(openPR) Die aktuelle Situation in den Integrationskursen wird nicht nur durch Begriffe sondern auch insgesamt verschleiert. Das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat trotz eines alle vorherigen Jahre übersteigenden Budgets von 233 Mio. Euro drastische Kürzungen und Zulassungsbeschränkungen für die Deutschkurse eingeführt und umgesetzt, die für die lernwilligen Zuwanderer zu Wartezeiten von bis zu 6 Monaten führen.
In der Öffentlichkeit wird dabei der Eindruck erweckt, das Angebot an Integrationskursen reiche nicht aus. Tatsächlich können aufgrund amtlicher Zulassungsbeschränkungen und Verzögerungstaktiken nur weniger Kurse von den Trägern angeboten werden.
Erklärtes Ziel der Politik ist es, Migranten und Migrantinnen die Teilnahme an Integrationskursen zu ermöglichen, um die Eingliederung in unsere Gesellschaft zu fördern. Die Tatsachen belegen jedoch, dass Bund, Länder und Gemeinden nicht in der Lage sind, die notwendigen Voraussetzungen in einem gemeinsamen Konsens zu schaffen. Die Leidtragenden sind die lernwilligen Migranten und Migrantinnen und nicht zuletzt auch die Dozenten und Dozentinnen in den Integrationskursen, die seit Jahren unangemessen schlecht honoriert werden und deren finanzielle Situation ohne Übertreibung als prekär zu bezeichnen ist.
Statt öffentlichkeitswirksame, neue Projekte anzukündigen, sollten die bestehenden Verfahren optimiert und nicht nur die amtlich Beteiligten, sondern auch die DozentInnen an Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Es wird immer schwieriger, TeilnehmerInnen an Integrationskursen den hohen Stellenwert von Bildung zu vermitteln, wenn die DozentInnen andererseits trotz ihrer akademischen Ausbildung kaum in der Lage sind, mit den Einkünften aus den Deutschkursen ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und über keine Stimme in Gremien verfügen.
Das DaZ-Netzwerk ruft die Verantwortlichen zu einer sachlich fundierten und zielgerichteten Zusammenarbeit auf!
Informieren Sie sich auf unserer Veranstaltung am 20. November 2010 in Köln!
Wir laden um 13.00 Uhr zur Pressekonferenz im DGB-Haus,
Hans-Böckler-Platz 1 ein.
DaZ-Netzwerk, Köln, November 2010
PROGRAMM
11.00 Uhr Kurzer Überblick über ein Jahr Netzwerkarbeit, Claudia Schol
Austausch und Diskussion in Themengruppen (ca. 30 Minuten)
mögliche Themen:
· Regionale Arbeit, GEW lokal, Rekos, Teilnahme an Gremien
· Scheinselbständigkeit, Rentenversicherung, Prozesse und Urteile,
· Öffentlichkeitsarbeit - Pressearbeit, Homepage, Finanzierung
· Zusammenarbeit mit Trägern, Lobbyarbeit, Bündnispartner
· Streikmöglichkeiten
Präsentation der Ergebnisse aus den Themengruppen (ca.15 Minuten)
12.00 Uhr Wahlen des SprecherInnenrats und lokaler Sprecherräte für das DaZ-Netzwerk
12.30 - 14.00 Uhr P A U S E
13.00 Uhr PRESSEKONFERENZ
14.00 Uhr Podiumsdiskussion
Zwischen Nutzen und Sparen: Wie wertvoll ist Integrationsarbeit?
Begrüßung durch Moderator Ekrem Senol (MIGAZIN)
Prekäre Beschäftigung in der Weiterbildung
Dr. Anne Rosendahl, Marcel Fischell, Universität Duisburg-Essen
Institut für Berufs- und Weiterbildung
Wie beurteilt die Politik den Wert von Integrationsarbeit?
Anton Rütten, SPD, Integrations- und Arbeitsministerium NRW
Sevim Dagdelen, MdB, DIE LINKE
Was sind die Auswirkungen für Träger/DozentInnen?
Evy van Brussel, Deutscher Volkshochschul-Verband, Bonn
Renate Hof, DaZ-Netzwerk, Integrationskursdozentin
Welche Möglichkeiten der Gegenwehr gibt es?
Dr. Stephanie Odenwald, GEW Hauptvorstand, Leiterin des Vorstandsbereichs Berufliche Bildung und Weiterbildung
Helga Steinmaier, DaZ-Netzwerk
Fragen der DozentInnen an die PodiumsteilnehmerInnen
Diskussion







