(openPR) Zunehmend häufig versuchen terminal Nierenkranke, ein Transplantat in Pakistan zu kaufen. Die Ergebnisse sind noch schlechter als in der Fachwelt angenommen. Prof. Dr. Ninoslav Ivanovski und Kollegen (Skopje/Macedonia) beobachteten den Verlauf von 36 Patienten, die in Lahore bzw. Rawalpindi transplantiert worden waren: Sieben starben bereits innerhalb der ersten zwei Monate nach dem Eingriff.
Da in Macedonien und im Kosovo weder eine flächendeckende Dialyseversorgung, noch ein strukturiertes Transplantationssystem existiert, stehen terminal Nierenkranke dieser Region unter einem erhöhten Druck, im Ausland ein Organ zu kaufen.
Die Nephrologen und Urologen in Skopje konnten nachvollziehen, dass in Pakistan auf die in Europa üblichen Transplantationsvorbereitungen verzichtet worden war. Die OP-Technik und die Hygiene lagen deutlich unter europäischem Standard. Als Todesursachen ließen sich identifizieren: perirenale Abszesse mit Sepsis in vier Fällen, Ureterleck mit einem aggressiven fungalen Infekt, renale Arterien-Aneurysmen mit fungalem Infekt, eine massive cerebrovaskuläre Thrombose und ein Myokard-Infarkt.
Fast alle Patienten litten unter einem Infekt des Harntrakts (Pseudomonas, Escherichia), 16 unter Wundinfektionen, 14 unter postoperativen Hernien, neun unter Abstoßungen.
Als Ein-Jahres-Überlebensrate für die Patienten errechneten Ivanovski et al. 80%, für die Transplantate 68%. Die weiteren Prognosen für die Überlebenden sind ungünstig. Die Ärzte in Skopje raten dringend davon ab, mit den einschlägigen Transplantationszentren in Pakistan zu kooperieren.
N. Ivanovski et al.: The Organ Shortage in the Balkans.
in: Weimar, Bos, Busschbach (Eds.) Organ Transplantation: Ethical, Legal, and Psychosocial Aspects.
Pabst, Lengerich/Berlin 2011, 432 pages, ISBN 978-3-89967-639-6










