openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Deutsche Bank zu Zahlungen von mehr als 1 Mio. € verurteilt oder auch das Ende einer Dienstreise

03.01.201116:42 UhrPolitik, Recht & Gesellschaft
Bild: Deutsche Bank zu Zahlungen von mehr als 1 Mio. € verurteilt oder auch das Ende einer Dienstreise
Rechtsanwälte SSH
Rechtsanwälte SSH

(openPR) München, 03.01.2011

Die Rechtsprechung hat viele Jahre gebraucht, um alle relevanten Fragen bei den mittels nichtiger Treuhandvollmachten abgeschlossenen Darlehensverträgen, mit denen Immobilien und Immobilienfonds finanziert wurden, zu klären. Nunmehr sind die wichtigsten Fragen zu Gunsten der Anleger entschieden.



Mit Zurückweisungsbeschlüssen vom 30.11.2010 hat der Bundesgerichtshof (AZ: XI ZR 266/09 u.a.) fünf von Herrn Rechtsanwalt Christian Hoffmann, Kanzlei Rechtsanwälte SSH, München, erstrittene Urteile des Oberlandesgerichts München (AZ: 5 U 2344/07 u.a.) bestätigt.

In dem zu entscheidenden Sachverhalt ging es um die Frage, ob die von einem Treuhänder abgeschlossenen Darlehensverträge wirksam sind, auch wenn die dem Treuhänder erteilte Vollmacht wegen eines Verstoßes gegen das Rechtsberatungsgesetz unwirksam war.

Zentraler Punkt war dann der Umstand, dass die Darlehensverträge wirksam gewesen wären, wenn die dem Treuhänder erteilte (unwirksame) Vollmacht der Bank im Original zum Zeitpunkt des Darlehensvertragsabschlusses vorgelegen hätte, so dass die Bank auf die Wirksamkeit der Vollmacht hätte vertrauen können.

Da in den vielfach viele Jahre zurückliegenden Sachverhalten und auf Grund teilweise sehr schlechter Dokumentation innerhalb der Banken den Banken eine genaue Darlegung, wann die Vollmacht eingegangen ist, nicht möglich war, wurde über Jahre gestritten, wer im Einzelnen das rechtzeitige oder nicht rechtzeitige Vorliegen der Vollmacht darzulegen und zu beweisen hat. Die Banken haben vielfach versucht, mit Zeugen, die allerdings keine konkrete Erinnerung mehr hatten, hier eine allgemeine Übung dergestalt darzulegen, dass sie immer nur die Darlehensverträge unterschrieben hätten, wenn die Vollmacht im Original oder in notarieller Ausfertigung vorgelegen hätte. Des Weiteren wurde vielfach vorgetragen, dass trotz Datumsangaben auf unterschriebenen Darlehensverträgen diese erst viel später wirksam geworden wären, beispielsweise durch einen angeblich späteren Versand, also zu einem Zeitpunkt, als die Vollmacht dann nun endlich der Bank vorlag.

Auch wenn manche Gerichte in der Vergangenheit diesen Darstellungen der Bank und deren Zeugen Glauben geschenkt haben, scheint eine solche unsubstantiierte und unkonkrete Darstellung nach der neuesten BGH-Rechtsprechung nicht mehr zu genügen.

Ging früher die Rechtsprechung davon aus, dass die Bank grundsätzlich den Beweis für das rechtzeitige Vorliegen der Vollmacht führen muss, und stritt man sich dann darüber, ob dieser Beweis beispielsweise durch allgemeine Ausführungen und durch allgemeine Übung (Handlungsanweisungen, man habe dies immer so gemacht) erbracht wurde, schien sich das Blatt zunächst zu Gunsten der Banken zu wenden, als der Bundesgerichtshof die Beweislast bei den Anlegern/Darlehensnehmern gesehen hat.

In weiteren Urteilen hat dann der Bundesgerichtshof jedoch festgestellt, dass, wenn der Anleger die negative Tatsache, dass die Vollmacht nicht vorlag, ausreichend substantiiert behauptet hat, die Bank ein sog. sekundäre Darlegungs- und Beweislast trifft, das Vorliegen der Vollmacht zu belegen.

Diesbezezüglich wurde dann weiterhin gestritten, welche Anforderungen an diese sekundäre Darlegungs- und Beweislast gestellt werden sollen. Sogar als der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung vom 28.04.2009, Az. XI ZR 227/08, darauf hingewiesen hat, dass die Bank konkret zu den Umständen einer Urkundenvorlage vorzutragen hat, waren die Banken wohl noch überzeugt, mit allgemeinen Ausführungen und allgemeiner Übung diesen konkreten Vortrag erbringen zu können.

