(openPR) Als Schauspielerin gehört sie zur Garde der neuen deutschen Gesichter, die man sich merken sollte: Natalie Spinell. Doch seit einiger Zeit hat die Jung-Mimin mit dem ausdruckstarken Gesicht die Rollen getauscht und versucht sich – mit großen Erfolg – hinter der Kamera als Regisseurin. Christian Eckert in einem Interview mit dem sympathischen Multitalent anlässlich der Internationalen Hofer Filmfestspiele (26. - 31 Oktober 2010), bei denen ihr bereits prämierter Kurzfilm „Viki Ficki“ läuft:
Frage: Sie haben ja in ihren jungen Jahren schon beachtlicher Erfolge als Schauspielerin erzielt, man kennt Sie kennt aus bekannten Serien wie Edel & Stark, Tatort, Ein Fall für Zwei oder Polizeiruf 110 sowie den Filmen „Leo & Claire“, „Schule und Höhere Gewalt“… Seit 2007 hat es Sie nun hinter die Kamera verschlagen. Wie kam es dazu?
Natalie Spinell: Eigentlich kreist der Gedanke Regie zu führen und an der HFF München zu studieren, schon seit meinem 16 Lebensjahr in meinem Kopf herum. Da ich bereits als 12-jährige mit der Schauspielerei angefangen habe, hatte ich schon sehr früh die Möglichkeit Regisseuren bei ihrer Arbeit über die Schulter zu sehen. Erst mit 24 Jahren habe ich mich dann bereit gefühlt, einen Schritt weiter zu gehen. Nach dem sehr witzigen Studentenprojekt „Acapulco“ , bei dem meine jetzige Kamerafrau Jenny Bräuer Regie führte, war mir klar, dass der Zeitpunkt gekommen war mich an der HFF zu bewerben und selber Spielfilme zu realisieren. Ich hatte bis dahin Filme für mich und meine Freunde gemacht und auch viel fotografiert, aber ich spürte, dass ich mehr Menschen mit meinen Geschichten erreichen will. Verrückterweise kam 2006 in der HFF Bewerbung die Aufgabenstellung einen Kurzfilm in Länge von fünf Minuten über das Thema" Zwischen Höhenflug und Absturz eines Schauspielers /einer Schauspielerin" zu drehen und davon kann jeder Schauspieler ein Liedchen singen. Bei mir ging es um den Filmkuss eines Jungschauspielers.
Frage: Heißt das, dass Sie Ihr Interesse an der Schauspielerei gänzlich aufgeben?
Natalie Spinell: Nein, mein Interesse zu Spielen ist nur verschoben, nicht verflogen. Mein zeitlicher Fokus liegt derzeit bei meinem Regiestudium und außerschulischen Projekten, was mir meines Erachtens für die Regie nur zu Gute kommt. Trotzdem erfüllt mich das Spielen nach wie vor sehr. Es ist wundervoll als Schauspieler während eines Films seinen Fokus „nur“ auf eine ganz spezielle Figur und deren Geschichte legen zu können.
Frage: Sie legen jetzt Ihre dritte Regiearbeit an der HFF München vor, „Viki Ficki“. Worum geht's?
Natalie Spinell: Ohne zuviel verraten zu wollen: Es geht um ein Mädchen, die in der Schule über den Beruf ihrer Mutter erzählen soll. Es ist eine skurrile Mutter- Tochter Beziehung, die deren Zusammenhalt und deren besonderen Liebe zueinander erzählt.
Frage: Der Kurzfilm lebt natürlich von Lisa Vicari, die Viki spielt. Wie haben Sie sie entdeckt und gibt es da Parallelen zu Ihrem eigenen Start ins Schauspiel?
Natalie Spinell: Lisa ist ein absoluter Glücksfall, sie hing am Schwarzen Brett der HFF und ihr Spiel beim Kindercasting hat mich fast erschreckt, weil ich zwar gehofft hatte ein talentiertes Mädchen zu finden, aber nicht damit gerechnet hatte, dass sie so talentiert sein würde.
Ich habe im selben Alter wie Lisa angefangen zu spielen. Ich weiß wie es sich mit 12 Jahren an einem Set anfühlt und wie spannend es ist ein so wichtiger Teil der Erwachsenenwelt sein zu dürfen. Durch Lisa habe ich wieder gespürt wie ich mich in dem Alter gefühlt habe und wie weit man tatsächlich in seiner Entwicklung ist. Man sollte Kinder niemals unterschätzen.
Frage: Der Film ist eine Zusammenarbeit mit Kamerafrau Jenny Bräuer und Produzentin Christina Christ - erzählen Sie uns bitte über die beiden!
Natalie Spinell: Mit Jenny Bräuer und Christina Christ habe ich bereits meinen Bewerbungsfilm „Geküsst“ verwirklicht. Jenny hatte mich zuvor für ihren Kurzfilm „Acapulco“ in einer anderen Konstellation, sie Regie und ich Schauspiel, in einen Swingerclub gelockt. Seither habe ich alle Filme mit ihr als Kamerafrau realisiert. Sie ist eine unglaubliche Persönlichkeit mit einem Wahnsinnstalent, mit der mich nicht nur die Liebe zum Geschichten erzählen verbindet. Sie durfte schon mit 2 ihrer Filme auf dem Camerimage - International Film Festival of The Art of Cinematography laufen.
Christina verwirklicht gerade ihre Traumkarriere. Seit einigen Monaten arbeitet sie in der Rat Pack Filmproduktion „Vorstadtkrokodille III“ als Junior Producerin. Wir sind sehr enge Freunde seit wir uns vor vielen Jahren im Eventbüro meiner Mutter Ivonne Beck in die Arme gelaufen sind, weit vor HFF Zeiten. Christina liebt es mit Kindern zu arbeiten, ist unglaublich engagiert, kümmert sich um die Harmonie am Set, was mir sehr wichtig ist, und außerdem weiß ich, dass ich ihr vollkommen vertrauen kann.
Was ist besser als mit Leuten arbeiten zu dürfen mit denen man auch so sehr gerne Zeit verbringt? Zwei wundervolle Menschen und vor allem Freundinnen von mir.
Frage: Der Film wird bei den Internationalen Hofer Filmtagen erstmals einer großen Öffentlichkeit präsentiert - was ging in Ihnen vor, als Sie davon erfuhren?
Natalie Spinell: Nicht ganz – „Viki Ficki“ hatte seine Premiere im September auf dem Cambridge Film Festival, ein sehr liebevolles Festival in Großbritannien und hat dort direkt den SHORT FILM AUDIENCE AWARD gewonnen, was mich unglaublich freut, da ich nicht einschätzen konnte, wie der Film mit englischen Untertiteln funktioniert. Allerdings geht es mir mit Hof nicht anders – Untertitel hin oder her. Hof ruft in mir Bauchkribbeln hervor. Wie wird der Film beim Hofer Publikum funktionieren? Margot Freissinger, unsere Festivalkoordinatorin hat mich nach der Sichtung mit Heinz Badewitz direkt angerufen und ich bin vor Freunde ausgeflippt als die Zusage kam. Jetzt läuft Viki Ficki parallel zu Hof auch noch auf dem Uppsala International Short Filmfestival was für mich bereits ein riesiger Erfolg ist.
Frage: Sie arbeiten gerade an einem neuen Drehbuch - können Sie schon etwas darüber sagen?
Natalie Spinell: Es wird der dritte Film im Rahmen meines Studiums werden und es soll wieder ein Kurzfilm sein. Die Geschichte ist derzeit in Entwicklung.
Natalie Spinell im Internet:
www.nataliespinell.de












