openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Hautkrebsgefahr durch Solariennutzung

22.12.201016:19 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Experten fordern mehr Gesundheitsschutz in den Bundesländern

Bonn/Hamburg (jft) – Die UV-Strahlung in Solarien ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Mit der vom Bundeskabinett geplanten „Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen künstlicher UV-Strahlung“ (UV-Schutz-Verordnung) soll der Gesundheitsschutz in Solarien verbessert werden. „Wir appellieren an die Bundesländer, zu handeln und die in der Verordnung definierten Anforderungen umzusetzen sowie kontrollierende Behörden zu benennen“, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Eine Umsetzung der Verordnung gewährleistet Mindestvoraussetzungen zum Schutz derjenigen, die nicht auf eine Solarium-Nutzung verzichten wollen. Deutschland würde damit international eine Vorreiterrolle im Verbraucherschutz übernehmen.“

Die neue Rechtsverordnung basiert auf dem Gesetz zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NiSG), das seit dem 4. August 2009 in Kraft ist. Die Verordnung fordert unter anderem eine fachliche Qualifikation für das Personal in Sonnenstudios und die Einhaltung der Bestrahlungsstärke von maximal 0,3 W/m² für alle Solariengeräte. Das NiSG stellt strenge Qualitätsanforderungen an die Betreiber von Solarien, verbietet Minderjährigen die Nutzung von Solarien in Sonnenstudios oder anderen öffentlich zugänglichen Räumen und regelt das Vorgehen bei Zuwiderhandlung.

„Mit dem Nutzungsverbot für unter 18-Jährige steigt die Chance, dass junge Menschen gar nicht erst zu Solariennutzern werden und die Neuerkrankungszahlen für Hautkrebs langfristig sinken“, so Professor Eckhard W. Breitbart, zweiter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. (ADP). Die deutsche Bevölkerung steht hinter dem Verbot: Eine bevölkerungsbezogene Umfrage der ADP und der Deutschen Krebshilfe hatte im Spätsommer 2009 gezeigt, dass drei von vier Deutschen das Solarien-Nutzungsverbot für Minderjährige bereits kennen, fast jeder (93 Prozent) begrüßt es. „Diese hohe Zustimmung ist für unsere Aufklärungsarbeit ein wichtiger Meilenstein“, so Breitbart.

Hautkrebs ist die häufigste Krebsart in Deutschland. Rund 195.000 Menschen erkranken jährlich bundesweit daran, 24.000 davon an dem besonders gefährlichen malignen Melanom (schwarzer Hautkrebs), an dem pro Jahr etwa 3.000 Betroffene sterben. Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs ist die natürliche und künstliche UV-Strahlung aus Sonne und Solarien.

Seit über zehn Jahren informieren die Deutsche Krebshilfe, die ADP und ihre nationalen und internationalen Partner-Organisation über die krebserregende Wirkung ultravioletter (UV-)Strahlung aus Solarien und raten grundsätzlich von einer Nutzung zu kosmetischen Zwecken ab. Weitere Informationen zu den Themen „Prävention von Hautkrebs“ und „Solarien“ erhalten Interessierte im Internet unter www.krebshilfe.de und www.unserehaut.de.


Hintergrund-Info: Solarien und ihre Nutzung
Die deutsche Bevölkerung ist Europameister bei der künstlichen Besonnung: Mehr als sechs Millionen Bürgerinnen und Bürger haben 2008 regelmäßig, also mindestens einmal im Monat, ein Solarium genutzt. Von den derzeit rund 14 Millionen Solariennutzern zwischen 18 und 45 Jahren hat mehr als ein Viertel bereits im Alter von zehn bis 17 Jahren mit dem künstlichen Bräunen in Sonnenstudios begonnen. Das ergab eine repräsentative Umfrage (SUN-Study, 2008). Experten gehen von einer kontinuierlichen Steigerung der Neuerkrankungsrate an Hautkrebs bis etwa zum Jahr 2050 aus. Zunehmend sind auch jüngere Menschen betroffen. Wer vor dem 30. Lebensjahr regelmäßig Solarien nutzt, steigert sein Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, um bis zu 75 Prozent. Das ergab eine Meta-Studie der International Agency for Research on Cancer (IARC). 2009 hat die IARC deshalb sowohl die natürliche als auch explizit die künstliche UV-Strahlung als Karzinogen der Klasse 1 eingestuft. Es gibt zurzeit rund 45.000 kommerziell betriebene Solariengeräte in Deutschland. 17.000 dieser Geräte stehen in frei zugänglichen Bereichen wie Münzstudios, Schwimmbädern, Hotels sowie Wellness-und Fitnesseinrichtungen und sollten aus Sicht von Gesundheitsexperten abgeschafft werden.



