(openPR) LEIPZIG. (Ceto) Zum Wochenende wurde es an den Rohölbörsen deutlich ruhiger. Beide Referenzsorten zeigten nur minimale, allerdings gegensätzliche Ausschläge. Heizölverbraucher in Deutschland konnten sich – vor allem aufgrund eines stärkeren Euros – über Mini-Abschläge freuen.
Heute legte US-Leichtöl an den Börsen etwas zu (knapp 60 US-Cent je Barrel), während Nordseeöl (Brent) leicht verlor (ca. 40 US-Cent). Dadurch verringerte sich der abnorm erscheinende Aufschlag auf 11,50 US-Dollar je Barrel, der nunmehr für das qualitativ schlechtere Brent zu zahlen ist.
„Wir suchen den Grund für diesen Spread in der verschiedenen Behandlung der beiden Sorten durch die Anleger, wobei man zurzeit einen sehr starken Trend weg von WTI hin zu Brentöl erkennen kann“, so Analyst Eugen Weinberg vom Commerzbank Commodity Research. Dieser verstärke sich wegen der zurzeit extrem steilen Kurvenstruktur bei WTI sogar noch selbst, ganz nach dem Motto: The trend is your friend! „Wir glauben, dass zurzeit sowohl der WTI-Ölpreis nach unten, als auch der Brentölpreis nach oben verzerrt sind. Auch wenn das Phänomen noch eine Zeitlang bestehen kann, erwarten wir im Laufe des Jahres eine starke Einengung des Spreads“, so der branchenweit anerkannte Analyst.
Über die Woche gesehen zeigten beide Kurse ebenfalls eine deutlich entgegengesetzte Richtung: Brent stieg seit Montag um rund 60 US-Cent je Barrel, WTI hingegen verlor 1,50 Dollar. Fundamentale Fakten können auch zur Erklärung dienen. Die US-Lager sind randvoll, während Brent tatsächlich, vor allem auch durch die Nachfrage in China, knapp wird. Analysten stellen jedoch die Referenzkraft beider Sorten für die Preisbildung in Frage, da Brent tendenziell erschöpft sein wird und zum Beispiel nur zu 14 Prozent zur deutschen Marktversorgung beiträgt. WTI hingegen wird nur auf dem US-amerikanischen Markt verarbeitet, gelangt also nicht in internationale Kreisläufe, für die die Warenterminbörsen die Preise aushandeln.
Für Heizölverbraucher in Deutschland gab es aufgrund eines weiterhin stärkeren Euros – wenn auch kleine – Abschläge. Im Bundesdurchschnitt wurden 100 Liter einer Gesamtliefermenge von 3.000 Litern Heizöl EL 5 Cent günstiger, der Preis steht nun bei 76,45 Euro. Verglichen mit dem Wochenanfang ist Heizöl damit um 68 Cent günstiger geworden und liegt unter dem bisherigen Monats- und Jahresschnitt von 77,10 Euro.
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Frank Urbansky
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