(openPR) In der gestrigen Plenarsitzung des Landtages standen die Hygienestandards in Krankenhäusern auf dem Programm.
Anita Klahn, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP, fordert die Einführung von verbindlichen und einheitlichen Hygienestandards zum Schutz der Patienten in Schleswig-Holstein. Wer ein Krankenhaus aufsucht, glaubt an Hilfe und will wieder gesund werden. Doch immer neue Hygiene-Skandale sorgen für Schlagzeilen und verunsichern Patienten.
Dass sich nach Schätzung der Krankenkassen pro Jahr ca. 17.000 Menschen in Schleswig-Holsteins Kliniken infizieren, ist für Klahn nicht hinnehmbar: „Jeder Patient hat ein Recht auf bestmögliches Hygienemanagement in jeder Klinik.“ Die Problematik besteht laut Klahn jedoch nicht in der Nachlässigkeit, sondern viel mehr an unklaren Vorgaben und zu hoher Arbeitsbelastung.
Landesweit fehle es in den meisten Kliniken an ausgebildetem Hygienepersonal, kritisiert Anita Klahn: "Bis jetzt haben nur wenige Krankenhäuser eine Hygienefachkraft eingestellt." Klahn zufolge sind landesweit verbindliche Hygienevorschriften für Krankenhäuser überfällig. "Wir brauchen endlich Vorgaben auf Landesebene, die besagen, dass die Empfehlungen des Robert-Koch-Institut umzusetzen und einzuhalten sind", fordert sie.
Es gibt bereits eine Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention, erarbeitet von einer Kommission am Berliner Robert Koch-Institut. Darin findet sich eine Reihe von Präventionsmaßnahmen, wie Vorschläge zur richtigen Händehygiene, zur Desinfektion und Sterilisation, oder zur Aufbewahrung von Lebensmitteln und zur Abfallbeseitigung. Doch diese sind nicht mehr als Empfehlungen. Verpflichtend ist die Richtlinie nicht. Da Krankenhauspolitik Sache der Länder ist, kann Schleswig Holstein für sich entscheiden, ob es sich an die Vorgaben des Robert-Koch-Instituts hält und eine Hygieneverordnung für Krankenhäuser erlässt. Derzeitig ist Schleswig-Holstein das einzige Bundesland, in welchem noch keine verbindlichen Vorgaben für Krankenhaushygiene herrschen.