Interviewpartner auf Anfrage!


Bonn/Hamburg, 22. Dezember 2010


Abdruck honorarfrei, Beleg erbeten

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 497103
 1089

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Hautkrebsgefahr durch Solariennutzung“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Deutsche Krebshilfe e.V.

Stiftungsprofessur: Selbsthilfe im Fokus
Stiftungsprofessur: Selbsthilfe im Fokus
Neuer Lehrstuhl in Freiburg erforscht Arbeit der Krebs-Selbsthilfe Bonn/Freiburg (mas) – Besuche am Krankenbett und Gespräche mit Gleichbetroffenen, Onlineberatung, Gremienarbeit: Die Krebs-Selbsthilfe hat sich seit ihrem Bestehen in den letzten vier Jahrzehnten sehr stark entwickelt. Nicht nur in der Rolle des individuellen Beraters für Betroffene und Angehörige, auch in der Gesundheitspolitik ist sie ein wichtiger Akteur. Allerdings blieb die Erforschung der Selbsthilfearbeit bisher auf der Strecke: Wie wirken die Angebote der Selbsthilfe …
3,2 Millionen Euro für krebskranke Menschen
3,2 Millionen Euro für krebskranke Menschen
Zehn Jahre „Willkommen bei Carmen Nebel“ zugunsten der Deutschen Krebshilfe Berlin/Bonn (hg) – Bereits zum zehnten Mal präsentierte Carmen Nebel am vergangenen Samstag, dem 29. September, die ZDF-Spendengala „Willkommen bei Carmen Nebel“ live aus dem Velodrom Berlin. Mit großem Erfolg bat die Moderatorin bei ihren über 3,6 Millionen Zuschauern um Spenden für die Deutsche Krebshilfe. Unterstützt wurde sie dabei von zahlreichen prominenten Gästen. „Es ist wichtig, dass wir die Eltern auffangen. Sie brauchen den Austausch mit anderen Eltern, d…
01.10.2018