Auch in dem vom Oberlandesgericht München zu entscheidenden Sachverhalt konnte die Bank jedoch neben allgemeinen Ausführungen und einer allgemeinen Übung diesen konkreten Sachvortrag nicht erbringen.

Der Bundesgerichtshof musste sich nunmehr damit beschäftigen, ob diese Urteile die Ansprüche gegen die Banken zutreffenderweise anerkannt haben und der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes entsprechen.

Auch wenn der Bundesgerichtshof, der keine Tatsacheninstanz mehr ist, feststellt, dass die Frage, ob Vortrag einer Partei der diese treffenden Darlegungslast genügt, eine Entscheidung des Tatsachengerichts im Einzelfall darstellt, hat er doch genauso ausdrücklich festgestellt:

„Von der Partei, die die sekundäre Darlegungslast trifft, kann verlangt werden, konkrete und nachvollziehbare Tatsachen vorzutragen und dadurch im Einzelnen darzulegen, dass die zu Grunde liegende Behauptung der beweisbelasteten Partei unzutreffend ist.“

Rechtsanwalt Christian Hoffmann hierzu „Mit dieser sehr schönen und zutreffenden Entscheidung bleibt der Bundesgerichtshof konsequent bei seiner Linie, dass Banken zu dieser Frage konkret vortragen müssen und sich nicht auf eine allgemeine Übung oder allgemeine Ausführungen beschränken können, so dass dies für viele noch laufenden Verfahren eine wegweisende Entscheidung zu Gunsten der Anleger sein wird.“

Weitere Informationen gibt Ihnen gerne Rechtsanwalt Christian Hoffmann, Rechtsanwälte SSH, unter E-Mail

