(openPR) Presseeinladung zum Landesfischereitag 2010
Termin: Mittwoch, 22. September
Zeit: Eröffnung um 10:00 Uhr (Haus Seeblick)
Pressegespräch um 12:00 Uhr (Haus Wiesengrund)
Ort: Heimvolkshochschule am Seediner See
Seeweg 2
14554 Seddiner See
Seddin - Der Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin e.V. diskutiert mit Gästen aus der Politik, der Fischereiverwaltung und der Fischereiforschung die Perspektiven der Fischerei in der Mark Brandenburg.
Der Fischreichtum der Gewässer ist seit jeher eine wichtige Ressource für die Menschen in der Mark und war einst die Voraussetzung zur Errichtung erster fester Siedlungen an deren Ufern. So wie in Berlin oder Potsdam gehen die Ursprünge zahlreicher Städte an Elbe, Oder, Havel, Dahme und Spree auf alte Fischersiedlungen zurück. Waren die Menschen früher auf den Fisch aus den Gewässern vor der Haustür angewiesen, bietet der Handel heute Fisch und Meeresfrüchte aus der ganzen Welt.
In Zeiten bewusster und gesunder Ernährung erfreut sich Fisch in deutschen Küchen wachsender Beliebtheit. Der pro-Kopf-Verbrauch ist auf über 16 kg / Jahr angestiegen. Inzwischen importieren wir in Deutschland zwischen 80 und 90% des hier verzehrten Fisches. Billiges Pangasius-Filet aus Vietnam macht dabei heute dem Lausitzer Karpfen Konkurrenz, während sich die Forelle aus der Uckermark und dem Fläming gegen Lachs aus Chile am Markt behaupten soll.
Das üppige Angebot in den Regalen der Supermärkte erkaufen wir uns mit zum Teil enormen Transportleistungen per Schiff, Flugzeug und Lkw. Allein angesichts der stetig steigenden Ölpreise stellt sich zwangsläufig die Frage, wie lange wir es uns noch leisten können, Fisch und auch andere Nahrungsmittel um den halben Globus zu transportieren? Wie weit sind wir in der Lage, uns über eine regionale Produktion von Lebensmitteln zu versorgen? Welche Weichen müssen wir heute stellen, um unsere Fischbestände zu schützen und in Zukunft unseren Bedarf an frischem Fisch wieder stärker aus der nachhaltigen Fischerei in unseren eigenen Gewässern decken zu können?
Über diese und andere Fragen werden Fischer, Teichwirte und Angler unter anderem mit Abgeordneten aus dem Bundestag und dem Brandenburger Landtag diskutieren.
Hintergründe:
Heute gibt es noch ca. 250 Fischereibetriebe, die im Haupt- oder Nebenerwerb jährlich mehr als 1200 Tonnen Fisch aus märkischen Gewässern fischen. Hinzu kommen 60 Teichwirtschaften und Fischzuchten. Diese produzieren in der Region Berlin/Brandenburg im Jahr knapp 1000 Tonnen Karpfen und rund 400 Tonnen Forellen.
Die Fänge der Berufsfischerei aus Flüssen und Seen stagnieren seit Jahren auf niedrigem Niveau. Gründe dafür sind hauptsächlich Eingriffe des Menschen. Eingedeichte, begradigte und über Stauanlagen regulierte Gewässer bieten Fischen nur sehr eingeschränkte Reproduktionsmöglichkeiten. Einst im Frühjahr überschwemmte Wiesen, die Fischen als Kinderstuben dienten, sind heute landwirtschaftliche Nutzflächen, Wochenendsiedlungen oder Gewerbegebiete. Von zahllosen Stegen zerschnittene Uferbereiche ermöglichen vielerorts nur noch kümmerliche Schilfgürtel, die Fischen kaum noch Deckung bieten. Stau- und Wasserkraftanlagen behindern die Laichwanderungen von Aal, Lachs und Meerforelle.
Die Erträge der Karpfenteichwirtschaft befinden sich seit Jahren auf Talfahrt. Mit gut 260 kg / ha haben wir in Brandenburg inzwischen ein Niveau erreicht, dass deutlich unter dem der Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg (um 350 kg/ha) liegt. Erhebliche Kormoranschäden in den Satzfischbeständen und die Konkurrenz am Markt durch Billigimporte wie dem Pangasius-Wels machen die Teichwirtschaft hierzulande zunehmend unrentabel.
Wenn wir in Zukunft nicht noch stärker auf (Fisch-)Importe angewiesen sein wollen, müssen wir jetzt handeln und die Rahmenbedingungen für Fischerei und Fischzucht in der Region verbessern. Anderenfalls gehen Strukturen und Wissen verloren, die für eine nachhaltige Bewirtschaftung von Seen, Flüssen und Teichen in Zukunft wieder größere Bedeutung haben werden.
Veranstaltungsprogramm Landesfischereitag Brandenburg 2010
10:00 Uhr Eröffnung des Landesfischereitages
Gernot Schmidt – Präsident des Landesfischereiverbandes Brandenburg / Berlin e.V.
Grußworte:
UlrichHardt - Referat Jagd und Fischerei im MIL
Dr. Peter Breckling – Generalsekretär des Deutschen
Dr. Christel Happach - Kasan (MdB / FDP)
11:00 Uhr Dr. Uwe Brämick – Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow
Grundsätze zur Nutzung der fischereilichen Ertragsfähigkeit von Gewässern
11:30 Uhr Ronald Menzel – Fischereischutzgenossenschaft „Havel“ Brandenburg
Beeinträchtigungen der Ertragsfähigkeit und der fischereilichen Nutzung unserer Gewässer
12:00 Uhr Christiane Koll - LUGV Brandenburg (angefragt)
Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie – Auswirkungen auf die fischereiliche Bewirtschaftung von Gewässern
12:30 Uhr Ellen Rußig - Tourismusverband Oder-Seenland
Tourismus und Fischerei – Nutzung von Synergieeffekten
13:00 Uhr Mittagspause
14:00 Uhr Ronald Menzel – Fischereischutzgenossenschaft „Havel“ Brandenburg
Bericht zum Aalprojekt
14:15 Uhr Dr. Helmut Wedekind – Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft - Institut für Fischerei Starnberg
Nutzung von Weißfisch in der Direktvermarktung – Beispiele aus Süddeutschland
14:45 Uhr Janek Simon
Nahrungsuntersuchungen an Kormoranen im Havelsystem bei Potsdam
15:15 Uhr Tobias Dürr – Staatliche Vogelschutzwarte / Lars Dettmann – Landesfischereiverband Brandenburg / Berlin
Kormoranmanagement in Brandenburg – Bestandsentwicklung und Auswirkungen der genehmigten Eingriffe in Kormorankolonien des Landes Brandenburg
15:45 Uhr Kaffee-Pause
16:15 Uhr Vertreter der Landtagsfraktionen
Stand der Umsetzung von Vorhaben zum Schutz der Fischerei in dieser Legislaturperiode
19:00 Uhr Fischerabend im Seekeller