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: LOW BROS: Gefährliche Kunst gegen gefährliche IllusionenBild: LOW BROS: Gefährliche Kunst gegen gefährliche Illusionen
LOW BROS: Gefährliche Kunst gegen gefährliche Illusionen
Deutsche Krebshilfe und ADP warnen vor Hautkrebsgefahr durch Solarien Berlin (sts) – „Spectrum. The most dangerous artwork.”: So heißt die überdimensionale Lichtkonstruktion des Berliner Künstler-Duos „LOW BROS“, die nur in UV-sicherer Schutzkleidung anschaubar ist. Bei der von der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention …
Bild: Ab in den Urlaub. Richtig beraten bei der SonnenpflegeBild: Ab in den Urlaub. Richtig beraten bei der Sonnenpflege
Ab in den Urlaub. Richtig beraten bei der Sonnenpflege
… zahlreiche Schäden auf unserer Haut hervorrufen. Dazu zählt nicht nur der sehr schmerzhafte Sonnenbrand, sondern auch die schnell beschleunigte Hautalterung sowie erhöhte Hautkrebsgefahr. Sonnenschutzprodukte enthalten verschiedene Wirkstoffe, die die Haut vor den schädlichen UVA und UVB Strahlen schützen und der Hautalterung entgegenwirken. Eine breit …
Solarien im „Spa-Bereich“ - Deutsche Krebshilfe,  ADP und Wellness Verband warnen vor Hautkrebsrisiko
Solarien im „Spa-Bereich“ - Deutsche Krebshilfe, ADP und Wellness Verband warnen vor Hautkrebsrisiko
… Schlupfloch. Selbst der Deutsche Wellness Verband bewertet diesen Nutzungstrend kritisch und ruft seine Mitglieder zum Umdenken auf. Die Erkenntnisse zur Solariennutzung basieren auf einer repräsentativen bundesweiten Beobachtungsstudie, finanziert durch die Deutschen Krebshilfe. Sie analysiert das Nutzungsverhalten von Solariengängern und identifiziert …
Hautkrebsschutz im Hochsommer - Mittags nicht in die Sonne! Aber wann ist eigentlich Mittag?
Hautkrebsschutz im Hochsommer - Mittags nicht in die Sonne! Aber wann ist eigentlich Mittag?
Glandorf (15.7.2013) Das ist völlig klar: Die höchste Hautkrebsgefahr durch schädliches UV-Sonnenlicht droht mittags, wenn die Sonne am höchsten steht. Deshalb raten alle Gesundheits-Ratgeber oder ärztlichen Leitlinien dringend davon ab, sich gerade dann der direkten Sonne auszusetzen. Das Problem: Unsere Uhren geben keine Auskunft darüber, wann wirklich …
Sommerlatzhose: normgerecht und bequem
Sommerlatzhose: normgerecht und bequem
… Kurze Hosen dürfen aus Sicherheitsgründen nicht getragen werden, da Verletzungsgefahr durch spitze und scharfe Gegenstände besteht. Auch muss die UV-Strahlung und die damit verbundene Hautkrebsgefahr bedacht werden. Doch was von Herbst bis Frühjahr sinnvoll ist, wird im Sommer nicht selten unangenehm: Lange Hosen aus wenig atmungsaktivem Stoff können …
Solarien-Studie: Wer? Wie oft? Warum?
Solarien-Studie: Wer? Wie oft? Warum?
… trotz Verbots Zugang zu Solarien? Wie entwickeln sich Motivation und Risikowahrnehmung von Solariennutzern in den nächsten Jahren? Im Rahmen der Untersuchung „Nationales Krebshilfe Monitoring zur Solariennutzung“ werden von 2015 bis 2019 jährlich rund 3.500 Personen im Alter von 14 bis 45 Jahren repräsentativ zu ihrer Solariennutzung, zu ihren Motiven, …
Sunliner - Sonnenschutz gegen starke Frühlingssonne
Sunliner - Sonnenschutz gegen starke Frühlingssonne
… sollte dies besonnen tun - z.B. mit Sonnenschirmen von Sunliner. Vor wenigen Tagen warnte die größte deutsche Boulevardzeitung in großen Buchstaben davor, dass Sonnenbrand und Hautkrebsgefahr drohen, weil sich ein riesiges Ozonloch auf den Weg nach Europa machen könnte. Das Ozonloch soll bereits über Süd-Skandinavien angekommen sein. Das Problem: Die …
Solarien: Gesundheitsrisiken systematisch verschleiert
Solarien: Gesundheitsrisiken systematisch verschleiert
… repräsentiert 325 Studios. Dies entspricht 80 Prozent der zu Sonnenstudioketten gehörigen Betriebsstätten. Die Ergebnisse zeigen eklatante Mängel bei der Gesundheitskommunikation.Hautkrebsgefahr verschwiegen und verneintNeun von zehn der untersuchten Sonnenstudioketten-Websites informieren zwar darüber, dass UV-Strahlung auf die Haut wirkt. Jedoch weist …
Bild: Solarienverbot für Deutschland gefordertBild: Solarienverbot für Deutschland gefordert
Solarienverbot für Deutschland gefordert
Deutsche Krebshilfe und ADP verweisen auf potenziell tödliche Hautkrebsgefahr Bonn (sts) – Nach der Präsentation von „Spectrum. The most dangerous artwork“, einer eindrucksvollen UV-Lichtinstallation, die am 22. und 23. Januar in den Berliner Reinbeckhallen gezeigt wurde, fordert die Deutsche Krebshilfe nun gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische …
Bild: Preisgekröntes Kunstwerk stellt Solarien an den PrangerBild: Preisgekröntes Kunstwerk stellt Solarien an den Pranger
Preisgekröntes Kunstwerk stellt Solarien an den Pranger
… und Silber. Die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) machten Anfang des Jahres mit der Ausstellung von „Spectrum“ auf die Hautkrebsgefahr durch Solarien aufmerksam und leitete damit eine öffentliche Diskussion über ein bundesweites Solarienverbot ein. Die Lichtinstallation wurde vom Berliner Künstler Duo „LOW …
Sie lesen gerade: Hautkrebsgefahr durch Solariennutzung