitet“, erläutert Birgitt Eberlin, die Trainings gegen Prüfungsängste in Berlin und Bonn anbietet, „Menschen verzichten darauf sich im Beruf zu verbessern, weil sie sich die Prüfung nicht zutrauen, manche kapitulieren auch erst kurz vor der Prüfung einer umfangreichen Weiterbildungsmaßnahme - das finde ich besonders tragisch.“ Ein Teil der Betroffenen habe Angst vor der negativen Bewertung durch den Prüfer, der Familie oder Freunden. Ein anderer Teil habe hauptsächlich vor dem Nichtbestehen der Prüfung Angst. Nach Ansicht Eberlins stehen die Betroffenen unter einem großen Leidensdruck: „Im Endeffekt spielt das Motiv keine Rolle, denn die Angst bewirkt die gleichen, das Denken behindernden Ergebnisse in der Vorbereitung und der Prüfung selbst.“ Nach Ansicht Eberlins ist der Zwang zu Grübeln das größte Hindernis für die ersehnte Entspannung und Gelassenheit, denn die Betroffenen würden sich mit Versagensgedanken fortwährend im Kreise drehen - im schlimmsten Fall Tag und Nacht. „Eine gute Hilfe ist Strategien gegen das Grübeln anzuwenden“, rät Eberlin, „damit ist der Grundstein gelegt, wieder Ruhe in den Kopf zu bekommen.“ Das würde sich auch entspannend auf die bei Prüfungsangst üblicherweise angespannte und verkrampfte Muskulatur auswirken. Entspannungsübungen, Meditation und Sport würden helfen die Anspannung noch stärker zu minimieren. Mit dem richtigen Training gegen Prüfungsangst als Vorbereitung könne jeder gut gewappnet in die Prüfung gehen, denn dort könne man ausprobieren, was hilft jedem individuell helfe und was nicht.