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 498268
 134

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Deutsche Bank zu Zahlungen von mehr als 1 Mio. € verurteilt oder auch das Ende einer Dienstreise“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Swap-Geschäfte in NRW: Sieg für Nümbrecht gegen die ehemalige WestLBBild: Swap-Geschäfte in NRW: Sieg für Nümbrecht gegen die ehemalige WestLB
Swap-Geschäfte in NRW: Sieg für Nümbrecht gegen die ehemalige WestLB
… 23 Mio. Das Gericht sprach Nümbrecht die Rückforderung von in den Swaps ausgetauschten Leistungen zu. Weiter stellte es fest, dass die Gemeinde aus noch offenen Swap-Geschäften keine Zahlungen mehr an die EAA schulde. Die von der EAA erhobene Widerklage auf Erfüllung offener Zahlungen aus den Swaps wies das Gericht ab. Die Gemeinde Nümbrecht hatte auf …
Bild: PartnerFonds AG - Hauptversammlung - Antrag auf Sonderprüfung gestellt | KAP Rechtsanwälte informierenBild: PartnerFonds AG - Hauptversammlung - Antrag auf Sonderprüfung gestellt | KAP Rechtsanwälte informieren
PartnerFonds AG - Hauptversammlung - Antrag auf Sonderprüfung gestellt | KAP Rechtsanwälte informieren
… AG getroffenen Beschlüsse verwässern die Aktien der bisherigen Anleger, ein neuer Investor kann einsteigen und wesentliche Mitbestimmungsrechte wahrnehmen. Von Transparenz hinsichtlich der Zahlungen der AG an mit ihrem bisherigen Vorstand bzw. Aufsichtsrat verbundenen Personen und Gesellschaften ist nach Einschätzung der Anwälte auch weiterhin nichts …
Lionelle versichert neues Hochregal-Lager in Ranoldsberg jetzt mit 20 Millionen €uro
Lionelle versichert neues Hochregal-Lager in Ranoldsberg jetzt mit 20 Millionen €uro
… ©“ - das beste Olivenöl der Welt. Der Jahresfehlbetrag in der Steuerbilanz seit 2006 ergibt sich aus hohen Investitionsvoraus-leistungen sowie Zahlungen für Lizenzrechte, die ab 2010/2011 als Lizenzgebühren zurückfliessen, ohne das Warenlager bilanztechnisch gegenzurechnen. Nicht bewertet wurden ausserdem weitere, eigene Lizenzrechte im derzeitigen …
Bild: MARA Schiffahrts GmbH & Co. KG MS „DANIEL“ bittet Anleger um weitere GelderBild: MARA Schiffahrts GmbH & Co. KG MS „DANIEL“ bittet Anleger um weitere Gelder
MARA Schiffahrts GmbH & Co. KG MS „DANIEL“ bittet Anleger um weitere Gelder
… Doch Anleger der MARA Schiffahrts GmbH & Co. KG MS „DANIEL“ werden sich über Post der Gesellschaft immer weniger freuen. Nicht nur, dass die versprochenen Auszahlungen schon seit längerem nicht mehr gezahlt werden; inzwischen versucht die Gesellschaft weitere Gelder von den Anlegern zu erhalten. Betroffene Anleger haben sich an die Kanzlei KAP Rechtsanwälte …
Citigroup muss Anleger entschädigen
Citigroup muss Anleger entschädigen
… Dollar zurückzahlen. Zudem belegte die Börsenaufsicht von Pensylvania die Bank mit einer Millionenstrafe. Die US-Großbank Citigroup muss über 1200 Kleinanleger entschädigen. Die genaue Summe der Zahlungen hat die Bank noch nicht beziffert. Die Börsenaufsicht von Pennsylvania brummte der Citigroup am Dienstag zudem eine Strafe in Höhe von 2,3 Mio. $ auf, …
Bild: OLG Frankfurt: Aufklärungspflicht über anfänglichen negativen Marktwert auch als Nebenpflicht bestätigtBild: OLG Frankfurt: Aufklärungspflicht über anfänglichen negativen Marktwert auch als Nebenpflicht bestätigt
OLG Frankfurt: Aufklärungspflicht über anfänglichen negativen Marktwert auch als Nebenpflicht bestätigt
… EURIBOR-Referenzzins und ein Währungsswap auf der Basis des Schweizer Franken (CHF). Beim Swap (Englisch für Tausch) vereinbaren Kunde und Bank den gegenseitigen Austausch von Zahlungen je nach Entwicklung von Zinsen oder Währungen. Wer diese Wette gewinnt, steht erst am Ende der Laufzeit des Derivates fest. Allerdings verschaffen sich Banken gerne …
Bild: Sachsenfonds Filmbeteiligungsfonds II - MMP 2002 und 2003Bild: Sachsenfonds Filmbeteiligungsfonds II - MMP 2002 und 2003
Sachsenfonds Filmbeteiligungsfonds II - MMP 2002 und 2003
… für die Anleger einen Verlust von 25 % bis 45 % ihres eingesetzten Kapitals. Gute Aussichten für Schadenersatzansprüche . keine Aufklärung über Kickback Zahlungen Der Heidelberger Anlegeranwalt Mathias Nittel hat bei der Durchsicht von Fällen seiner Mandanten festgestellt, dass grundsätzlich gute Chancen bestehen, dass Anleger der Sachsenfonds-Beteiligung …
Bild: Mit Visa payWave komplettiert die easycash GmbH ihr Contactless-PortfolioBild: Mit Visa payWave komplettiert die easycash GmbH ihr Contactless-Portfolio
Mit Visa payWave komplettiert die easycash GmbH ihr Contactless-Portfolio
… Transaktion auszulösen. In Zukunft sollen in Deutschland die NFC-Zahlungschips beispielsweise auch in Uhren, Schlüsselanhängern oder Mobiltelefonen eingebaut werden, womit unbare Zahlungen zusätzlich an Attraktivität gewinnen werden. Kontaktlose Angebote gibt es derzeit von Visa Europe (payWave), MasterCard (PayPass) und dem Deutschen Sparkassen- und …
Die Gläubiger der insolventen Dresdner BFI Bank erhalten Geld zurück
Die Gläubiger der insolventen Dresdner BFI Bank erhalten Geld zurück
… im Insolvenzverfahren über das Vermögen der BFI Bank AG erlaube, an die Gläubiger eine erste Vorabverteilung in Höhe von 15% vorzunehmen. Demnach erhalten alle Gläubiger Zahlungen, sofern der auszuzahlende betrag wenigstens 10,00 Euro beträgt. Die Auszahlungen werden im August 2005 erfolgen. Insgesamt werden 29 Mio Euro an 12312 Gläubiger zur Auszahlung …
Bild: Hückeswagen: Sieg gegen die EAABild: Hückeswagen: Sieg gegen die EAA
Hückeswagen: Sieg gegen die EAA
… Verjährung den Folgen der Fehlberatung durch die WestLB zu entziehen. „Hier hat sich die Entscheidung der Stadt gelohnt, die Angelegenheit nicht auszusitzen, sondern die Zahlungen an die EAA frühzeitig einzustellen. Für die Verweigerung der Zahlungen infolge eines Zurückbehaltungsrechts kommt es nicht auf die Frage einer Verjährung an“, so Rechtsanwalt Dr. …
Sie lesen gerade: Deutsche Bank zu Zahlungen von mehr als 1 Mio. € verurteilt oder auch das Ende einer Dienstreise