(openPR) Sich an Weihnachten kulinarisch zu beherrschen ist nicht einfach: Alle Jahre wieder verlocken Christstollen, Marzipankugeln und der traditionelle Gänsebraten nach Lust und Laune zu schlemmen. Wer ansonsten auf eine gesunde Kost ach-tet, kann hier einmal ein Auge zudrücken. Doch vor allem Männer ernähren sich auch jenseits von Weihnachten und Neujahr häufig ungesund, essen zu wenig Gemüse und Obst, dafür aber viel Fleisch, Wurstwaren und Fast-Food. Dabei gilt mittlerweile als gesichert: Der tägliche Konsum von Fleisch, Wurst und fetten Milchprodukten erhöht das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken.
„Zwar sind die Ursachen von Prostatakrebs bisher noch weitgehend unbekannt, dennoch weiß man inzwischen, dass neben Alter, Hormonen, und genetischen Faktoren auch die Ernährungsgewohnheiten eine Rolle spielen,“ erklärt Dr. Pedram Derakhshani, Urologe im Westdeutschen Prostatazentrum in Köln. So haben verschiedene Studien gezeigt, dass eine erhöhte Zufuhr von Gesamtfett sowie gesättigten Fettsäuren und tierischen Fetten das Prostatakrebsrisiko erhöht.1 Frisches Obst und Gemüse wirken dagegen als Radikalfänger und machen damit potentiell krebserregende Stoffe unschädlich. Zudem kann sich eine fettreiche Ernährung auch negativ auf den Krankheitsverlauf bei Prostatakrebs auswirken. So ergab eine US-amerikanische Studie2, dass Männer, die sich besonders fetthaltig ernähren, nach der Therapie häufiger einen Rückfall erleiden, als Männer, die mit ihrer Nahrung hauptsächlich ungesättigte Fettsäu-ren zu sich nehmen.
Nahrungsergänzungsmittel: Zu viel schadet
Wer sich vorwiegend ungesund ernährt, versucht häufig sein Gewissen zu beruhigen, indem er Vitamine und Spurenelemente in Pillenform zu sich nimmt. „Sicher ist, dass Nahrungsergänzungspräparate keine abwechslungsreiche und vollwertige Ernährung ersetzen können und auch nicht vor Prostatakrebs schützen“, betont Dr. Derakhshani. Im Gegenteil: So konnte eine Untersuchung der Universität of California3 zeigen, dass Selen ältere Männer nicht davor schützt, ein Prostatakarzinom zu entwickeln. Es besteht sogar der Verdacht, dass ein „Zuviel“ an Selen Schaden anrichten kann.
Vielmehr sollte Man(n) darauf achten, dass er Vitamine und Spurenelemente mit den täglichen Mahlzeiten in ausreichender Menge zu sicht nimmt. Besonders viel davon findet sich in Tomaten, die den Farbstoff Lykopin enthalten. Als besonders wirkungsvoll bei Prostatakrebs haben sich Omega-3-Fettsäuren erwiesen.4 Dies sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren, welche vor allem in bestimmten Fischarten, wie Lachs, Hering oder Makrele aber auch in Nüssen, Getreidekeimen oder Pflanzenöl vorkommen. Neben einer gesunden Ernährung sollte jeder Mann ab dem 45. Lebensjahr die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Arzt in Anspruch nehmen. Dazu gehören laut Deutscher Gesellschaft für Urologie neben der Tastuntersuchung der Prostata, eine Ultraschalluntersuchung sowie die regelmäßige Kontrolle des PSA-Wertes „Die Früherkennung ist beim Prostatakarzinom besonders wichtig, da im Anfangsstadium typische Symptome fehlen", betont Derakhshani. „Wird der Krebs jedoch rechtzeitig erkannt, bestehen gute Chancen, die Krankheit vollständig zu heilen.“
1Gonzalez CA, Riboli E.: Diet and cancer prevention: Contributions from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) study. Eur J Cancer. 2010 Sep;46(14):2555-62.
2Strom, S. S., et al.: Saturated fat intake predicts biochemical failure after prostatec-tomy. Int. J. Cancer, 2008, 122:2581–2585
3Chan JM, Oh WK, Xie W, Regan MM, Stampfer MJ, King IB, Abe M, Kantoff PW.: Plasma selenium, manganese superoxide dismutase, and intermediate- or high-risk prostate cancer. J Clin Oncol. 2009 Aug 1;27(22):3577-83. Epub 2009 Jun 15.
4Berquin IM et al.: Modulation of prostate cancer genetic risk by omega-3 and omega-6 fatty acids. J Clin Invest. 2007 Jul;117(7):1866-75









