(openPR) Es ist wenig bekannt, wie sehr Menschen mit Nierenerkrankungen in ihrer eigenen Welt leben. Denn die Schaltzentrale des menschlichen Stoffwechsels regelt nicht nur Ausscheidung und Flüssigkeitshaushalt; das Gleichgewicht des ganzen Körpers hängt an den Nieren.
Gilt normalerweise die Regel, dass ein gesunder Mensch täglich große Flüssigkeitsmengen zu sich nehmen sollte, so haben Nierenkranke sich hier sehr zurückzuhalten. Das sonst lebenswichtige Kalium kann bei Nierenpatienten zu Herzstillstand führen.
Zahlreiche Krankheitsbilder bzw. Gesundheitsstörungen wechselwirken mit der Nierenfunktion, z.B. der gesamte Stoffwechsel, Diabetes, Arthrose, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Hepatitis.
Damit sind für Nierenpatienten bestimmte Lebensweisen, berufliche Perspektiven, Familienplanung oder Sportarten nicht mehr zu praktizieren, der Umgang mit (Lebens)zeit, Ernährung, Trinkmenge, Medikamenten und Alkohol muss sehr genau kontrolliert werden, Auslandsreisen stellen vielfach ein unkalkulierbares Risiko da, all diese Faktoren haben ihren Einfluss auf die Psyche und den Körper, das soziale und berufliche Umfeld der Kranken. Kernfrage ist vielfach: Wie kann man sich einfinden, ohne zu resignieren und ohne sich selbst über die Krankheit zu definieren?
Der Braunschweiger Verein Aktiv werden in der Informationsvermittlung bei Nierenerkrankung e. V. will Nierenpatienten Mut zum Leben machen und ihnen praktische Hilfestellungen geben. Zu diesem Zweck findet am Samstag, dem 12.02.2011 von 13 - 17 Uhr im Kulturzentrum Brunsviga in der Karlstr.35 die 6. Gesundheitsveranstaltung mit Podiumsdiskussion statt. Von den psychischen Voraussetzungen des Weiterlebens mit einer Nierenerkrankung über die erhoffte Nierentransplantation oder der Lebendnierenspende bis hin zu versicherungsrechtlichen Aspekten wird ein breites Themenspektrum behandelt. Die Frage, wie nach einer Transplantation die „neue“ Niere langfristig geschützt werden kann, ist dabei eine Kernfrage in der Transplantationsforschung.
Als Referenten werden - MA, Sabine Wöhlke Abt. Ethik und Geschichte der Medizin, vom Universitätsklinikum Göttingen, Autor und Nierenspender Lutz Doyé und Prof. Dr. Volker Kliem vom Nephrologischen Zentrum Niedersachsen sowie Dr. Christian Erck erwartet. Angefragt ist außerdem der wohl prominenteste Nierenspender Deutschlands, nämlich SPD-Fraktionschef Dr. Frank-Walter Steinmeier. Für eine Folgeveranstaltung, nämlich eine Gesundheitsmesse am 03.04.2011. sind AOK-Regionaldirektor Rainer Rinne und Dr. Carola Reimann (SPD), Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag eingeladen.









