(openPR) Deutsche Bildungsforscher sollten nicht nur PISA-Daten erheben und kommentieren, sondern endlich erforschen, was wirkt und was nicht. Dabei müssen auch die Leistungen guter Schulbibliotheken empirisch untersucht werden.
Seit über zehn Jahren werden Rankinglisten zur Sprachkompetenz erstellt und Veränderungen im einstelligen Prozentbereich begrüßt oder beklagt. Demnächst wird es auch noch ein globales Rechtschreibranking geben.
Kultusminister ziehen einen Tag nach der Veröffentlichung der neuesten PISA-Ergebnisse neue „Sofortprogramme“ aus dem Hut, Bildungsforscher selbst beklagen, dass die Wirksamkeit der Vielzahl an Projekten und Programmen nicht systematisch überprüft werde.
Es gibt in Deutschland einige Tausend Schulbibliotheken, die tagtäglich als Wissens-, Lern- und Lesezentren zur Schulqualität beitragen. In angelsächsischen Ländern wird über zehntausend Schulen und bei über einer Million Schülerinnen und Schüler seit Jahrzehnten erfasst, in welchem Umfang gute Schulbibliotheken/-mediatheken zum Schulerfolg beitragen. In Deutschland kennt mancher Landesrechnungshof nur die Ausleihzahlen als Erfolgskriterium für innerschulische Bibliotheken. Dabei sind die das Unwichtigste.
Ergebnisse der internationalen Wirkungsforschung zu Schulbibliotheken:
· Schülerleistungen steigen in Schulen mit guten Schulbibliotheken,
unabhängig vom sozioökonomischen Status des Elternhauses.
· Die Ergebnisse in Leseleistungstests sind besser
· Mehrere Dimensionen der Lesefähigkeit werden verbessert:
Wortschatz, Grammatik, Rechtschreibung, Schreibstil
· Referate und Präsentationen sind fundierter
In aktiven Schulbibliotheken findet Unterricht statt, kann man digital und mit Büchern lernen, offener und individueller lernen als im Klassenraum, kann Hausaufgaben machen, gute Referate schreiben, auch einfach einmal in der Mittagspause schmökern.
Schulbibliotheken werden in anderen Staaten evaluiert, sie müssen nachweisen, dass sie gut sind und erhalten dann mehr Geld. Deutsche Schulbibliotheken könnten ohne das ehrenamtliche Engagement von Eltern und Lehrkräften meist nicht existieren. Bildungsforschung und Bildungspolitik sollten allmählich das Potenzial aktiver Schulbibliotheken und -mediatheken entdecken.











