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LOW BROS: Gefährliche Kunst gegen gefährliche Illusionen

22.01.202016:08 UhrGesundheit & Medizin
Bild: LOW BROS: Gefährliche Kunst gegen gefährliche Illusionen
Foto: Dennis Schnieber
Foto: Dennis Schnieber

(openPR) Deutsche Krebshilfe und ADP warnen vor Hautkrebsgefahr durch Solarien

Berlin (sts) – „Spectrum. The most dangerous artwork.”: So heißt die überdimensionale Lichtkonstruktion des Berliner Künstler-Duos „LOW BROS“, die nur in UV-sicherer Schutzkleidung anschaubar ist. Bei der von der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) initiierten Vernissage am 22. Januar 2020 in den Berliner Reinbeckhallen warnten Vertreter aus Gesundheitswesen und Politik vor den Risiken, die mit dem „Sonnen“ im Solarium verbunden sind. Dies gilt insbesondere für den Jugendschutz: „Schätzungsweise 140.000 Minderjährige erhielten 2018 trotz gesetzlichem Nutzungsverbot ungehindert Zugang zu Solariengeräten“, so Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Die Öffentlichkeit kann das gefährliche Kunstwerk am 23. Januar von 10 bis 22 Uhr betrachten und sich zum Thema informieren. Der Eintritt ist frei.



In weiße Ganzkörperanzüge gekleidet und mit Schutz-Visier ausgestattet, die vor krebserregenden ultravioletten Strahlen schützen, treffen die Gäste der Vernissage auf eine riesige UV-Röhren-Konstruktion: Ein Tempel, in dem eine künstliche Sonne über einem abstrakten Altar schwebt. „Ein Sonnenstudio ist in unseren Augen eine Kultstätte, in dem sich ein wiederkehrendes Ritual vollzieht. In unserer Installation „Spectrum“ heben wir den Aspekt der Sonnenanbetung heraus und legen den Fokus auf das Objekt der Anbetung: eine Sonne aus echten UV-Röhren, von der eine reale Bedrohung ausgeht“, erläutern Christoph und Florin Schmidt, die LOW BROS, ihr Werk.

„Mich berührt das Kunstwerk“, so Susanne Klehn, Moderatorin und Botschafterin der Deutschen Krebshilfe für Hautkrebsprävention. „Ich selbst habe mich als Jugendliche oft künstlicher UV-Strahlung ausgesetzt. Gebräunte Haut und gute Laune waren zunächst tolle Kicks. Mit 27 Jahren erkrankte ich dann lebensgefährlich an schwarzem Hautkrebs. Es ist mir daher ein Herzensanliegen, dass speziell junge Menschen Solarien fernbleiben.“

Seit 2009 besteht in Deutschland ein gesetzliches Solariennutzungsverbot für Minderjährige. „Dieses Gesetz wird aktuell zu oft und zunehmend missachtet“, so Nettekoven. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative, bundesweite Beobachtungsstudie „Nationales Krebshilfe-Monitoring zur Solariennutzung (NCAM)“ des Mannheimer Instituts für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin (MIPH), die von der Deutschen Krebshilfe gefördert wird.

Als Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) bündelt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) Kompetenzen im Bereich des Strahlenschutzes: „UV-Strahlung ist nachgewiesenermaßen krebserregend. Das BfS setzt sich daher seit Jahren dafür ein, dass das Solarienverbot für Minderjährige konsequent umgesetzt wird. Das gilt auch für Hotels und Fitnessstudios, auch wenn die Einhaltung dort schwerer kontrollierbar ist“, betont Dr. Inge Paulini, Präsidentin des BfS.

Auch andere gesetzliche Vorgaben, so die Resultate der NCAM-Studie, werden in Deutschland nicht zufriedenstellend eingehalten. „Nach Aussagen unserer Befragten wird einem Großteil der Solariennutzerinnen und -nutzer keine Beratung über mögliche Risiken und Gefahren angeboten, nur rund ein Drittel erhielt einen individuellen Bestrahlungsplan und wird nicht nach Faktoren befragt, die eine Solariennutzung ausschließen könnten, wie dies bei bestimmten Erkrankungen und Medikamenteneinnahmen der Fall ist“, so PD Dr. Katharina Diehl, Leiterin des NCAM am MIPH.

Diese Einschätzung wird von der Strahlenschutzkommission (SSK), die das BMU wissenschaftlich berät, gestützt. Seit fast 30 Jahren ist die UV-Problematik immer wieder Gegenstand wissenschaftlich begründeter SSK-Empfehlungen. In der aktuellen Empfehlung zum „Schutz des Menschen vor den Gefahren solarer UV-Strahlung und UV-Strahlung in Solarien“ aus dem Jahre 2018 wird klar formuliert „auf die Nutzung von Solarien zu verzichten“, „dafür zu sorgen, dass die gesetzlichen Regelungen für Solarien strikt umgesetzt werden“ sowie sicherzustellen, „dass gewerblich betriebene Solarien nicht zu therapeutischen Zwecken genutzt werden.“ Professor Dr. Achim Enders, stellvertretender Vorsitzender der SSK, ergänzt: „Eine Therapie mit UV-Strahlung bedarf einer rechtfertigenden, medizinischen Indikation und kann nur in Kliniken oder Fachpraxen unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden, die individuelle medizinische Abwägung des Nutzen-Schadenspotentials ist bei jedem Patienten ein Muss.“

„Attraktivität“ durch gebräunte Haut und „Entspannung“ gehören laut NCAM zu den wesentlichen Gründen, warum etwa jeder zehnte Bundesbürger Solarien nutzt. Aus biologischer Sicht ist die Bräunung der Haut jedoch nur ein begrenzt wirksamer körpereigener Schutzmechanismus vor UV-Strahlung. „Bräune ist nie gesund, sondern ein Hilfeschrei der Haut. Jede Solariennutzung führt zu gesundheitlichen Schäden“, erläutert Professor Dr. Eckhard Breitbart, Dermatologe und Vorsitzender der ADP. Dies zeigt auch die aktuelle Studienlage: „Wer vor dem 35. Lebensjahr regelmäßig einmal pro Monat Solarien nutzt, erhöht laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sein Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken, um 60 Prozent“, so Breitbart. „Im Schulterschluss mit der WHO und der Strahlenschutzkommission raten wir daher dringend von jeder Solariennutzung ab.“

Das Kunstwerk der LOW BROS rückt die gesundheitlichen Gefahren von Solarien in die öffentliche Wahrnehmung. Es wurde gemeinsam mit der Berliner Werbeagentur HEIMAT entwickelt. „Kunst und das Streben nach Schönheit sind zwei große Hypes unserer Zeit. Hier setzt 'Spectrum' an. Dieser 'Todesstern' des 21. Jahrhunderts zeigt, dass das Verlangen nach ästhetischer Perfektion oft größte Opfer erfordert“, so Tom Hauser, Executive Creative Director von HEIMAT.

Weitere Informationen rund um das Thema UV-Strahlung und Hautkrebs erhalten Interessierte im Internet unter www.unserehaut.de und www.krebshilfe.de.
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Berlin, 22. Januar 2020

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