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"PISA" beginnt im Kindergarten

06.12.201009:09 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: "PISA" beginnt im Kindergarten
Plattform EduCare, Österreich
Plattform EduCare, Österreich

(openPR) Ohne Reform der Elementarpädagogik wird sich an den Ergebnissen der PISA-Studien nicht viel ändern.

Erster und wichtigster Ansatzpunkt für gelungene Bildung ist die Elementarbildung. Der elementare Bildungsbereich ist aber immer noch Stiefkind der Bildungspolitik.



Die bisher durchgesickerten Ergebnisse der neuesten PISA-Studie lassen neuerlich erschreckend erkennen, dass unter den gegebenen Bedingungen vielen Kindern – und zwar unabhängig von ihrer Herkunft, aber nicht unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund - (auch) grundlegende Bildungskompetenzen oft nicht vermittelt werden kann.

Im Sinne der Chancengerechtigkeit ist die Bundesregierung aufgerufen, neben dem quantitativen Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen auch eine Qualitätsoffensive in Angriff zu nehmen. Denn ohne Reform der Elementarpädagogik wird sich bei den Ergebnissen künftiger PISA-Studien nicht viel ändern.

Bildungskompetenz beginnt im Kindergarten

Es ist wissenschaftlich unbestritten, dass durch frühe Bildung im Kindergarten, Kindern jene Kompetenzen vermittelt werden, die für ihre zukünftige Bildungs- und Lebenslaufbahn im hohen Ausmaß entscheidend sind.

Wir wissen, dass frühe Bildung im Kindergarten allen Kindern Start-Vorteile verschafft - nicht nur jenen aus sozial benachteiligten Familien. Und wir wissen auch, dass der Kindergarten für Kinder aus sozial benachteiligten Familien oftmals die einzige Chance für einen guten Start ins Leben ist.

Was im Kindergarten versäumt wird, ist in der Schule und im späteren Leben nur äußerst schwer, wenn überhaupt, gut zu machen.
Oder volkswirtschaftlich ausgedrückt: geringe Bildung im Kindergarten schafft hohe Kosten für den Staat.

BildungsRahmenPlan kaum umsetzbar

Ein BildungsRahmenPlan für alle Kinder in elementaren Bildungs- und –betreuungseinrichtungen im Alter von 0 – 6 Jahren ist beschlossen und sollte in ganz Österreich umgesetzt werden. Die bloße Existenz eines BildungsRahmenplanes verändert die Realität in den Kindergärten nicht. Er muss auch umgesetzt werden.
Und das ist unter den derzeit herrschenden Bedingungen nur sehr eingeschränkt möglich.

Bedingungen haben sich grundlegend geändert

Die Bedingungen der pädagogischen Arbeit mit Kindern haben sich in den letzten Jahrzehnten radikal geändert, sodass die bisherigen Ausbildungsstrategien auch angesichts der vielfältigen Bemühungen der einzelnen Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik (BAKIP) als nicht mehr als ausreichend angesehen werden müssen.

Die gemeinsame Ausbildung aller PädagogInnen– vom Kindergarten über die Volksschule bis hin zu den so genannten Höheren Schulen - auf tertiärem Niveau ist daher eine der wichtigsten Forderungen.

Viele Baustellen

Auch wenn sich im Bereich der elementarpädagogischen Einrichtungen in den vergangenen Jahren viel bewegt hat: es steht nicht alles zum Besten in unseren Kindergärten.

Die wichtigsten Baustellen:
• uneinheitliche Rahmenbedingungen für Eltern, Kinder und PädagogInnen in den Bundesländern
• die Gruppen sind mit 25 Kindern zu groß;
• auf eine/n Pädagogin/en kommen zu viele Kinder;
• die Ausbildung der PädagogInnen ist inadäquat (und der Berufseinstieg erfolgt zu früh);
• die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die PädagogInnen sind unzureichend;
• die PädagogInnen haben viel zu wenig Zeit für alle Arbeiten, die außerhalb der unmittelbaren Arbeit mit den Kindern geleistet werden muss (Vor- und Nachbereitungszeitm Besprechungzeiten, Elterngespräche…);
• zu wenig Beratung und Begleitung für die PädagogInnen;
• die Bezahlung der Pädagoginnen ist zu schlecht;
• viele Kinder – und hier nicht „nur“ Kinder von Eltern mit migrantischen Hintergrund - haben unzureichende Deutschkenntnisse, die notwendigen sprachlichen Förderungen kommen zu kurz;
• eklatanter Personalmangel.

Qualitative Änderungen umsetzen

Die langjährigen Forderungen nach tiefgreifenden, effektiven und nachhaltigen Reformen im elementaren Bildungsbereich sind endlich umzusetzen, durch
• ein Bundesrahmengesetz mit einheitlichen Qualitätsstandards
• eine gemeinsame Ausbildung für alle pädagogischen Berufe auf tertiärem Niveau
• Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für alle PädagogInnen, die auch den Anförderungen einer modernen, mehrsprachigen und multikulturellen Gesellschaft Rechnung tragen
• eine höhere Bezahlung wie sie der verantwortungsvollen Aufgabe entspricht.

Zum Wohl aller Kinder, die in Österreich wohnen, im Interesse deren Eltern und AlleinerzieherInnen, für positive Arbeits- und Lebensmöglichkeit der PädagogInnen - im Sinn der Zukunft unseres Landes sind dringend Änderungen im Elementarbildungswesen angesagt!

Siehe auch:
Forderungen der Plattform EduCare für ein Bundesgesetz zur Qualitätssicherung in den elementaren Bildungseinrichtungen: http://www.plattform-educare.org/bundesrahmengesetz.htm
Initiativanträge von SPÖ und GRÜNEN zur Neuordnung der Rahmenbedingungen im Elementarbildungswesen: http://www.plattform-educare.org/Kindergartengesetz%20gruene%20vs.%20spoe.htm
PädagogInnen-Ausbildung NEU: http://www.bmukk.gv.at/schulen/lehr/labneu/index.xml

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