(openPR) Jahrelang wurden sie gerade risikoscheuen Privatkunden empfohlen. Jahrelang haben Millionen von Sparern in Immobilienfonds ihr Vermögen angelegt, jetzt sind die investierten Gelder gesperrt und die Aussichten düster. Eine Welle von Klagen steht bevor, so viel ist sicher. Ein Milliardenvermögen von Sparern ist gefährdet, denn der Milliardenmarkt für offene Immobilienfonds ist gesperrt, das Investment der Sparer gefährdet oder auf mittelfristige Sicht nicht mehr verfügbar. Offene Immobilienfonds kaufen vor allem Büro-Immobilien. Die Anleger profitieren von den Mieteinnahmen, Wertsteigerungen oder Steuervorteilen.
In den vergangenen Jahren lagen die Renditen oftmals bei fünf Prozent oder mehr. Nun ist die ruhige Zeit vorbei, eine Marktbereinigung hat eingesetzt. Finanzexperten warnen jedoch vor Panikmache, denn es gebe noch immer gute offene Immobilienfonds. Drei Fonds wurden jedoch aufgelöst, der KanAm US-Grundinvest, der Morgan Stanley P2 Value und der fast dreißig Jahre alte Degi Europa. Dreizehn weitere der rund dreißig offenen Immobilienfonds in Deutschland sind vorübergehend geschlossen. Anteile können nicht ge- oder verkauft werden, eingezahlte Gelder sind blockiert. Rund drei Millionen Sparer haben in offene Immobilienfonds investiert, das macht einen Gesamtwert von gut 88 Milliarden Euro aus. Dabei empfahlen die Berater die angeblich so sichere Anlage in Betongold gerne für die Altersvorsorge. Manche haben ihr gesamtes Vermögen investiert.
Häufig geraten wurden Privatkunden etwa zu den Fonds SEB Immoinvest (Volumen 6,3 Milliarden Euro) und Axa Immoselect (2,7 Milliarden Euro), beide sind inzwischen gesperrt. Anders, als viele vielleicht vermuten, ist das Hauptproblem der Finanzprodukte nicht das Platzen der Immobilienblase in den USA oder Spanien. Die Lage spitzte sich besonders zu, als Großanleger wie zum Beispiel Vermögensverwalter, diese offenen Immobilienfonds als Tagesgeldersatz entdeckten. Das Problem besteht jedoch darin, das die Fonds für diese Anlegeabsichten nicht gemacht sind. Es handelt sich um einen Konstruktionsfehler, denn Immobilien lassen sich nicht kurzfristig zu Geld machen, diese Fonds sind also nur bedingt liquide. Als Großanleger ihr Geld abziehen wollten, etwa weil sie höhere Renditen an den Aktienmärkten witterten, begann die Krise. Großanleger hätten nicht in ein Produkt investieren dürfen, das für Kleinanleger gemacht ist. Nun soll eine geplante Mindesthaltefrist von zwei Jahren vorgesehen werden. Solange dürfen monatlich maximal 5.000 Euro abgezogen werden. Das soll Großanleger abschrecken. Ende 2011 tritt die Regelung in Kraft. Zu spät für viele Anleger. Was sollen sie tun, wenn ihre Fonds geschlossen werden?
Das kommt darauf an, wie dringend man sein Geld braucht. Wer es eilig hat, kann seine Anteile an der Börse verkaufen. Die Abschläge sind derzeit jedoch hoch. Wer kann, sollte seine Anteile halten, bis der der Fonds möglicherweise wieder öffnet. Von Neuinvestitionen in offene Immobilienfonds raten Experten jedoch ab, dafür ist der Markt zu unruhig. Andere Fondsexperten raten zu guten offenen Immobilienfonds, man sollte aber nie mehr als zehn Prozent seines Ersparten einsetzen. Tja, wer es glaubt. Wer sein gesamtes Vermögen in diese Fonds investiert hat, der sollte dringend die Reißleine ziehen und einen Teil davon verkaufen. In der Finanzbranche wird jetzt mit einer Klagewelle gerechnet. Sie werde massiv sein, weil den Anlegern die Fonds jahrzehntelang als krisenfest verkauft wurden. Besonders risikoscheue Anleger sind besonders klagefreudig.









